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Rückgang bei Dieselmotoren ein Grund KS Gleitlager: Kurzarbeit für 80 Mitarbeiter in Papenburg vereinbart

Von Daniel Gonzalez-Tepper und Gerd Schade

Solche Gleitlager stellt KS Gleitlager in Papenburg her. Sie kommen in Verbrennungsmotoren zum Einsatz. Foto: Werner ScholzSolche Gleitlager stellt KS Gleitlager in Papenburg her. Sie kommen in Verbrennungsmotoren zum Einsatz. Foto: Werner Scholz

Papenburg. Der Rückgang beim Verkauf von Dieselmotoren führt beim Unternehmen KS Gleitlager (Kolbenschmidt) in Papenburg in absehbarer Zeit zu Kurzarbeit bei einem Teil der Belegschaft.

Entsprechende Informationen unserer Redaktion bestätigte eine Sprecherin von Rheinmetall in Düsseldorf, dem Mutterunternehmen. "Es gibt einen Auftragsrückgang in einigen Produktbereichen", teilte die Sprecherin mit. Sie nannte namentlich den Bereich Dieselmotoren. 

KS Gleitlager ist ein Automobil-Zulieferer, der sich auf hochpräzise Lagerschalen (Gleitlager) spezialisiert hat, die dafür sorgen, dass Verbrennungsmotoren hohe Leistung bei weniger Verbrauch bringen. Mit derzeit 450 Angestellten produziert das Unternehmen unter anderem mehr als 100 Millionen Gleitlager im Jahr, die an Motorenwerke weltweit verschickt werden. Der Rückgang bei Verbrennungsmotoren und der Trend zu Elektromobilität stellt das Werk in Papenburg vor Herausforderungen. Das Werk in Papenburg befindet sich an der Friesenstraße, Ecke Bahnhofstraße in Sichtweite des Papenburger Bahnhofs.

(Weiterlesen: Hightech für Verbrennungsmotoren aus Papenburg)

Vereinbarung zu Kurzarbeit greift derzeit noch nicht

Die ersten werden jetzt spürbar. Die Unternehmensleitung hat Kurzarbeit für 80 der 450 Arbeitnehmer beantragt. "Kurzarbeit ist vereinbart, findet jedoch im Augenblick noch nicht statt", teilte eine Rheinmetall-Sprecherin auf Anfrage mit. Wann die Kurzarbeit für die Beschäftigten greift, teilte die Sprecherin nicht mit.

Bei Kurzarbeit wird die Arbeitszeit der Angestellten vorübergehend reduziert oder fällt sogar ganz weg, ein Teil des Lohns wird dann über die Arbeitsagentur aus der Arbeitslosenversicherung getragen (Kurzarbeitergeld). Die Regelung soll dabei helfen, Kündigungen zu vermeiden in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für das Unternehmen oder in Übergangszeiten, in denen neue Geschäftsfelder erschlossen werden.


Solche Gleitlager stellt KS Gleitlager in Papenburg her. Sie kommen in Verbrennungsmotoren zum Einsatz. Foto: Werner Scholz


Suche nach neuen Geschäftsfeldern

Eine eben solche plant auch KS Gleitlager beziehungsweise Rheinmetall. "Wir versuchen, zusätzliches Geschäft zu generieren", teilte die Sprecherin mit. Außerdem gehe man davon aus, dass sich die Marktlage in den betroffenen Produktbereichen verbessern wird. 

Voraussichtlich bis Ende 2019 wird die Regelung für die 80 Arbeitnehmer in Papenburg gelten, heißt es aus Düsseldorf. 

(Weiterlesen: KS Gleitlager: Mit Innovationen in die Zukunft)

Belegschaft "nicht begeistert"

Nach Angaben von Frank Sonntag, Betriebsratsvorsitzender von KS Gleitlager, sei die Belegschaft "nicht begeistert" von dem Schritt, weil es trotz Kurzarbeitergeld finanzielle Einbußen geben wird, und es gebe auch Ängste. Ganz überraschend komme die Ankündigung indes nicht. "Es war bereits vor einigen Wochen absehbar, dass wegen politischer Themen wie dem ,Diesel-Gate' und dem Iran-Embargo in einigen Bereichen Aufträge fehlen werden", sagte Sonntag. Am 8. März habe es sogar einen "Schließtag" gegeben, um Überstunden abzubauen. Bereiche wie die Gießerei und der Sparte "Industrial", in der beispielsweise Großlager gefertigt würden, seien indes nicht betroffen, sodass einige von Kurzarbeit betroffene Mitarbeiter dorthin zeitweise wechseln könnten. 


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