Karfreitag und Karsamstag Papenburg: Polizei und Ordnungsamt auf illegale Tunertreffen vorbereitet

Immer wieder kommt es im Bereich des Deverparks in Papenburg zu illegalen Treffen von Autorowdies. Warum Papenburg so eine große Anziehungskraft ausübt, weiß niemand. Foto: Gerd LakebergImmer wieder kommt es im Bereich des Deverparks in Papenburg zu illegalen Treffen von Autorowdies. Warum Papenburg so eine große Anziehungskraft ausübt, weiß niemand. Foto: Gerd Lakeberg

Papenburg. Immer wieder gab es in Papenburg in den vergangenen Jahren zu Karfreitag oder auch anderen Ostertagen illegale Treffen von Autotunern. Die Polizei und das Ordnungsamt der Stadt sind für dieses Jahr nach eigenen Angaben gewappnet.

Beide Behörden bestätigten jetzt auf Anfrage, dass es ein Gespräch von Vertretern der Polizei und des Ordnungsamtes gegeben hat, um das Vorgehen im Fall der Fälle zu besprechen. "Wir können kurzfristig Einsatzkräfte in Rufbereitschaft nach Papenburg beordern, wenn dies notwendig ist", berichtet Thomas Ludwig, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes im Polizeikommissariat Papenburg. Wie viele das sind und wo sie stationiert werden, wollte Ludwig aus einsatztaktischen Gründen nicht sagen. Er bekräftigte aber, die Polizei sei auf alle Eventualitäten vorbereitet. Die Einsatzkräfte könnten auch nach Meppen beordert werden, wo Anfang März am Marktkauf ein illegales Tunertreffen angekündigt wurde.

Zu Ostern 2018 war es in Papenburg zu gleich zwei illegalen Treffen von Autotunern gekommen. Am Karfreitagabend vor einem Jahr hatten sich laut Polizei etwa 500 Personen samt Fahrzeugen auf den Parkplätzen des Kauflands und Media Marktes versammelt. Als die Polizei Präsenz zeigte, um Rennen oder „Burnouts“ (durchdrehende Reifen) zu verhindern, versuchten einige, auf das Festivalgelände der Meyer Werft zu gelangen. Das verhinderten Mitglieder des Vereins "Crazy Rides Emsland", ein Zusammenschluss von Autotunern, die das Image der Szene aufbessern möchten und an Karsamstag ein legales Tunertreffen auf dem Parkplatz der Werft veranstalten. 

(Weiterlesen: Rätselraten um illegale Treffen von Autotunern in Papenburg)

Zweiter Vorfall zu Ostern 2018

Am Ostersonntag 2018 gegen 23.20 Uhr gab es dann den zweiten Vorfall. Anwohner hatten die Polizei verständigt, weil sich im Bereich des Deverparks erneut rund 200 "aufgemotzte" Autos versammelt hatten und es zu enormen Lärmbelästigungen gekommen war. Die Polizei sprach im vergangenen Jahr von einer „offenbar konspirativ vorbereiteten Aktion“. Ein Großteil der Teilnehmer stammte aus den Niederlanden und aus dem Oldenburger Raum, hatte die Stadt Papenburg im vergangenen Jahr ermittelt. Zuletzt löste die Polizei im Juli 2018 ein Treffen von rund 400 Fahrzeugen und 500 Schaulustigen auf dem Gelände der Alten Werft auf, was zu massiver Kritik der Anwohner am Turmkanal geführt hatte. Wieso die Fehnstadt eine so große Anziehungskraft auf diese Personen ausübt, weiß niemand so recht. 

Der Klub "Crazy Rides Emsland" spricht bei den Teilnehmern der illegalen Treffen im übrigen von "Autorowdies". Dem Vorstand nach seien Autotuner Personen, die viel Geld und Zeit in die technische und optische Aufrüstung ihrer Fahrzeuge stecken. Sie benehmen sich im Regelfall vernünftig, um ihre wertvollen Auto zu schützen. Die auffallend gewordenen Autorowdies fahren oftmals lediglich mit PS-starken und nicht selten geliehenen Fahrzeugen umher und haben Spaß daran, sich daneben zu benehmen. 

Kontaktaufnahme im Vorfeld laut Polizei schwierig

Eine feste Struktur gebe es bei den illegalen Treffen indes nicht, bekräftigt Thomas Ludwig von der Polizei Papenburg. "Aufrufe erfolgen oft erst kurzfristig über soziale Medien oder Messenger-Dienste", so Ludwig. Die handelnden Personen wechseln ständig. Versuche, Gespräche im Vorfeld zu führen, um zum Beispiel auf die Rechtslage hinzuweisen, seien deswegen extrem schwierig. Der Leiter des Einsatz- und Streifendienstes spricht deshalb auch von einem "Katz und Maus-Spiel".

Eine Allgemeinverfügung durch die Stadt Papenburg, wie es sie noch 2017 gegeben hat, wird es allerdings nicht geben, wie Stadtsprecherin Karin Evering auf Anfrage mitteilte. Als Treffen galt der Verfügung nach jede Ansammlung von mehr als zehn Fahrzeugen, die gegenüber der Serienproduktion an Karosserie, Fahrwerk, Motorleistung, Auspuff oder Bereifung technisch verändert wurden. Bei Verstößen wurden Zwangsgelder in Höhe von 100 Euro festgesetzt und Abschlepp-Aktionen angekündigt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN