Fall am Amtsgericht Papenburg Diebstahl-Verhandlung geht in die dritte Runde

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Auch am zweiten Verhandlungstag konnte am Amtsgericht Papenburg noch kein Urteil in einem Diebstahl-Prozess gesprochen werden. Foto: Maike PlaggenborgAuch am zweiten Verhandlungstag konnte am Amtsgericht Papenburg noch kein Urteil in einem Diebstahl-Prozess gesprochen werden. Foto: Maike Plaggenborg

Papenburg. Ein Verfahren gegen einen 40-jährigen Mann wegen räuberischen Diebstahls ist am Amtsgericht Papenburg ein zweites Mal unterbrochen worden und wird am 28. Februar fortgesetzt. Ein psychiatrisches Gutachten soll klären, ob der Angeklagte zum Strafzeitpunkt voll schuldfähig war.

Der aus dem süddeutschen Raum stammende Angeklagte muss sich wegen vierfachen Diebstahls vor dem Schöffengericht verantworten. Die Taten soll er im Herbst 2017 im nördlichen Emsland begangen haben. In allen vier Fällen gestand er, Waren in einem Gesamtwert von etwa 280 Euro aus Verbrauchermärkten gestohlen zu haben, um durch Verkaufsgeschäfte seinen Drogenkonsum finanzieren zu können. 

Ob er aufgrund der Drogenabhängigkeit zum Tatzeitpunkt voll schuldfähig war, soll nun ein psychiatrisches Gutachten klären. Die Initiative für die Beantragung dieses Gutachtens ging von der Staatsanwaltschaft aus. Amtsrichter Gerhard Többen unterbrach die Verhandlung und ordnete das Gutachten an. Schon im vergangenen Jahr war der Angeklagte wegen Diebstahls zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sieben Monaten verurteilt worden.

Zivilcourage der Zeugin

Drei der vier Vergehen, mit denen sich das Amtsgericht Papenburg beschäftigt, hatte der Angeklagte bereits am ersten Verhandlungstag im Januar vollumfänglich gestanden. Im vierten Fall ist nach wie vor ungeklärt, ob es sich um einen räuberischen Diebstahl handelt. Dieser läge vor, wenn Gewalt angewendet wurde.

Dem 40-Jährigen wurde in der Anklage vorgeworfen, eine junge Frau umgestoßen zu haben, die ihn an seiner Flucht auf dem Fahrrad hindern wollte. Nach dem Diebstahl in einem Drogeriemarkt war das Alarmsignal des Geschäfts ertönt und die Frau dem Flüchtigen hinterhergeeilt. Sie erreichte das Fahrrad, kam zu Fall und verletzte sich leicht am Rücken.

Gab es einen Stoß?

Den Diebstahl gestand der Angeklagte, betonte jedoch, die Frau nicht berührt zu haben. „Sie hat sich am Gepäckträger festgehalten und ist umgefallen, weil ich so viel Schwung hatte“, so der Mann. Die beteiligte Frau sowie eine weitere Zeugin sagten hingegen aus, dass es einen Stoß des Angeklagten gegeben habe, der die Frau stürzen ließ.

Am ersten Verhandlungstag war die Hauptzeugin der Verhandlung noch ferngeblieben. Daraufhin war der zweite Termin angesetzt worden. Zu einem Urteil kam es aber auch am zweiten Tag nicht: Die Schuldfähigkeit des Angeklagten zum Tatzeitpunkt soll zuvor durch ein psychiatrisches Gutachten geklärt werden.

Psychiatrisches Gutachten wird abgewartet

Auf Grundlage des Gutachtens von einem Sachverständigen soll darüber entschieden werden, ob und wie lange der Angeklagte seine Gesamtstrafe in einer behandelnden Einrichtung verbüßt. Die Staatsanwaltschaft griff die Thematik erst am zweiten Verhandlungstag auf. Zuvor war die Schuldfähigkeit des Angeklagten nicht angezweifelt worden. 


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