Bewährungsstrafe verlängert Amtsgericht Papenburg verurteilt abhängigen Drogendealer

Von Insa Pölking

Urteil am Amtsgericht Papenburg: Ein vorbestrafter Drogendealer wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Foto: Maike PlaggenborgUrteil am Amtsgericht Papenburg: Ein vorbestrafter Drogendealer wurde zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Foto: Maike Plaggenborg

Papenburg. Wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge hat das Amtsgericht Papenburg einen 33-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland zu einer zweijährigen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Strafe wird zur Bewährung ausgesetzt, die Bewährungszeit wurde auf drei Jahre festgelegt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Sommer 2017 einmal 100 Gramm und ein weiteres Mal 200 Gramm Marihuana im Gesamtwert von 1350 Euro an einen Interessenten in Aschendorf verkauft haben soll. Bei einer Hausdurchsuchung im Oktober 2018 wurden zudem rund 277 Gramm Marihuana, 47 Gramm Kokain sowie vier Ecstasy-Tabletten und 7675 Euro Bargeld gefunden.

Der Angeklagte, der sich selber als schwer abhängig beschrieb, sagte aus, die Betäubungsmittel lediglich für den Eigenkonsum in seiner Wohnung aufbewahrt zu haben. „Das wären dann 971 Konsumeinheiten Kokain und 2254 Konsumeinheiten Marihuana“, rechnete Amtsgerichtsdirektor Gerhard Többen als vorsitzender Richter dem Angeklagten vor. Der Emsländer blieb bei seiner Aussage. Jedoch verstärkten auch die Zeugenaussagen einiger Polizeibeamter sowie eines Abnehmers des Angeklagten die Annahme, dass der Mann neben dem Eigenkonsum mit den Betäubungsmitteln handelte.

Der Angeklagte hatte bereits 2016 eine Bewährungsstrafe mit vierjähriger Bewährungszeit wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis unter Einfluss von Betäubungsmitteln erhalten. Die Bewährungszeit des 33-Jährigen hat sich mit dem jetzigen Urteil somit um drei Jahre verlängert.

Als Bedingung für die Aussetzung der Freiheitsstrafe zur Bewährung wurde die Teilnahme des Angeklagten an einer stationären Drogenentwöhnungstherapie festgelegt „Das müssen Sie durchziehen“, ermahnte Többen den Emsländer. „Ansonsten besorgen Sie sich zwangsläufig wieder Drogen und machen sich erneut strafbar.“

Der Vorsitzende ordnete außerdem an, die 7675 Euro, die der Mann durch die Drogengeschäfte eingenommen hatte, einzuziehen. Die Kosten des Verfahrens trägt ebenfalls der Angeklagte.

„Wir möchten Ihnen eine Chance geben, ihr Leben doch noch in den Griff zu bekommen“, wandte sich Többen an den Angeklagten. „Es ist ihre Sucht, die das Ganze begleitet hat, die wir hier auch berücksichtigen.“


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