Durchschnittsalter von 39,6 Jahren Meyer Werft hat jüngste Belegschaft aller Werften Europas

Über die Herausforderungen im Schiffbau sprachen (v. l.) Joachim Zerrahn, Marion Terhalle, Tim Meyer, Bernhard Klumpe, Rainer Levelink, Nico Bloem, Jörg Bode, Ferhat Asi, Bernard Meyer und Hans-Michael Goldmann. Foto: Micha LemmeÜber die Herausforderungen im Schiffbau sprachen (v. l.) Joachim Zerrahn, Marion Terhalle, Tim Meyer, Bernhard Klumpe, Rainer Levelink, Nico Bloem, Jörg Bode, Ferhat Asi, Bernard Meyer und Hans-Michael Goldmann. Foto: Micha Lemme

Papenburg. Bei einem Besuch auf der Papenburger Meyer Werft hat eine FDP-Delegation um den Europawahlkandidaten Ferhat Asi mit den Werft-Verantwortlichen über die Zukunft des europäischen Schiffbaus und einen potenziellen Fachkräftemangel diskutiert.

Das Thema Fachkräftemangel, das die FDP für das Treffen auf die Agenda gesetzt hatte, konnten die Verantwortlichen der Meyer Werft relativ zügig abhandeln. „Wir beschäftigen inklusive Tochterunternehmen insgesamt 7637 Mitarbeiter, das ist ein Plus von 19 Prozent in den vergangenen vier Jahren. Wir haben eine durchschnittliche Mitarbeiterbindung von über zehn Jahren. Wir sind mit einem Durchschnittsalter von 39,6 Jahren die jüngste Werft Europas und wir haben aktuell im Durchschnitt immer noch deutlich mehr Bewerber als Ausbildungsplätze“, erklärte Werft-Geschäftsführer Bernard Meyer. 

Zudem sei man sehr zufrieden mit dem System des dualen Studiums, das man schon seit 15 Jahren anbiete. „Das ist ein Bombenerfolg“, meinte Meyer. Asi zollte der Ausbildungsarbeit auf der Werft Respekt, denn seiner Meinung nach sei klar: „Der Azubi-Mangel von heute ist der Fachkräftemangel von morgen.“

Foto: Micha Lemme

„Wir tun alles für eine schlagkräftige Mannschaft. Denn wer 2025 nicht die richtige Mannschaft hat, der hat verloren“, sagte Meyer. Damit zielte er auf die zunehmende Konkurrenzsituation ab, vor allem durch den chinesischen Schiffbau.

Die chinesische Wirtschaft müsse sich kaum an Regeln halten, betonte Asi. Daher komme es darauf an, die Werften zu schützen. „Das muss man nicht nur aus deutscher Sicht sehen, sondern gemeinschaftlich und europäisch. Die Politik darf den Schiffbau nicht als Nischenthema abstempeln“, so der FDP-Kandidat für die Europawahl. Hans-Michael Goldmann, ehemaliger FDP-Bundestagsabgeordneter, sagte: „Es ist schon beachtlich, wie sich die Meyer Werft seit Jahrzehnten im internationalen Wettbewerb behauptet.“

Meyer will „Kompetenzen europäisch halten“

Werft-Geschäftsführer Tim Meyer nahm Bezug auf die wachsende Konkurrenz, vor allem aus China, und stellte klar: „Das ist eine Riesenherausforderung. Wir scheuen die Konkurrenz nicht, aber bei staatlicher Konkurrenz haben wir schon unsere Sorgen.“ Er appellierte: „Wir müssen versuchen, unsere Kompetenzen hier europäisch zu halten. Das gilt auch für die Zulieferer.“

Asi pflichtete ihm bei: „Wir müssen auf europäischer Ebene gemeinsam Lösungen finden für das Problem, dass uns die Chinesen den Rang ablaufen.“ Bernard Meyer sprach dem jungen FDP-Kandidaten ein Lob aus: „Ich finde gut, dass Sie sich einsetzen und auch in diesem Bereich für Europa kämpfen wollen.“


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