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Neuestes Schiff der Meyer Werft Daten und Fakten über die "Spectrum of the Seas"

Seit dem 25. Februar 2019 liegt die "Spectrum of the Seas" am Ausrüstungspier der Meyer Werft in Papenburg und kann dort von der Rheiderlandstraße aus bestaunt werden. Mitte März geht es über die Ems zur Nordsee. Foto: Gerd SchadeSeit dem 25. Februar 2019 liegt die "Spectrum of the Seas" am Ausrüstungspier der Meyer Werft in Papenburg und kann dort von der Rheiderlandstraße aus bestaunt werden. Mitte März geht es über die Ems zur Nordsee. Foto: Gerd Schade 

Papenburg. Voraussichtlich Mitte März 2019 wird die "Spectrum of the Seas", das neueste Kreuzfahrtschiff der Meyer Werft in Papenburg, über die Ems zur Nordsee überführt. Wie groß ist der Luxusliner aus dem Emsland, wie viele Passagiere kann das Schiff beherbergen und was wird den Reisenden geboten?

Am Montagabend, 25. Februar 2019, verließ die "Spectrum of the Seas" die große Baudockhalle an der Rheiderlandstraße. Um 21.22 Uhr setzte sich die "Spectrum" ganz langsam in Bewegung. Von einem kleinen Schlepper gezogen, strebte der annähernd 350 Meter lange Koloss im Rückwärtsgang Zentimeter für Zentimeter im Zeitlupentempo aus der Werfthalle. Seitdem liegt das Kreuzfahrtschiff am Ausrüstungspier und dient wieder als beliebtes Fotomotiv für Tagesausflügler oder interessierte Einheimische, die mit dem Fahrrad vorbeischauen. Am Ausrüstungspier lief der Ausbau des Schiffes ungebremst weiter; an Bord, aber auch außen war noch einiges zu erledigen. Nach Angaben der Werft waren zuletzt täglich etwa 2200 Menschen auf dem Luxusliner beschäftigt, um es "ablieferfertig" zu machen. Beispielsweise war der Außenanstrich an dem Ozeanriesen noch nicht überall fertig.

Gebaut würde die "Spectrum of the Seas" für die US-amerikanische Reederei Royal Caribbean International (RCI). Sie wird unter der Flagge der Bahamas fahren. Die Jungfernfahrt soll ab dem 18. April von Barcelona nach Dubai führen. Wenige Tage zuvor ist die Übergabezeremonie geplant.

Platz für 4184 Passagiere

Die „Spectrum of the Seas“ ist 347 Meter lang, 41 Meter breit und wird nach Angaben der Meyer Werft exakt 4184 Passagieren Platz bieten. Das Schiff zählt 18 Decks. Zum Vergleich: Die im Herbst abgelieferte "AIDAnova" verfügt über 20 Decks, 2626 Kabinen und fasst rund 6600 Passagiere. Die "Spectrum" ist also ein Stückchen kleiner als die "Nova". Anders als die "AIDAnova", die mit umweltfreundlichem Flüssiggas (LNG) betrieben wird, kann die „Spectrum of the Seas“ nur mit herkömmlichen Marinediesel und Schweröl angetrieben werden. Ein sogenannter "Scrubber" sorgt für eine Reinigung der Abgase.

Konzipiert wurde die „Spectrum of the Seas“ für den asiatischen Markt und soll in diesem Jahr in erster Linie für Kurz-Kreuzfahrten zwischen China und Japan eingesetzt werden. Heimathafen wird zunächst Schanghai sein. Von dort aus soll ab Juni 2019 die erste Saison starten.

Technische Daten "Spectrum of the Seas"

Technische Daten "Spectrum of the Seas"
Werft: Meyer Werft, Papenburg (Deutschland)
Kiellegung: 8. November 2017 (auf Neptun Werft Rostock-Warnemünde)
Indienststellung: voraussichtlich Mitte April 2019
Länge: 347 Meter
Breite: 41 Meter
Bruttoraumzahl: 168.666
Decks: 18
Passagiere maximal: 4184
Restaurants: 18

An Bord gibt es insgesamt 18 Restaurants. Eine der Besonderheiten an Bord der "Spectrum" ist eine Bar, an der Passagiere ihre Cocktails nicht von einem Barkeeper gemischt und serviert bekommen, sondern von einem Roboter, der die Getränke mixt (Bionic Bar). Bislang einzigartig ist nach Angaben der Papenburger Schiffbauer ein sogenannter „Bungee-Dome“. Mit Spezialbrillen wird eine "virtuelle Realität (Virtual Reality) erzeugt, die Schiffsreisenden können also auf großen Trampolinen in eine künstlich erzeugte Realität eintauchen. Wer das Schiff von außen betrachtet, kann den "Sky Pad", wie RCI die Attraktion nennt, als gelbe Kugel gut erkennen. 

Nervenkitzel verspricht auch der Fallschirmsprung-Simulator „Ripcord by iFly“. Nach Angaben der Reederei das bisher größte überdachte Sport- und Unterhaltungskomplex auf See ist das „SeaPlex“ mit Autoscooter und Roller-Skating und Basketballfeld. 


Wie auf zwei ebenfalls auf der Meyer Werft gebauten Schwesterschiffen gibt es auf dem Oberdeck eine Aussichtsgondel („North Star“), die Besucher etwa rund 91 Meter über dem Meeresspiegel schweben lässt und einen "atemberaubenden Rundumblick" bietet, wie die Reederei wirbt. Außerdem finden Passagiere einen Surf-Simulator, der ebenfalls nicht zum ersten Mal von der Meyer Werft auf einem Kreuzfahrtschiff installiert wurde. Speziell auf die Bedürfnisse von Kindern ausgerichtet ist das "Splashaway Café" beim Kinderpoolbereich.

Was bedeutet Smart-Ship?

Nach Angaben der Werft gehört die „Spectrum of the Seas“ zur Kategorie der sogenannten Smart-Ships. Das bedeutet, dass sie den Passagieren unter anderem hohe Internetgeschwindigkeiten wie an Land, Gepäck-Tracking in Echtzeit und Boardingzeiten von lediglich zehn Minuten bieten. Wer es luxuriös und geräumig mag, kann auf der "Spectrum" eine zweistöckige "Ultimate Family Suite" mit Platz für bis zu elf Gäste buchen. Dafür erhält man drei Schlafzimmer. Für Kinder gibt es einen eigenen Raum auf der oberen Ebene mit einer Rutsche, die sie in den darunterliegenden Wohnbereich bringt. 

Die ähnlichen Schwesterschiffe "Quantum of the Seas", "Anthem of the Seas" und "Ovation of the Seas" wurden der Werft zufolge im Herbst 2014, im Frühjahr 2015 und im Frühjahr 2016 an die Reederei RCI abgeliefert.


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