Zwei Jahre Haft auf Bewährung Amtsgericht Papenburg verurteilt 59-jährigen Drogendealer

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Drogengeschäfte: In 34 Fällen handelte der 59-Jährige mit Marihuana. Symbolfoto: dpaDrogengeschäfte: In 34 Fällen handelte der 59-Jährige mit Marihuana. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Das Amtsgericht Papenburg hat einen 59-jährigen Mann aus dem nördlichen Emsland zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte in 34 Fällen mit Marihuana gehandelt und die Drogen auch an Minderjährige verkauft hatte.

Der Beschuldigte räumte die Taten in der Hauptverhandlung am Mittwoch vor dem Schöffengericht unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Többen ein. Der Anklage zufolge hatte der 59-Jährige im Zeitraum von Mai 2017 bis März 2018 in 34 Fällen vorsätzlich und gewerbsmäßig Handel mit Marihuana getrieben. In 30 Fällen erfolgte die Abgabe der Drogen an Minderjährige.

In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Osnabrück waren sowohl der Mann als auch sein 19-jähriger Sohn für den gewerbsmäßigen Handel mit Betäubungsmitteln angeklagt worden. Der Sohn war aufgrund gesundheitlicher Probleme jedoch nicht in der Lage, der Gerichtsverhandlung beizuwohnen. Das Verfahren gegen ihn wurde abgetrennt und soll zu einem späteren Zeitpunkt gesondert verhandelt werden.

Geständnis nach belastenden Zeugenaussagen

Zu Beginn der Verhandlung stritt der Beschuldigte den Großteil der Anklagepunkte noch ab. Nach den Aussagen von fünf Zeugen entschied er sich in Absprache mit seinem Verteidiger jedoch zu einem Geständnis. Als Zeuge trat auch der Jugendliche auf, dem der Angeklagte in 30 Fällen Marihuana zu geringen Mengen verkauft hatte. Zunächst hatte der Angeklagte behauptet, die Drogen hauptsächlich als Schmerzmittel für den Eigenbedarf genutzt zu haben.

Vor allem die Aussage des damals Minderjährigen sowie die Ausführungen eines weiteren Zeugen waren stichhaltig und belastend und führten dazu, dass sich der Angeklagte kurz vor Schließung der Beweisaufnahme zu einem Geständnis entschloss. Die beiden genannten Zeugen versicherten darüber hinaus, dass auch der Sohn des Angeklagten bei einer Vielzahl der Taten anwesend gewesen sei.

Richter Többen kritisiert „Totalversagen als Vater“

„Ich bin einfach mit meinem Geld nicht hingekommen. Es tut mir leid, ich habe mir nicht mehr zu helfen gewusst“, erklärte der Angeklagte. Aufgrund seines bis dahin straffreien Lebens, seiner geständigen Erklärung sowie der Tatsache, dass er nur mit geringen Mengen handelte, entschied sich das Gericht für eine  Bewährungsstrafe. Zudem wurden dem 59-Jährigen 150 Stunden gemeinnützige Arbeit auferlegt.

„Sie haben schwere Schuld auf sich geladen“, sagte Többen. Er tadelte den Angeklagten dafür, seinen eigenen Sohn in die Sache mit hineingezogen zu haben und betonte: „Das ist ein Totalversagen in ihrer Rolle als Vater. Das muss ich Ihnen sagen.“



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