Für alle Branchen Papenburger Unternehmer auf Suche nach Arbeitern in Osteuropa

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Auf Arbeitersuche in Osteuropa: Mit seinem neuen Unternehmen ist Sascha Kleinhaus mit Büros in Polen und Ungarn vertreten. Foto: Christian BellingAuf Arbeitersuche in Osteuropa: Mit seinem neuen Unternehmen ist Sascha Kleinhaus mit Büros in Polen und Ungarn vertreten. Foto: Christian Belling

Papenburg. Händeringend wird derzeit in fast allen Branchen nach Arbeitskräften gesucht. Diese will Sascha Kleinhaus, Unternehmer aus Papenburg, mit seiner neu gegründeten Gesellschaft Betrieben in der Region vermitteln – und setzt den Fokus dabei auf Arbeiter aus Ungarn, Polen und Rumänien. Lohnenswert wird dies für ihn nach eigenen Angaben erst zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt.

Mit "Plan P" hat der gelernte Garten- und Landschaftsbauer eine eigenständige Gesellschaft unter dem Dach der Kleinhaus-Gruppe gegründet, die zu Jahresbeginn ihre Arbeit aufgenommen hat. "Die Personalvermittlung im Garten- und Landschafts- sowie im Straßenbau gehört schon seit Jahren zu unserem Kerngeschäft", berichtet der 41-Jährige im Gespräch mit unserer Redaktion. "Jetzt wollen wir auch andere Branchen bedienen." Damit meint er gleichermaßen das Handwerk, den Pflegebereich, die Gastronomie oder die Industrie.

Eine Provision bekommt „Plan P“ laut Kleinhaus für diese Leistung nicht. „Ich muss ordentlich in Vorleistung treten.“ Bei der angestrebten festen Übernahme in den Betrieb wird allerdings eine Entschädigung fällig.

Eigene Büros in Warschau und Budapest

Bei der Suche nach Arbeitskräften legt das mehrsprachig aufgestellte "Plan P"-Team den Fokus besonders auf den osteuropäischen Bereich. Seit drei Jahren unterhält Kleinhaus eigene Büros mit eigenem Personal in Budapest und Warschau, um vor Ort präsent zu sein. "Unserer interkulturelle Erfahrung hilft uns bei der Arbeit", so Kleinhaus. Aktiv würden dort potenzielle Arbeitskräfte angeworben und eine Vermittlung in den deutschen Markt in Aussicht gestellt. Wer bereits in Deutschland lebt und Interesse an einer Beschäftigung hat, kann sich auch im Papenburger Büro melden.

Mehrsprachig aufgestellt ist Bewerbermanagementsystem von "Plan P". Foto/Screenshot: Christian Belling

Doch bevor es zu einer Vermittlung kommt, stehe eine intensive Auseinandersetzung mit dem Bewerber an. Ein in den vergangenen Monaten erarbeitetes und mehrsprachig aufgestelltes Bewerbermanagementsystem erfasst die persönlichen Daten ebenso wie den angegebenen Ausbildungsgrad. "Diese werden natürlich auf Richtigkeit geprüft", erklärt Kleinhaus. Von Bedeutung seien dabei unter anderem Sprachkenntnisse, Führerschein oder bereits vorhandene Auslandserfahrungen. Ist dieses Verfahren abgeschlossen, werde der Bewerber einer geeigneten Branche zugeordnet.

Vorstellungsgespräch via Skype

Darüber hinaus führt das "Plan P"-Team in Papenburg ein Telefoninterview sowie ein Vorstellungsgespräch via Skype oder WhatsApp mit dem Bewerber. Kleinhaus: "Dabei können wir schon viel über den Menschen in Erfahrung bringen. Hat er sich auf das Gespräch vorbereitet? Findet dies zur vereinbarten Zeit statt? Oder wird das Gespräch irgendwo zwischen Tür und Angel geführt?" Verläuft die Abarbeitung der Bewerbung erfolgreich, folgt die Einstellung des Bewerbers. Bei der Anmeldung zur Kranken- oder Sozialversicherung ist das Unternehmen dabei ebenso behilflich wie bei der Bereitstellung von Wohnraum. "Oft organisieren sich die Ungarn, Rumänen oder Polen aber selbst", erzählt der 41-Jährige, der vor rund drei Jahren das Ziel verfolgte, auf seinem Firmengelände am Burenweg mehrere Unterkünfte für seine Arbeitnehmer zu bauen. Nach kontroversen Diskussionen in der Politik sowie der Bevölkerung zog er das Vorhaben ein halbes Jahr später zurück.

"Das ist eine saubere Lösung"Sascha Kleinhaus, der Unternehmer zum Modell der Arbeitnehmerüberlassung

Sind die Bewerberinteressen und die Anforderungen an die zu besetzende Stelle zusammengeführt, erfolge die Kontaktaufnahme mit dem interessierten Betrieb, der im Vorfeld seinen Bedarf angemeldet hat. In Form einer Arbeitnehmerüberlassung werde die Tätigkeit in der Firma aufgenommen. "Das ist eine saubere Lösung", betont Kleinhaus. Der Betrieb habe dann über mehrere Monate die Möglichkeit, die neue Arbeitskraft kennenzulernen und auf Eignung zu prüfen. 

Abgrenzung zur Werkvertragsarbeit

In einen Topf mit der Werkvertragsarbeit will Kleinhaus mit seinem Geschäftsmodell dabei nicht geschmissen werden. "Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Die Arbeitnehmerüberlassung ist streng reglementiert." Löhne werden tarifgebunden gezahlt. Zudem gebe es Auslöse oder eine Winterbau-Umlage. "Unter einem Stundenlohn von zehn Euro geht nichts. Je nach Kenntnisse kommt häufig sogar was dazu." 

Für Kleinhaus ist es eine Chance, von der am Ende alle profitieren könnten. Auf der einen Seite der Mitarbeiter, der sich bewähren kann und die Gelegenheit für ein direktes Beschäftigungsverhältnis im Entleihbetrieb bekommt, auf der anderen Seite der Betrieb, der einen Impuls zur Lösung seiner Personalbetriebe erhält. Das Interesse sei auf beiden Seiten groß.   

"Der Osteuropäer kommt nicht mehr fürs schnelle Geld. Und bringt er einige Kenntnisse mit, kann er sich aussuchen, in welchem Unternehmen er arbeiten möchte"Sascha Kleinhaus

Der Unternehmer macht aber auch deutlich, dass für den gewünschten Erfolg in vielen Betrieben ein Umdenken erforderlich ist. "Der Osteuropäer kommt nicht mehr fürs schnelle Geld. Und bringt er einige Kenntnisse mit, kann er sich aussuchen, in welchem Unternehmen er arbeiten möchte." Kleinhaus macht sich dafür stark, dass sich die Betriebe auf den neuen Mitarbeiter einlassen und ihn mit einzubeziehen. In der Zeit der Arbeiternehmerüberlassung kümmert sich zudem noch ein "Plan P"-Mitarbeiter um die Belange des neuen Mitarbeiters und unterstützt ihn bei der Akklimatisierung.

Eines stellt Kleinhaus bei dem Bemühen um die Vermittlung von Arbeitskräften noch klar. "Es geht uns dabei nicht um den schnellen und kurzfristigen Arbeiter. Auch können wir keine fertigen Facharbeiter liefern. Wir wollen junge Menschen in Fahrt bringen, die in den Betrieben ihr Potenzial erweitern."


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