Bodenproben und Vermessung Voruntersuchung für Erdkabeltrasse A-Nord im Emsland starten

Der Stromnetzbetreiber Amprion favorisiert eine Trasse für das Erdkabel A-Nord, die im nördlichen Emsland zwischen A31 und der Grenze zu den Niederlanden führt. Im mittleren und südlichen Emsland verläuft der Korridor weitgehend entlang der A31. Foto: Manfred Fickers/ArcfhivDer Stromnetzbetreiber Amprion favorisiert eine Trasse für das Erdkabel A-Nord, die im nördlichen Emsland zwischen A31 und der Grenze zu den Niederlanden führt. Im mittleren und südlichen Emsland verläuft der Korridor weitgehend entlang der A31. Foto: Manfred Fickers/Arcfhiv

Papenburg/Meppen. Der Stromnetzbetreiber Amprion startet für den Bau der Erdkabeltrasse A-Nord, die quer durchs Emsland führen soll, mit der Erkundung der Bodenbeschaffenheit und mit Vermessungsarbeiten. Sie dienen der Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens.

Zwar soll die Gleichstromverbindung, die den auf der Nordsee produzierten Strom unter der Erde in Richtung Rheinland transportieren soll, erst 2025 fertiggestellt sein und der genaue Korridor erst 2020 festgelegt werden, dennoch werden bereits 2019 sichtbare Vorarbeiten geleistet, kündigte Amprion am Donnerstag in einer Mitteilung an. Hauptsächlich sollen in diesem Jahr Kartierungen und Vermessungen laufen. Möglich seien aber auch Bohrungen, um den Baugrund zu erkunden oder Kampfmittel aufzuspüren. 

Flurschäden werden mit diesen Vorarbeiten nicht verbunden sein, verspricht Amprion. Mit den jeweiligen Flächeneigentümern werden die Arbeiten im Vorfeld abgestimmt. 

„Bei den vorgezogenen Maßnahmen für das Planfeststellungsverfahren legen wir den Fokus ausschließlich auf unseren derzeitigen Vorschlagskorridor sowie einige ausgewählte Alternativen, die aus unserer Sicht das höchste Realisierungspotenzial haben. Dabei müssen wir das Risiko in Kauf nehmen, möglicherweise Bereiche untersucht zu haben, die am Ende nicht in dem genehmigten Korridor liegen“, wird  Carsten Stiens, der bei Amprion die Genehmigung für das Projekt A-Nord verantwortet, in der Mitteilung zitiert.

(Weiterlesen: Planungsstart der Gleichstromverbindung A-Nord)

Der Vorschlagskorridor verläuft im nördlichen Emsland zwischen Autobahn 31 und niederländischer Grenze, folgt von Haren bis Dalum-Siedlung in der Gemeinde Geeste im Wesentlichen der A 31. Von hier ist ein Verlauf durch die Grafschaft Bentheim vorgeschlagen. 

Erste Arbeiten werden bereits jetzt sichtbar

2020 legt die Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde zunächst einen 1.000 Meter breiten Korridor fest, in dem das Kabel verlaufen wird. Bei den Korridoren gibt es derzeit noch zahlreiche Alternativen, die am Ende den Zuschlag bekommen können. Um eine Inbetriebnahme bis 2025 zu erreichen, bereitet Amprion schon in diesem Jahr das Planfeststellungsverfahren vor, das am Ende über den genauen Trassenverlauf entscheidet. Damit einher gehen verschiedene Voruntersuchungen, die in der Planungsregion sichtbar sein werden. 

Sollte die Bundesnetzagentur der Amprion-Planung weitestgehend zustimmen, könnte der Netzbetreiber bereits unmittelbar nach Abschluss der Bundesfachplanung den Antrag auf Planfeststellung stellen. Am Ende der Planung übrig bleiben wird ein Korridor von circa 300 Kilometern zwischen den Netzverknüpfungspunkten Emden Ost und Osterath bei Düsseldorf. Spätestens im Jahr 2023 soll dann feststehen, wo genau die Gleichstromverbindung A-Nord verlaufen wird. Über die Leitung können zwei Gigawatt Leistung übertragen werden – das entspricht dem doppelten Bedarf einer Großstadt wie Köln.


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