In Papenburg, Meppen und Lingen Landkreis Emsland rüstet Berufsbildende Schulen technisch auf

Der Landkreis Emsland investiert in die technische Ausstattung der Berufsbildenden Schulen in Papenburg, Meppen und Lingen. Foto: Ann-Christin Fischer/ArchivDer Landkreis Emsland investiert in die technische Ausstattung der Berufsbildenden Schulen in Papenburg, Meppen und Lingen. Foto: Ann-Christin Fischer/Archiv

Papenburg. Sägen, Fräsen, Drehmaschinen: Der Landkreis Emsland stellt zusätzliche Haushaltsmittel bereit, um die in Trägerschaft des Kreises befindlichen Berufsbildenden Schulen (BBS) mit gewerblich-technischen Fachrichtungen in Papenburg, Meppen und Lingen auf dem neuesten Stand der Technik zu halten.

"Die Maschinen und technischen Anlagen an unseren Berufsbildenden Schulen müssen den Anforderungen der regionalen Wirtschaft gerecht werden", machte Erster Kreisrat Martin Gerenkamp auf der Sitzung des Kreisschulausschusses im Forum der BBS Papenburg deutlich. Es gelte nach seinen Worten, sich bei der Ausstattung der Berufsbildenden Schulen am Niveau der technischen Entwicklung in Handwerk, Gewerbe und Industrie zu orientieren.

"Etliche Maschinen" aussortiert

Den Schulen müsse Gerenkamp zufolge als "bedeutender Partner" im dualen System  ermöglicht werden, den Fachkräftenachwuchs für die digitale Zukunft bestmöglich auszubilden und vorzubereiten. "Der Landkreis steht hinsichtlich der Wartung und Beschaffung erforderlicher Ausstattungsgegenstände vor großen Herausforderungen", so der Erste Kreisrat. Im Rahmen der letzten Sicherheitsüberprüfung an den BBS hätten nach seinen Worten "etliche Maschinen" aussortiert werden müssen.

Sondermittelprogramm aufgelegt

Vor diesem Hintergrund investiere der Landkreis regelmäßig in die Unterhaltung und Entwicklung der Berufsbilden Schulen im Rahmen eines Sondermittelprogramms. Die Schulen können eine priorisierte "Wunschliste" für aus dem Sondermittelprogramm zu finanzierende Projekte erstellen, die über den Kreishaushalt genehmigt würden. Diese Finanzmittel haben sich Gerenkamp zufolge in den vergangenen Jahren stetig erhöht und lagen im Haushaltsjahr 2018 bei 1,3 Millionen Euro. 

"Wir wollen unsere Berufsbildenden Schulen zu modernen Innovationszentren ausbauen und zukunftsfähig machen"Erster Kreisrat Martin Gerenkamp

Um den Digitalisierungsgedanken weiter voranzutreiben, sprach sich der Kreisrat im Februar dafür aus, diese Summe um eine weitere Million Euro auf 2,3 Millionen Euro zu erhöhen. "Wir wollen unsere Berufsbildenden Schulen zu modernen Innovationszentren ausbauen und zukunftsfähig machen", teilte der Erste Kreisrat mit. Die zusätzliche eine Million Euro soll zur Einrichtung sogenannter "smart factories" verwendet werden. Dabei handelt es sich dem Landkreis zufolge um dezentrale Lernwerkstätten, die den Schulen und deren Ausbildungspartnern die Möglichkeit bieten sollen, sich in einer modernen Umgebung aus- und fortzubilden sowie miteinander zu vernetzen. "

Industrie 4.0 und "smart factory"-Modell

Dabei sollen alle verbundenen Prozesse aus Entwicklung, Produktion und Vertrieb in Anlehnung an die realen Produktionsbedingungen und Fertigungsumgebungen digital dargestellt werden. Gerenkamp: "Wir reden dabei über die sogenannte Industrie 4.0."  Gefördert wird das "smart factory"-Modell vom niedersächsischen Wirtschafts- und Kulturministerium mit je 72.000 Euro für die drei BBS-Standorte im Emsland.

Christian Fühner von der CDU-Fraktion sieht in der zusätzlichen eine Million Euro "ein deutliches Signal, die berufliche Bildung zu stärken." Die Investition stärke nach seinen Worten das duale Ausbildungssystem und erhöhe dessen Attraktivität.


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