Auf eigene Faust im Nordkreis Gemeinden kritisieren fehlende Abfuhr der Gelben Säcke durch Remondis

Die Stadt Papenburg vermeldet derzeit keine neuen Beschwerden über nicht abgeholten Müll durch die Firma Remondis. Das Bild zeigt einen vollen Container an einem regulären Abholtag in der dritten Januarwoche 2019. Foto: Maike PlaggenborgDie Stadt Papenburg vermeldet derzeit keine neuen Beschwerden über nicht abgeholten Müll durch die Firma Remondis. Das Bild zeigt einen vollen Container an einem regulären Abholtag in der dritten Januarwoche 2019. Foto: Maike Plaggenborg
Maike Plaggenborg

Papenburg. Die Kommunen im nördlichen Emsland klagen weiterhin über liegengebliebene gelbe Säcke, zumindest in Teilen. Die Samtgemeinden Sögel und Dörpen wollen nun Kosten geltend machen.

"Wir haben gegenüber der DSD angekündigt, dass Sögel morgen selbst sammelt", sagte Günter Wigbers, Bürgermeister der Samtgemeinde (SG) Sögel auf Anfrage über bisher nicht abgeholte gelbe Säcke. DSD steht für die "Der grüne Punkt - Duales System Deutschland GmbH". Sie vergibt die Zuschläge für die Entsorgung in den Landkreisen – im Emsland eben an Remondis. Der Entsorgungskonzern hatte im September 2018 die DSD GmbH gekauft, aber dennoch beteuert, dass dies keine Auswirkungen auf die Vertragsvergabe habe. Wigbers wolle die Kosten der DSD in Rechnung stellen. "Wir müssen uns wohl selbst helfen", sagte er und befürchtet obendrein, dass es wegen der Essensreste in den Säcken zu Rattenbefall kommen könne.

Auch in der Samtgemeinde Dörpen sollen Kosten geltend gemacht werden, wie SG-Bürgermeister Hermann Wocken sagte. Im SG-Gebiet sei der Müll teilweise immer noch nicht abgeholt worden. Wocken bezeichnete das als "sehr ärgerlich" und "nicht akzeptabel". "Wir erwarten, dass die Firma, die den Auftrag bekommen hat, diesen auch ausführt", sagte er über das Unternehmen Remondis. Statt diesem seien Bauhöfe in den Mitgliedsgemeinden tätig geworden, denn der Müll wehe teilweise über die Straßen. "Das können wir uns nicht gefallen lassen."Ein Rechnung vonseiten der Mitgliedsgemeinde Heede sei bereits eingereicht, so Wocken.

In Rhede sei zwar nachgefahren worden, sagte Bürgermeister Gerd Conens (parteilos), "aber es fehlen noch etliche Straßen". Die Mitarbeiter des kommunalen Bauhofs für die Müllsammlung einzusetzen, kommt für Conens nicht infrage. Dafür gebe es keine Kapazitäten. Er habe dem Landkreis einen entsprechenden Hinweise gegeben und wolle nun zunächst abwarten.

Die Samtgemeinde Werlte gibt an, dass die gelben Säcke zum größten Teil abgeholt wurden. Wie SG-Sprecher Andy Albers weiter mitteilt, habe es Beschwerden bei der Verwaltung gegeben, die inzwischen aber weniger geworden seien. Am Mittwoch, 23. Januar, sei der nächste reguläre Abfuhrtag. 

Wie Heinz Hüntelmann, Leiter des Fachbereichs Sicherheit und Ordnung der Samtgemeinde Nordhümmling mitteilt, ist auch dort eine Abfuhr der gelben Säcke nur in vereinzelten Straßen nicht erfolgt. "Anlieger haben sich direkt an das Abfuhrunternehmen gewandt und von dort die Auskunft erhalten, dass eine Abfuhr noch erfolgt und man solle die Säcke liegenlassen", teilte er auf Anfrage weiter mit. Dass die Gemeinde also tätig werde, sei "nicht beabsichtigt, kann aber auch nicht ausgeschlossen werden".

In der Samtgemeinde Lathen hat es am Tag nach der regulären Abholung eine weitere Abfuhr durch Remondis gegeben, teilt Ordnungsamtsleiter Helmut Wilkens mit. "Unser Bauhof würde im Übrigen auch nur dann eingesetzt werden, wenn es durch nicht abgeholte Säcke zu Gefährdungen im Straßenverkehr käme."

Ebenso hält es die Stadt Papenburg. Sie vermeldet am Tag der Nachfrage am Dienstag, 22. Januar, keine weiteren Beschwerden. 


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