Projekt von Kunst- und Volkshochschule Geflüchtete sollen in Papenburg über die Kunst zur Sprache finden

Mit Freude, Elan und viel Konzentration sind die Teilnehmer des Workshops bei der Sache. Foto: Micha LemmeMit Freude, Elan und viel Konzentration sind die Teilnehmer des Workshops bei der Sache. Foto: Micha Lemme
Micha Lemme

Papenburg. Eine Kooperation der Volkshochschule (VHS) Papenburg und der Kunstschule Zinnober ermöglicht es Geflüchteten, sich über künstlerische und kulturelle Workshops der deutschen Sprache anzunähern. Den Teilnehmern soll so über neun Monate hinweg ein Zugang zu gesellschaftlicher Teilhabe eröffnet werden.

„Es macht richtig Spaß. Und es gibt uns neue Erfahrungen“, freuten sich die Teilnehmer des Keramik-Workshops, der an der Kunstschule Zinnober im Forum Alte Werft stattfand. Auf dem Programm stand die Herstellung einer Schale mit Sockel. Aus den Gesichtern der Geflüchteten, die unter anderem aus Syrien, Afghanistan und Somalia stammen, sprachen die Freude an der handwerklichen Tätigkeit und die Motivation, Neues entdecken zu können.

An Werkzeugen darf es beim Töpfern gewiss nicht mangeln. Foto: Micha Lemme

27 Personen im Alter von 17 bis 50 nehmen derzeit am Kurs der VHS teil, der in Zusammenarbeit mit der Kunstschule Zinnober sowohl theoretische als auch praktische Inhalte vermittelt. „Sprachkurs zur Förderung gesellschaftlicher/kultureller Teilhabe“ nennen die Bildungseinrichtungen ihr Projekt. „Es wird über neun Monate laufen. An der VHS wird den Geflüchteten Sprachunterricht gegeben und die Festigung der Sprache erfolgt dann in den praktischen Workshops“, erklärte Nesrin Cicek, Projektverantwortliche bei der VHS. 

Foto: Micha Lemme

Dreimal wöchentlich lernen die Geflüchteten an der VHS, einmal pro Woche folgt die künstlerische Praxis. Auf den ersten Themenblock zur Keramik in Papenburg folgen am Standort Werlte ein Zendoodle-Workshop, eine Druckwerkstatt und ein Kurs zur Fotografie und Malerei.

„Man lernt hier in der Praxis, mit Händen und mit Worten umzugehen“, lobte Workshop-Leiterin Margot Austermann die kooperative Idee des Projekts.

Die helfende Hand von Workshop-Leiterin Margot Austermann (links) ist hier und da von Nöten. Foto: Micha Lemme

Die Kommunikation mit den Teilnehmern stellte sie als Entwicklungs- und Lernprozess dar: „Ich habe Hände, Füße und ich habe Worte. Und ich benutze die Worte immer wieder, bis sie verstehen, was ich damit meine.“ Man müsse Worte siebenmal wiederholen, damit sie sich wirklich einprägen könnten, so Austermann.

„Die Kombination zwischen Hand und Kopf ist einfach super“, stellte auch Petra Wendholz, Leiterin der Kunstschule, die Vorzüge des Projekt heraus. „Hier können die Teilnehmer mit allen Sinnen erleben.“


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