VHS-Projekt zu Margaretha Meinders Auf digitaler Schnitzeljagd durch Papenburg

So simpel wie effektiv: Über einen QR-Code können sich die Teilnehmer die einzelnen Geschichten aufs Smartphone laden. Foto: Micha LemmeSo simpel wie effektiv: Über einen QR-Code können sich die Teilnehmer die einzelnen Geschichten aufs Smartphone laden. Foto: Micha Lemme
Micha Lemme

Papenburg. Die Geschichte der Papenburger Kapitänsfrau Margaretha Meinders ist spannend und vielseitig zugleich – und dennoch vielen unbekannt. Die Volkshochschule (VHS) Papenburg möchte mit einem neuen Projekt, einer digitalen Schnitzeljagd, vor allem junge Menschen in die Abenteuer der tapferen Seefrau einweihen.

Eine digitale Schnitzeljagd – was ist darunter überhaupt zu verstehen? Das Konzept ist so simpel wie effektiv: An sechs verschiedenen Standorten in Papenburg gehen die Teilnehmer auf die Suche nach einem QR-Code, den sie in ihr Smartphone scannen können, ohne eine spezielle App installieren zu müssen. Daraufhin erscheint auf dem Bildschirm ein Text, ein Bild, ein Video oder man hat die Möglichkeit, einem Podcast-Einspieler zu lauschen.


Foto: Micha Lemme


Die VHS Papenburg hat diese Idee nun auf die Geschichte der Kapitänsfrau Margaretha Meinders übertragen und sorgt so für eine spannende Reise ins Jahr 1890. Damals begleitete Meinders ihren Ehemann und Kapitän Hermann auf großer Fahrt über die Weltmeere. Eine Krankheit setzte die Besatzung außer Gefecht und nötigte der tapferen Schiffsfrau eine heldenhafte Leistung ab.

 

Margaretha Meinders mit ihrer Tochter Susanne auf dem Schiff „Johanna“. Foto: Straßen erzählen/Döbber


Die Einzelheiten der Geschichte und die Tücken der Überfahrt lernen die Teilnehmer der digitalen Schnitzeljagd an den verschiedenen Stationen kennen. So ergibt sich nach und nach ein Gesamtbild, das viel über die Zeit Ende des 19. Jahrhunderts und über die Person Margaretha Meinders aussagt.

Die Schnitzeljagd-Route beginnt am Ankerdenkmal „An der Wiek“. Es folgen verschiedene Stationen in der Papenburger Innenstadt, die passend zu den inhaltlichen Aspekten der Erkundungstour ausgewählt wurden. Den Abschluss macht die „von-Velen-Anlage“ am Obenende – daher empfehlen die Organisatoren der VHS, ein Fahrrad griffbereit zu haben.


Melanie Schröder (links) und Lisa Wallesch (Fünfte von rechts) begleiteten die ersten zehn „digitalen Schnitzeljäger“. Foto: Micha Lemme


Lisa Wallesch und Melanie Schröder von der VHS Papenburg haben das Projekt in den vergangenen Monaten entwickelt. „Ich hatte zuvor schon einmal zu Margaretha Meinders recherchiert. Ab Oktober 2018 haben wir uns dann intensiv damit beschäftigt, das Projekt umzusetzen“, erklärt Wallesch. Man habe vieles mit dem Büro des Bürgermeisters sowie der Tourist-Information von Papenburg Marketing abgeklärt und auch die Partner angesprochen, die als Standort für einen QR-Code dienen. „Das lief ohne Probleme. Da waren alle sehr nett und offen“, sagt Schröder.

Zum Start des Projekts, dem sogenannten „Kick-Off“, lud die VHS zehn Schüler ein, die digitale Schnitzeljagd auszuprobieren. Und das Feedback fiel durchweg positiv aus. Zum Abschluss der Tour durften die Schüler ihr neu erlangtes Wissen in einem Test mit verschiedenen Fragen zum Thema Margaretha Meinders beweisen. 

Foto: Micha Lemme


Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) sprach Wallesch und Schröder einen gesonderten Dank aus und lobte die Idee des Projekts: „Margaretha Meinders war eine ganz besondere Papenburgerin. In der größten Not hat sie ihre Frau gestanden.“

Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (rechts) zog im Beisein von Jörg Buchholz, stellvertretender VHS-Leiter, die glückliche Siegerin. Foto: Micha Lemme


Die digitale Schnitzeljagd bleibt in 2019 nicht die einzige Aktion, die die Geschichte von Margaretha Meinders aufgreift: So organisiert „Jugenkultur Papenburg“ einen diesbezüglichen Schreibwettbewerb, das „Papenbörger Hus“ stellt eine Ausstellung unter dem Namen „Johanna“ zusammen und auch auf der Papenburger Blumenschau wird es eine Themeninsel zur Kapitänsfrau geben.


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