Finanznot und Fachkräftemangel Hospitäler in Papenburg und Sögel teilen Sorge der Krankenhausgesellschaft

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Finanznot und Fachkräftemangel: Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft sieht für 2019 weiterhin mehr als die Hälfte der 172 Kliniken im Land in ihrer Existenz bedroht. Symbolfoto: imago/blickwinkelFinanznot und Fachkräftemangel: Die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft sieht für 2019 weiterhin mehr als die Hälfte der 172 Kliniken im Land in ihrer Existenz bedroht. Symbolfoto: imago/blickwinkel

Papenburg/Sögel . In Niedersachsen gibt es mehr als 170 Kliniken. Über die Hälfte davon sieht die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) in ihrer Existenz bedroht. Grund sind Finanznot und Fachkräftemangel. Auch die Krankenhäuser in Papenburg und Sögel stehen vor Herausforderungen, profitieren aber von dem Verbund unter dem Dach der Lingener Bonifatius-Hospitalgesellschaft.

Die neue Geschäftsführerin des Marien-Hospitals in Papenburg, Veronika von Manowski, teilt die Einschätzung der NKG, „dass nur noch wenige Krankenhäuser überhaupt in der Lage sind, Überschüsse zu erwirtschaften“. Auch das Marien-Hospital prognostiziere für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 ein negatives Ergebnis. „Durch Vakanzen im ärztlichen Personal konnten die Leistungsziele nicht ganz erreicht werden“, erklärt von Manowski. Hinzu kämen Kostensteigerungen durch den Einsatz von Honorarärzten. Letztere seien 2018 als Ausgleich zu nicht besetzten Arztstellen und als Urlaubsvertretung punktuell eingesetzt worden. 

Verbund mit vier Krankenhäusern

„In bestimmten Fachrichtungen ist es schwierig, zusätzliche Ärzte zu gewinnen. Um die wenigen Ärzte bemühen sich dann auch große Krankenhäuser der Maximalversorgung, und kleinere Krankenhäuser im Emsland gehen leider leer aus“, erläutert die Hospital-Geschäftsführerin. Es hätten „enorme Anstrengungen zur Personalgewinnung“ unternommen werden müssen, um für 2019 Nachbesetzungen hinzubekommen. „Dabei haben die Verbundkrankenhäuser unterstützt.“ Den Verbund bilden die Hospitäler in Papenburg und Sögel mit dem Bonifatius-Hospital (Lingen) und dem Borromäus-Hospital (Leer).

Alle Arztstellen besetzt

Wie von Manowski weiter ausführt, sind mit Beginn dieses Jahres fast alle Arztstellen im Marien-Hospital Papenburg-Aschendorf besetzt – „und das vor dem Hintergrund einer Aufstockung von zehn zusätzlichen Stellen im Arztdienst“. Neuen Ärzten stünde im Marien-Hospital eine Personalreferentin bei allen Fragen unterstützend zur Verfügung.

Stellen im Pflegedienst offen

Im Pflegedienst würden derweil alle Anstrengungen unternommen, um die derzeit offenen Stellen zu besetzen. Für dieses Jahr ist laut von Manowski, analog zu den Ärzten, eine Stellenausweitung vorgesehen. „Honorarkräfte wurden hier bislang aber nicht eingesetzt. Durch unsere Schule für Gesundheits- und Krankenpflege/ Kinderkrankenpflege besteht ein enger Bezug zu Nachwuchskräften, sodass hier aktiv eine Nachwuchsgewinnung stattfindet.“

Niedriger Basisfallwert

Beide Hospitäler beklagen einen „im Bundesvergleich sehr niedrigen Basisfallwert“ in Niedersachsen. Der Wert bildet die Grundlage für die Vergütung von Krankenhausleistungen. Eine Sprecherin des Hümmling-Hospitals unterstreicht im Übrigen die Aussagen von Manowskis. Überdies hebt sie hervor, dass es einer Klinik der Grund- und Regelversorgung auf dem Land aufgrund der aktuellen Rahmenbedingungen wie dem Basisfallwert nicht möglich sei, entsprechend hohe Deckungsbeiträge zu erwirtschaften, um beispielsweise Rücklagen für größere Baumaßnahmen zu bilden.

Fachkräftemangel deutlich spürbar

Auch sei der Fachkräftemangel im ländlichen Bereich deutlich spürbar. Karrieremöglichkeiten würden durch die Zusammenarbeit mit der Hospitalgesellschaft geboten. Auf Honorarärzte greift das Krankenhaus in Sögel der Sprecherin zufolge situationsbedingt wie beispielsweise in Urlaubszeiten zurück. Mit Fachärzten der Region bestehe eine oft langjährige Zusammenarbeit auf Honorarbasis. Aktuell seien alle Stellen im ärztlichen Dienst besetzt.


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