Angeklagte ist verstorben Papenburg: Verfahren gegen Ex-Vorsitzende eines Tierschutzvereins beendet

Ursprünglich sollte der Prozess am Amtsgericht Papenburg gegen die Angeklagte Anfang Februar beginnen. Der Termin war verschoben worden, weil die Frau nicht reise- und vernehmungsfähig war. Foto: Nina Brinkmann/ArchivUrsprünglich sollte der Prozess am Amtsgericht Papenburg gegen die Angeklagte Anfang Februar beginnen. Der Termin war verschoben worden, weil die Frau nicht reise- und vernehmungsfähig war. Foto: Nina Brinkmann/Archiv

Papenburg. Das Verfahren gegen eine frühere Vorsitzende eines Tierschutzvereins und Leiterin eines Tierheims im nördlichen Emsland ist beendet worden. Das bestätigte der Direktor des Amtsgericht Papenburg, Gerhard Többen, auf Anfrage.

Der Grund für das Ende des Verfahrens: Die Angeklagte sei zwischenzeitlich verstorben, bestätigte Többen entsprechende Informationen unserer Redaktion. "Strafverfahren enden mit dem Tod des Angeklagten beziehungsweise werden förmlich laut Strafprozessordnung eingestellt", erklärte der Jurist. Die Akte befinde sich bereits auf dem Rückweg zur Staatsanwaltschaft.

Der ehemaligen Tierheim-Leiterin war wie berichtet laut Anklageschrift vorgeworfen worden, einen Katzenbesitzer betrogen und erpresst zu haben. Dem Emsländer soll sie zwischen Dezember 2016 und Januar 2017 insgesamt viermal gedroht haben, seine Katze nicht weiter zu pflegen und verenden zu lassen, wenn er nicht Geld zahle. Der Mann soll dann tatsächlich in vier Tranchen insgesamt rund 5000 Euro gezahlt haben. Das Geld soll dann aber nicht zweckgebunden für die Pflege der Katze, sondern größtenteils von der Angeklagten für andere Dinge verwendet worden sein.

In einem zweiten Fall, der sich im Mai 2017 ereignet haben soll, soll der Geschädigte eine private Rechnung für einen privaten Pflegedienst über rund 7000 Euro für die Angeklagte beglichen haben. Dabei soll der Angeklagten bewusst gewesen sein, dass sie die Summe nicht zurückzahlen könne. Für Montag, 4. Februar 2019 war ein Termin am Amtsgericht anberaumt worden, der verschoben wurde, weil die Angeklagte nicht reise- und vernehmungsfähig war.

Der Kläger will nach Informationen unserer Redaktion nun im Rahmen eines Zivilverfahrens versuchen, die in Rede stehenden rund 13.000 Euro von den Rechtsnachfolgern der Verstorbenen oder dem Tierschutz-Verein einzuklagen.


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