Ausbildung in Papenburg Medienscouts helfen ihren Mitschülern

Von Michelle Kramer

Spielerische Ausbildung: Die angehenden Medienscouts zusammen mit ihren Lehrern auf Online-Schatzsuche mit dem Spiel „Actionbound“. Foto: Michelle KramerSpielerische Ausbildung: Die angehenden Medienscouts zusammen mit ihren Lehrern auf Online-Schatzsuche mit dem Spiel „Actionbound“. Foto: Michelle Kramer

kram Aschendorf. Schüler des Gymnasiums Papenburg und der Heinrich-Middendorf-Oberschule in Aschendorf haben die dritte Schulung auf dem Weg zu Medienscouts abgeschlossen.

Im Rahmen der Landesinitiative „Schulen in Niedersachsen online“ sollen Schüler des Jahrgangs acht qualifiziert werden, schulinterne Beratung zur Nutzung des Internets zu leisten. Eine Schulung von Jugendlichen untereinander und füreinander steht dabei im Fokus, wie Medienpädagogin Christina ter Glane mitteilt. Sie hat auch die Schulungen durchgeführt.

Während des ersten Seminars habe sie den Schülern und Lehrern die grundlegenden Informationen zum Urheberrecht, zum Umgang mit persönlichen Daten, zu Cybermobbing sowie zu Onlinespielen vermittelt, so ter Glane. Im zweiten Workshop seien dann Methoden zur Beratung von Gleichaltrigen entwickelt worden, die im Anschluss an der eigenen Schule umgesetzt werden sollten.

Mobbing ein großes Thema

So haben fünf Schüler des Gymnasiums Papenburg mithilfe konkreter Beispiele Vorträge zum Thema Mobbing in der Mühlenschule Papenburg gehalten. Dies sei ein Probelauf gewesen, erklärt Doris Meyer, Lehrerin am Gymnasium, um dann das Konzept für die fünften Klassen erweitern zu können. Eine Gruppe von Schülern der Heinrich-Middendorf-Oberschule berichtete, dass sie in ihrer Schule Präsentationen zur sicheren Passworterstellung und den Gefahren von Kettenbriefen gehalten haben. Gerade seien sie dabei, ein eigenes Logo zu entwerfen, um sich für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen. Zudem ist die Gruppe als AG mit offener Sprechstunde sowohl für Schüler als auch für Lehrer tätig, fügt Konrektorin Sandra Schulte hinzu.

Für sich selbst werben

Die dritte Schulung sollte nun eine Antwort auf die Frage geben, wie man einen Mehrwert aus dem Projekt ziehen und für sich als Medienscout werben kann. Auf der bundesweiten Selbsthilfeplattform juuuport.de seien Scouts als Online-Berater tätig, informiert ter Glane. Zudem zeigte sie den Schülern als Beispiel das Musikvideo eines Scouts, der einen Rap zum Thema Mobbing geschrieben hat.

Außerdem präsentierte ter Glane den Projektteilnehmern weitere Ideen zur Mediennutzung. Sie stellte verschiedene Apps zur interessanteren Gestaltung des Internetauftritts vor und informierte über die Möglichkeiten eines YouTube-Kanals oder einer YouTube-AG. Mithilfe des Onlinespiels „Actionbound“ erlangten die Schüler in einer digitalen Schnitzeljagd spielerisch weiteres Wissen zur Mediennutzung.

Projekt muss sich etablieren

Es werde laut ter Glane noch weitere Termine geben, und sie stehe auch nach dem Projekt weiterhin als Ansprechpartnerin zur Verfügung. „Bis sich das Projekt etabliert hat, dauert es etwas“, so ter Glane. Gerade auch den Lehrern würde es oft schwerfallen, die Beratungsaufgabe an die Schüler abzugeben. Ein Austausch zwischen den Schulen sei daher sehr wichtig.

Die Landesinitiative „Schulen in Niedersachsen online“ führt in Kooperation mit der Niedersächsichen Landesmedienanstalt (NLM), dem Niedersächsischen Kultusministerium und dem Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ) das Qualifizierungsvorhaben zur Ausbildung von Medienscouts durch. Projektförderer ist die Sparkasse.


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