Debatte um Bushaltestellen Papenburger UWG fordert Zielkonzept für Mobilität

Von pm

Die Papenburger UWG fordert ein Zielkonzept für den Lienenbusverkehr in der Stadt Papenburg. Foto: Gerd SchadeDie Papenburger UWG fordert ein Zielkonzept für den Lienenbusverkehr in der Stadt Papenburg. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Die aktuelle Debatte um den barrierefreien Ausbau der Busaltestellen in Papenburg nimmt der Stadtverband der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) zum Anlass, ein Zielkonzept zu fordern, um so ein "attraktives und flächendeckendes Mobilitätsangebot auf die Beine stellen".

In der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur war der barrierefreie Ausbau der Haltestellen im Stadtgebiet auf deutlich Kritik gestoßen. Der Hauptvorwurf: Vor einer Sanierung sei nicht bedacht worden, ob die jetzigen Standorte der Haltestellen überhaupt noch sinnvoll seien. 

Diese Debatte ist nach Auffassung der UWG zwar berechtigt, kommt aber viele Jahre zu spät. Darauf, dass Haltestellen teilweise fehl am Platz und für die „potenziellen“ Fahrgäste oft auch gefährlich sein können, weise die UWG schon seit mindestens 2012 regelmäßig hin. 

Der Stadtverwaltung und auch Teilen des Stadtrates wirft die UWG vor, "offensichtlich kein oder nur ein sehr geringes Interesse an einer Kenntnis des örtlichen Linienverkehrs und der Bedürfnisse der Bürger, diesen auch nutzen zu können". 

Ausbaupolitik muss geändert werden

Die UWG ist der Meinung, dass an der „Ausbaupolitik“ einiges geändert werden muss. So würden beispielsweise alle Haltestellen nur für Busse mit zwölf Metern Länge ausgebaut. Im Linien- und Schülerverkehr seien aber häufig auch Busse mit 18 Metern Länge unterwegs. Gleichzeitig baue man vorrangig Haltestellen an Linien aus, auf denen mit Stand heute praktisch ausschließlich nicht barrierefreie Fahrzeuge verkehren, anstatt dort auszubauen, wo barrierefreie Fahrzeuge eingesetzt werden. 

 Zum Vorwurf des unsinnigen Ausbaus von Haltestellen, die nicht genutzt werden, sagt die UWG: "Vielmehr ist der jeweilige Zustand der Haltestelle und das allgemeine Angebot im Busverkehr der eigentliche Grund dafür, warum an die-sen Haltestellen keiner einsteigt."

UWG hat seit 2012 eigenes Stadtbuskonzept

Auch die Frage nach einer Bushaltestelle an der Meyer Werft stellt die UWG nach eigenem Bekunden schon seit Jahren. Die sei grundsätzlicher Bestandteil des Stadtbuskonzeptes "Papenburg-BUS", das die Wählergemeinschaft im Jahr 2012 erstmals vorgestellt und seitdem weiterentwickelt habe. Trotz der Sammlung von rund 1200 Unterschriften sei bislang "annähernd nichts" passiert. 

"Fakt ist, dass in Sachen Angebot und Qualität im Papenburger Stadtbus fast ausschließlich Luft nach oben ist", stellt die UWG in ihrer Pressemitteilung fest. Für den Stadtbus, und im Idealfall  für das gesamte nördliche Emsland werde ein Zielkonzept benötigt, das gemeinsam mit den ansässigen Verkehrsunternehmen erarbeitet werden müsse. "Sollte das nicht möglich sein, sollte die Stadt einen eigenen kommunalen Verkehrsbetrieb gründen und so ein attraktives und flächendeckendes Mobilitätsangebot auf die Beine stellen", fordert die Wählergemeinschaft.


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