HÖB wird umgebaut und erweitert Startschuss für Vier-Millionen-Euro-Projekt in Papenburg

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Den Plan für den Anbau präsentieren (v. l.) Pascal Albers, Thomas Südbeck, Hermann Wessels, Gerd Janssen, Ursula Mersmann, Wilfried Terhalle (HÖB-Haustechnik), Heribert Kleene, Frank Osteresch (Bauunternehmen Kreutzjans), Martin Gerenkamp, Gerhard Hermes (Landkreis), Heinrich Hövelmann und Jens Eilers (Architekturbüro Janssen). Foto: Gerd SchadeDen Plan für den Anbau präsentieren (v. l.) Pascal Albers, Thomas Südbeck, Hermann Wessels, Gerd Janssen, Ursula Mersmann, Wilfried Terhalle (HÖB-Haustechnik), Heribert Kleene, Frank Osteresch (Bauunternehmen Kreutzjans), Martin Gerenkamp, Gerhard Hermes (Landkreis), Heinrich Hövelmann und Jens Eilers (Architekturbüro Janssen). Foto: Gerd Schade

Papenburg. Für rund vier Millionen Euro wird die Historisch-Ökologische Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg umgebaut und erweitert. Am Montag fiel der offizielle Startschuss für das Projekt, das in zwei Bauabschnitten realisiert und in gut zwei Jahren abgeschlossen sein soll.

„Auf diesen Tag haben wir schon lange gewartet“, sagte die HÖB-Vorsitzende Ursula Mersmann. „Es ist echt nötig, dass wir jetzt beginnen, damit wir einen weiteren Schritt in eine gute Zukunft gehen können.“

Spitzenreiter in Niedersachsen

Dass auch die Gegenwart aus Sicht der HÖB ansehnlich ist, machte deren Leiter Thomas Südbeck deutlich. Mit jährlich mehr als 35.000 Teilnehmertagen, 23.000 Übernachtungen und 12.000 Gästen sei die HÖB Spitzenreiter unter den 23 Heimvolkshochschulen in Niedersachsen. „Darauf sind wir stolz“, meinte Südbeck. Das stetige Wachstum der Einrichtung, die in den 1980er-Jahren aus einer vom Papenburger Ehrenbürgermeister und HÖB-Ehrenmitglied Heinrich Hövelmann angeschobenen Beschäftigungsinitiative für Langzeitarbeitslose entstanden ist, habe das Haus nun jedoch an seine Kapazitätsgrenzen gebracht. Ob Küche, Verwaltung oder Haustechnik: „Wir platzen aus allen Nähten“, sagte Südbeck.

Allein 500.000 Euro für Brandschutz 

Hinzu komme aufgrund geänderter Vorschriften beispielsweise in den Bereichen Hygiene, Brandschutz und Arbeitssicherheit weiterer Handlungsbedarf. Allein für den Brandschutz würden etwa 500.000 Euro fällig. „Wir wollen die Grundlage dafür schaffen, unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen zu können“, sagte Südbeck. Dazu gehöre nicht zuletzt eine attraktive Lernatmosphäre.

400 Quadratmeter zusätzliche Nutzfläche

Im ersten Bauabschnitt entsteht ein Anbau – und zwar an der Stelle, an der bereits vor mehr als einem Jahr zwei Ferienhäuser abgerissen wurden. In dem Trakt sind unter anderem neue Seminar- und Aufenthaltsräume, Übernachtungszimmer, Umkleiden und eine Werkstatt geplant. Nach Angaben von Architekt Gerd Janssen (Westoverledingen) entstehen durch den Anbau zusätzliche 400 Quadratmeter Nutzfläche.

Nicht mehr über Koffer stolpern

Der zweite Abschnitt betrifft im Wesentlichen einen Umbau des Haupteingangsbereiches (Rezeption), Küche und Lager. Im Eingangsbereich sei es derzeit zeitweise so eng, „dass man über die Koffer der an- oder abreisenden Gäste stolpert“, sagte Südbeck.

"Operation am offenen Herzen"

Der Umbau der Küche bei laufendem Betrieb werde die HÖB vor eine besondere Herausforderung stellen. Südbeck verglich sie mit einer „Operation am offenen Herzen“. Man werde voraussichtlich für etwa drei Monate auf eine Feldküche zurückgreifen. Gleichwohl zeigte sich der HÖB-Leiter zuversichtlich. Schließlich habe die Einrichtung die Erweiterung der Mensa im Jahr 2008 gut gemeistert.

Erster Kreisrat: Kein Luxus

Erster Kreisrat Martin Gerenkamp betonte, dass es sich bei den anstehenden Investitionen um schlichte Notwendigkeiten und keineswegs um eine Luxusausstattung handele. Die Kosten teilen sich Landkreis und Stadt. Beide sind Träger der HÖB. In den politischen Gremien der Stadt hatte es zuletzt eine Debatte um Mehrkosten für das Projekt gegeben, das Architekt Janssen zufolge unter Federführung des Bauunternehmens Kreutzjans aus Lorup ausschließlich mit Handwerksbetrieben aus der Region bewerkstelligen wird. Gerenkamp erinnerte daran, dass die politischen Beschlüsse schlussendlich aber von breiten Mehrheiten getragen worden seien. Letztlich habe Einvernehmen dahin gehend geherrscht, die Bildungseinrichtung auf einen aktuellen Stand zu bringen, fügte Papenburgs Erster Stadtrat Hermann Wessels hinzu. Erwachsenenbildung werde durch ständige Veränderungen in der Arbeitswelt eine große Herausforderung.

Erfolg zwingt zu Investitionen

HÖB-Ehrenmitglied Hövelmann betonte, dass der Erfolg der Bildungsstätte zu den Investitionen zwinge. Und das sei wiederum ein Verdienst der rund 80 Mitarbeiter, ohne deren Engagement es den Erfolg nicht geben würde. CDU-Stadtratsfraktionschef Pascal Albers und der stellvertretende HÖB-Vorsitzende Heribert Kleene bezeichneten die Einrichtung als ein Aushängeschild der Region.


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