Club feiert Jubiläum Papenburger Rotarier nach 50 Jahren "legerer" als damals

Das Programm fürs Jubiläum und die Geschichte des Rotary Clubs Papenburg stellten Klaus-Heinrich Fischer (von links), Rudolf Abrams, Johannes Pott und Gerhard Raming-Freesen vor. Foto: Maike PlaggenborgDas Programm fürs Jubiläum und die Geschichte des Rotary Clubs Papenburg stellten Klaus-Heinrich Fischer (von links), Rudolf Abrams, Johannes Pott und Gerhard Raming-Freesen vor. Foto: Maike Plaggenborg
Maike Plaggenborg

Papenburg/Oberlangen. Als der Papenburger Rotary-Club, der Gutes für die Öffentlichkeit im Sinn hat, vor 50 Jahren gegründet worden ist, sei das eine noch ziemlich steife Angelegenheit gewesen. Da sind sich die Gründungsmitglieder Klaus-Heinrich Fischer und Gerhard Raming-Freesen einig.

Heute ist der Club "legerer", sagt Raming-Freesen. Er habe sich "zum Positiven entwickelt". Etwa die Bereitschaft, bei den Rotariern mitzumachen. Dabei wusste der 92-Jährige damals nicht, was genau Rotarier sind. "Ich musste das erst einmal nachschlagen", sagt er. Wie bei Rotariern üblich ist er gefragt worden, ob er Mitglied werden wolle. "Das ist für dich auch nicht verkehrt", sei dem Oberlangener, der damals bereits Bürgermeister der Samtgemeinde Lathen war, gesagt worden. Er machte mit, sagte aber dennoch: "Für mich war das damals nicht einfach." Woche für Woche musste er die Treffen in seinen strikten Zeitplan einbauen und die Strecke von Oberlangen nach Papenburg bestreiten. Dennoch: "Ich habe es nicht bereut, mitgemacht zu haben", sagt er heute lachend. Es sei immer interessant gewesen.

Vater war bereits Rotarier

Einer, dem die Sache etwas vertrauter war, ist Klaus-Heinrich Fischer. Sein Vater Heinz Fischer war bereits Rotarier. Die Ausgründung des Papenburger Clubs ging damals vom Leeraner Club aus. Gründungsbeauftragter dort war seinerzeit der damalige Chef der Meyer Werft, Joseeph-Franz Meyer. "Im Nachbarclub war es damals sehr steif", sagt Fischer. Auch die Altersstruktur war viel höher. Das sollte anders werden, und die Papenburger führten  eine Altersgrenze von 50 bei Eintritt ein. Gut 20 Jahre später war die Idee dahin. "Wir haben nicht gemerkt, dass wir älter geworden sind", erzählt Fischer heute lachend. Der Club, der damals als reiner Männerclub begann, startete damals mit zwölf Gründungsmitgliedern, wovon heute neben Raming- Fresen und Fischer noch Wolf-Jürgen Brickenstein lebt. Der Club hat jetzt einen Altersdurchschnitt von 61 Jahren und 44 Mitglieder. 

Club noch immer ohne Frauen

In den 1960er und 1970er Jahren sind die Clubs Frauen gegenüber offener geworden, sagt Fischer. Inzwischen werden neue Clubs immer als gemischt geöffnet, sagt Rudolf Abrams, der zurzeit den jährlich wechselnden Posten des Präsidenten innehat. Im Papenburger Club aber, dessen Einzugsgebiet sich abgesehen von der Sögeler Ausgründung über den Altkreis Aschendorf-Hümmling erstreckt, sind noch immer keine Frauen dabei. "Es ist schwierig, geeignete Kandidatinnen zu finden", sagt Abrams. Wähle der Club eine aus, sei diese oft bereits anderweitig eingebunden, beispielsweise bei den Soroptimisten oder dem Lions Club. Außerdem, meint Fischer, gebe es eine Scheu, das erste weibliche Mitglied unter all den Männern zu sein.

Mitglieder sollen beruflich herausstechen

Ohnehin sei es mit dem – vor allem jüngeren – Nachwuchs nicht so einfach, auch wenn das jüngste Mitglied 35 Jahre alt ist. Für viele sei es schwierig, sich regelmäßig zu binden, sagt Abrams. Mitglied kann nur werden, der vom Vorstand ausgewählt, geprüft und dann gefragt wird – "jemand, der in seinem Beruf heraussticht". Auch ehrenamtliches Engagement kann ein Kriterium sein, sagt Fischer. In wöchentlichen Treffen sollen die Mitglieder ihre Berufe vorstellen, daher sollte idealerweise jede Berufsgruppe nur einmal vertreten sein. Auch Besichtigungen unterschiedlicher Art können neben (Gast-)Vorträgen Gegenstand der Treffen sein. 

Rotarier als "Service-Club"

Darüber hinaus verstehen sich die Rotarier als Service-Club, denn "wir erbringen Dienstleistungen", sagt Johannes Pott. Dazu gehören Seniorennachmittage, Touren mit Heimkindern, Jugendaustausche oder auch Ausbildungsbörsen. Ihre Haupteinnahmequellen sind Wein- und Glühweinstände auf dem Weihnachtsmarkt oder dem Stadtfest. Als gewinnbringend erleben die Rotarier außerdem die Vernetzung mit anderen Rotariern, auch außerhalb der Landesgrenze wie auch bei nationalen Treffen.

Jubiläums-Feier am 15. Juni

Am 15. Juni will der Papenburger Club sein 50-jähriges Jubiläum feiern. Ab 11 Uhr soll es einen Festakt für geladene Gäste im Theater auf der Werft geben. Am Abend steigt ab 19 Uhr die große öffentliche Party mit Livemusik und DJ vor der Alten Kesselschmiede. Außerdem schreiben die Rotarier eine Spende für ein Projekt aus, um die sich Initiatoren noch bis zum 5. Mai per E-Mail unter rotary-club-papenburg@web.de beziehungsweise per Post an Rotary Club Papenburg, z. H. Johannes Pott, Bgm.-Nee-Str. 11, 26871 Papenburg bewerben können. Weitere Infos zur Ausschreibung gibt es unter papenburg-rotary.de. Das Goldprojekt soll mit 7500 Euro, das Silberprojekt mit 5000 und Bronze mit 2500 Euro unterstützt werden. Die Eintrittskarte zur Party (10 Euro) zählt als Stimmkarte.


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