Vorfall in Diskothek 21-Jähriger wegen sexueller Belästigung vor Gericht

Von Insa Pölking

Ein 21-Jähriger aus dem nördlichen Emsland soll einer 17-Jährigen in einer Diskothek zwischen die Beine gefasst haben. Dafür muss er sich jetzt vor dem Amtsgericht Papenburg verantworten. Foto: Archiv/PlaggenborgEin 21-Jähriger aus dem nördlichen Emsland soll einer 17-Jährigen in einer Diskothek zwischen die Beine gefasst haben. Dafür muss er sich jetzt vor dem Amtsgericht Papenburg verantworten. Foto: Archiv/Plaggenborg

isp Papenburg. Ein 21-jähriger Mann aus dem nördlichen Emsland muss sich wegen sexueller Belästigung und versuchter Nötigung vor dem Amtsgericht in Papenburg verantworten.

Dem jungen Mann wird zur Last gelegt, ein 17-jähriges Mädchen im Dezember letzten Jahres in einer Diskothek im nördlichen Emsland in sexueller Weise berührt und „angepöbelt“ zu haben. Nach Aussagen des vermeintlichen Opfers sei der ihr zunächst unbekannte Angeklagte auf sie zugekommen und habe sie mit irritierenden Aussagen angesprochen. Kurz darauf soll der Emsländer der Minderjährigen ohne jegliche Vorwarnung zwischen die Beine gefasst haben. Als die Schülerin den Angeklagten aufforderte, dies zu unterlassen, wurde dieser aggressiv und beschimpfte sie. Der 17-Jährigen zufolge nahm er im nächsten Moment eine bedrohliche Haltung ein, woraufhin ein Freund des vermeintlichen Opfers dem jungen Mann einen Schlag versetzte.

Der Angeklagte selbst berichtete, dass er in der Nacht stark alkoholisiert gewesen sei und er sich deshalb an die Geschehnisse nicht erinnern könnte. „Aber es tut mir sehr leid“, wandte sich der 21-Jährige an die junge Frau. „Ich weiß nicht, was da los war, ich erkenne mich da gar nicht wieder.“

Die 17-Jährige hatte allerdings bereits vor der Gerichtsverhandlung die Anzeige zurückgezogen. „Wir hatten alle etwas getrunken und das kann mal passieren“, so die Aussage der jungen Frau. „Allerdings sollte ihm mal die Meinung gesagt werden, dass man jemanden nicht einfach so anfassen darf.“ Die Staatsanwaltschaft hingegen möchte die Tat nicht als harmlosen Kavaliersdelikt hinnehmen. „Das sagt viel über unser Gesellschaftsbild aus“, so die Staatsanwältin, die die Vernehmung weiterer Zeugen forderte. So wird die Gerichtsverhandlung am 26. April fortgesetzt.


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