Kommen neue Hotels? Erstmals seit der Gartenschau: Übernachtungen knacken 300.000-Marke

Im vierten Jahr inF olge durften sich die Hotels in Papenburg über Zuwächse bei den Gästezahlen freuen. Das Bild zeigt das Hotel Park Inn am Hauptkanal. Foto: Daniel Gonzalez-TepperIm vierten Jahr inF olge durften sich die Hotels in Papenburg über Zuwächse bei den Gästezahlen freuen. Das Bild zeigt das Hotel Park Inn am Hauptkanal. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Papenburg. Die Zahl der Übernachtungen in der Stadt Papenburg ist erstmals seit der Landesgartenschau wieder über die 300.000-Marke geklettert. Und dank der dritten Schiffsüberführung sowie der Blumenschau fällt auch der Blick auf 2019 optimistisch aus.

Nach aktuellen Zahlen des Niedersächsischen Landesstatistikamtes hat es im vergangenen Jahr 300.327 Übernachtungen in der Fehnstadt gegeben, 6423 mehr als im Jahr 2017 (da waren es 293.904), was einem Plus von 2,2 Prozent entspricht. 

„Damit liegen wir im emslandweiten Trend“, sagt Kai-Olaf Nehe, Geschäftsführer der Papenburg Marketing Gesellschaft (PMG), auf Anfrage unserer Redaktion. Landkreisweit gab es 2018 den Statistikern zufolge 2.220.982 (2017: 2.717.486), was einem Zuwachs von 49.496 oder 2,3 Prozent bedeutet. Die Tourismus-Region Grafschaft Bentheim-Emsland-Osnabrücker Land verzeichnete im Übrigen im vergangenen Jahr 5,28 Millionen Übernachtungen. Das sind 2,6 Prozent mehr als 2017. Allein im Landkreis Emsland beschäftigt das Gastgewerbe nach Angaben der Arbeitsagentur rund 7.400 Menschen.

In die Statistik fließen Buchungen in Hotels mit mindestens zehn Betten ein, von denen es in Papenburg 27 gibt. Es fehlen in der Statistik demnach die Übernachtungen in Privatpensionen oder Ferienwohnungen.

Übernachtungen in Papenburg (in Hotels und Pensionen mit mehr als 10 Betten). Quelle: Landesamt für Statistik Niedersachsen, Grafik: NOZ/Heiner Wittwer

Bei Guetta-Konzert alle Betten belegt

Getrieben worden sei die Nachfrage Nehe zufolge unter anderem von dem David-Guetta-Konzert und dem NDR-2-Festival. 

„An dem Wochenende hätten wir drei zusätzliche Hotels voll machen können"

Und weiter: "Die Gäste mussten bis Emden, Groningen oder Oldenburg ausweichen.“ Im August 2018 gab es durch 14.280 Gäste 34.166 Übernachtungen in Papenburg, im September durch 13.782 Gäste 33.636 Übernachtungen, was absolute Spitzenwerte seien. Zum Vergleich: Im besucherschwächsten Monat Dezember 2018 waren es nur 16.200 Übernachtungen durch 5801 Gäste, im Januar 2018 16.888 Übernachtungen durch 5951 Gäste.

Bei Geschäftsreisenden spiele die Meyer Werft und die ATP-Teststrecke eine große Rolle. „Sie sorgen für eine Basis-Auslastung in den Hotels, was sehr wichtig ist“, erklärt der Touristik-Fachmann. 

(Weiterlesen: Immer mehr Gäste bleiben auch über Nacht in Papenburg)

Bezogen auf die vier großen „Beherbergungshochburgen“ im Emsland konnte Papenburg den größten Zuwachs verbuchen. Haren kommt auf ein Plus von 2,0 Prozent (von 886.579 auf 904.206 Übernachtungen), Meppen auf einen Zuwachs von 1,5 Prozent (von 131.841 auf 133.870 Übernachtungen). Die Stadt Lingen muss der Statistik zufolge ein Minus von 1,7 Prozent verkraften (von 271.366 auf 266.809 Übernachtungen).

Weniger gemeldete Betten wegen Renovierungsarbeiten

Gesunken ist indes die Zahl der statistisch erfassten Hotelbetten, sie lag 2018 bei 1938 (2017: 2116). Nehe erklärt dies mit einigen Sanierungen von Hotels, wodurch vorübergehend Zimmer abgemeldet wurden. Beispielsweise wurde das Mediterra (früher Hilling am Rathaus) renoviert, auch das Hotel Alte Werft hat seine Zimmer zum Teil erneuert. Die Sanierungen sind abgeschlossen und die Zimmer wieder für die Statistik angemeldet, demnach dürfte sich die Bettenzahl für 2019 wieder erhöhen.

Das Kedi-Hotel, das zwischen Deverweg und Stadtpark liegt. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Insbesondere im Vier- und Drei-Sterne-Bereich sieht Nehe die Stadt Papenburg gut aufgestellt. „Wir hatten über viele Jahre keine vollständige Schließung eines Betriebs, viele investieren in ihre Häuser, was ein gutes Zeichen ist“, sagt der PMG-Geschäftsführer. 

Das könnte sich ändern, wenn es zu viele neue Betten in der Stadt gäbe. Spitzen abzudecken, zum Beispiel wenn ein neues Kreuzfahrtschiff vor der Fertigstellung steht und besonders viele Handwerker von auswärts nach Papenburg zieht, könnten dauerhaft Hotelschiffe leisten. „Die Niederlande machen es mit ihren ,Slaapschepen‘ vor“, sagt Nehe. Dafür müsse aber eine geeignete Anlegestelle gefunden werden. Die Meyer Werft hatte im Februar zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit das Hotelschiff „Sans Vitesse“ nach Papenburg beordert, weil es an (günstigen) Hotelzimmern in der Stadt fehlt. Die „Sans Vitesse“ hat auf dem alten Betriebsgelände von Schulte & Bruns im Nordhafen festgemacht, wo alleine schon die Zufahrt beschwerlich ist.

Hat in Papenburg in Sachen Touristik das Steuer in der Hand: Kai-Olaf Nehe, Chef der Papenburg Marketing Gesellschaft (PMG). Foto: Christoph Assies/Archiv

Der Liegeplatz ist von der Stadt „bis auf weiteres zugeteilt“, teilte Stadtsprecher Heiko Abbas auf Anfrage mit. Seinen Angaben zufolge gebe es konkrete Planungen und auch Anfragen von privaten Investoren, die mehr Unterbringungsmöglichkeiten schaffen möchten, also ein Hotel bauen möchten. Es gebe je nach Größe der geplanten Anlage verschiedene mögliche Standorte „an unterschiedlichen Stellen im Stadtgebiet“, heißt es aus dem Rathaus. Zu Details machte Abbas indes keine Angaben.

Optimistischer Blick auf das laufende Jahr

Obwohl es 2019 kein NDR-2-Festival oder eine große Schiffstaufe in Papenburg geben wird, rechnet Nehe nicht mit einem Einbruch bei der Bettenbelegung. „Die bisherigen Buchungszahlen liegen auf Vorjahresniveau, außerdem war der Start ins Jahr bereits gut." Vor allem der Mai und August versprechen, besucherreiche Monate zu werden. Schwächer als 2018 könnte der März werden, weil die Ferien (und damit die Hauptreisezeit für Touristen) in diesem Jahr erst im April liegen.

Was Nehe freut: Die Individualtouristen in der Stadt werden jünger. „Papenburg ist attraktiv für junge Familien“, sagt der Touristikfachmann. Die PMG reagiere darauf mit Angeboten wie Familienführungen bei der Meyer Werft. Auch zur Blumenschau wird es spezielle Angebote für junge Leute geben.

Das Hotel Alte Werft am Hauptkanal in Papenburg. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper



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