Förderung durch Bundesumweltstiftung Papenburger Ökohof wird Forum für nachhaltige Landwirtschaft


Papenburg. Auf dem Sozialen Ökohof St. Josef in Papenburg entsteht ein Forum für ökologischen Land- und Gartenbau. Eine dreijährige Pilotphase unterstützt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück mit einer Förderung in Höhe von rund 125.000 Euro.

Das Projekt sei ein „Blick nach vorne“ in der Entwicklung des Ökohofes, sagte Vereinsvorsitzender Hans-Bernd Eissing bei der Überreichung des Bewilligungsbescheides durch Vertreter der DBU. Über das Forum sollen Akteure aus Praxis, Forschung und Bildung zusammengeführt werden. Ziel sei es, im Dialog mit Landwirten und Gärtnern Lösungsansätze und Perspektiven für eine Umstellung von Betrieben auf ökologischen Land- und Gartenbau aufzuzeigen.

Ausgangspunkt für die Initiative des Ökohofes war nach Darstellung von Geschäftsführer Bernd Jordan „das Fehlen wirksamer und umfassender Hilfestellungen“ für hiesige Landwirte und Gärtner hinsichtlich des Wechsels von konventioneller hin zu einer ökologischen Produktion. Diese Lücke versuche der Papenburger Biolandbetrieb zu schließen, indem er seine Erfahrungen und Erkenntnisse aus drei Jahrzehnten, unter anderem bei der nachhaltigen Erzeugung von Gemüse und Getreide, der artgerechten Haltung von Legehennen sowie einer ressourcenschonenden Bodenbearbeitung, weitergeben wolle.

Bei seinem Vorhaben könne der Soziale Ökohof auch auf die seit längerem bestehenden Verbindungen zu den Hochschulen in Osnabrück und im niederländischen Leeuwarden sowie eine Reihe von Bildungseinrichtungen in der Region zurückgreifen, so Jordan. Zudem verfüge man nach dem Erwerb von Teilen eines benachbarten Hofes über eine entsprechende Infrastruktur mit Gebäuden, Räumlichkeiten und Versuchsflächen.

In der dreijährigen Pilotphase soll laut Jordan ein Netzwerk entstehen, das Landwirten und Gärtnern sowie vor allem auch Hofnachfolgern aus diesen Sektoren Beratung, Training und Wissenserwerb bei der Ausrichtung ihrer Betriebe auf eine Produktion nach ökologischen Kriterien bietet. Elemente des Forums seien beispielsweise Coaching-Angebote, Praxismodule sowie die Einrichtung eines „virtuellen Marktplatzes“, über den Ideen, Konzepte und Bildungsmaterialien ausgetauscht werden können. Neben den landwirtschaftlichen Produzenten selbst richtet sich das Projekt mit Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten gleichfalls an Fachlehrer an Berufsbildenden Schulen und an Studierende.

Der Start des Ökohof-Forums soll Anfang Juli im Rahmen einer Auftaktveranstaltung erfolgen. Federführend begleiten wird das Projekt ein „Netzwerkmanager“. Nach Abschluss der dreijährigen Pilotphase solle das Forum dann möglichst auf eigenen Füßen stehen, hofften Jordan und Eissing auf eine dauerhafte Zusammenarbeit mit den beteiligten Institutionen und Personen. Dank sprachen sie der DBU für die Beteiligung an den Projektkosten in Höhe von insgesamt 249.000 Euro aus. Die Anschubfinanzierung setzt sich zu gleichen Teilen aus dem Förderbetrag der Umweltstiftung sowie aus Eigenmitteln des Ökohofs zusammen.

Seitens der Deutschen Umweltstiftung begrüßten Ulrich Witte, Leiter der Abteilung Umweltkommunikation und Kulturgüterschutz, sowie dessen Stellvertreter Thomas Pyhel die Initiative des Sozialen Ökohofs. Das Projekt entspreche dem Charakter des Biolandbetriebes mit seiner Verknüpfung von ökologischen und sozialen Anliegen. Das Forum stärke die Stellung des Ökohofs als „authentischen Lernort zur Umweltbildung“ und schlage mit seinem Praxisbezug zudem auch eine Brücke zu den Verbrauchern.


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