Anlaufstelle für Hilfesuchende „Paritätischer“ öffnet neue Zweigstelle in Papenburg

In der neuen Zweigstelle Papenburg des Paritätischen am Hauptkanal wird Beraterin Manuela Feldmann tätig sein. Foto: Susanne Risius-HartwigIn der neuen Zweigstelle Papenburg des Paritätischen am Hauptkanal wird Beraterin Manuela Feldmann tätig sein. Foto: Susanne Risius-Hartwig

Papenburg. Die Kontakt- und Beratungsstelle für Selbsthilfe (KoBS) des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes im Emsland in Meppen gibt es schon seit 1992. Zum 1. Februar öffnet in Papenburg am Hauptkanal links 78 eine Zweigstelle.

Am Eröffnungstag freut sich die pädagogische Mitarbeiterin Manuela Feldmann in der Zeit von 11 bis 14 Uhr auf alle Interessierten, die sich informieren und die Räume besichtigen möchten. In der Woche danach startet die gelernte Gesundheits- und Krankenpflegerin mit einem Bachelor in Psychologie das Beratungsangebot.

Beratung kostenlos

Eine offene Sprechstunde ist jeden Dienstag von 14 bis 18 Uhr geplant und donnerstags von 9 bis 14 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr. „Wer es ruhiger haben möchte als in der öffentlichen Sprechstunde, in der eventuell jemand hereinkommt oder das Telefon klingelt, kann telefonisch einen individuellen Termin auch außerhalb dieser Zeiten vereinbaren,“ rät Feldmann. Erreichbar ist sie unter der Telefon-Nummer 0 49 61/9 82 18 14 oder über die E-Mail-Adresse kontakt@selbsthilfe-emsland.de. Die Beratung ist grundsätzlich kostenlos.

Der Paritätische Wohlfahrtsverband ist überkonfessionell und parteipolitisch ungebunden. Mit der Beratungsstelle sollen lange Wege nach Meppen vermieden werden und auch eine wohnortnahe Anlaufstelle für das nördliche Emsland sowie das angrenzende Rheiderland und Westoverledingen geboten werden.

Räume barrierefrei

Ansprechen möchte Manuela Feldmann alle Menschen, die als Betroffene oder Angehörige an einer körperlichen oder seelischen Erkrankung leiden oder sich in einer sehr schwierigen Lebenssituation befinden. In einer Selbsthilfegruppe werden Informationen und Erfahrungen ausgetauscht, Menschen unterstützen sich gegenseitig und suchen gemeinsam nach neuen Wegen, um mit ihrer Erkrankung oder ihrem Problem eigenverantwortlich und selbstbestimmt umzugehen.

Ob es eine Gruppe „Frauen nach Brustkrebs“ ist oder Trauernde, die sich zusammenfinden, vieles ist denkbar und die Treffen sind in der Gründungsphase im kleinen Gruppenraum am Hauptkanal möglich. „Wir haben Platz für etwa zehn Personen und es besteht die Möglichkeit, sich einen Kaffee oder Tee zuzubereiten,“ berichtet die Beraterin. Der Zugang zu den Räumen ist barrierefrei.

Interesse anmelden

Ob pflegende Angehörige, Menschen mit Depressionen oder eine Diabetesgruppe, wer einen Bedarf für eine Selbsthilfegruppe hat, kann sich informieren, ob es eine solche Gruppe vielleicht schon gibt und Kontakt aufnehmen. Wenn es diese Gruppe noch nicht gibt, möchte Feldmann die Gründung unterstützend begleiten. Das bedeutet, zu erkunden, ob das Thema auch für andere relevant ist, wie die Öffentlichkeit informiert wird und weitere Interessenten gefunden werden. „Gemeinsam können wir Strategien entwickeln“, verdeutlicht die pädagogische Mitarbeiterin. Fühlt sich der Interessent nicht in der Lage, dies allein zu bewältigen, gibt es noch das Konzept der „In-Gang-Setzer“. Das sind ehrenamtliche, speziell geschulte Mitarbeiter, die eine Gruppengründung ebenfalls unterstützen können.

Vorträge und Information

Der Paritätische will aber auch Kontakte ermöglichen, beraten und beispielsweise durch Vorträge informieren. In Meppen gibt es zum Beispiel am 6. Februar einen Vortrag zum Thema Hochsensibilität. „Denkbar wäre, so etwas auch nach Papenburg zu holen. Oder jemanden, der ein Buch über seine Erkrankung geschrieben hat für eine Lesung einzuladen,“ veranschaulicht Beraterin Manuela Feldmann.


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