Urteil am Amtsgericht Papenburg 3600 Euro Strafe für den Besitz von Kinderpornografie

Das Amtsgericht Papenburg hat einen 30-Jährigen wegen Besitz von Kinder- und Jugendpornografie zu einer Geldstrafe verurteilt. Symbolfoto: Archiv/Nina BrinkmannDas Amtsgericht Papenburg hat einen 30-Jährigen wegen Besitz von Kinder- und Jugendpornografie zu einer Geldstrafe verurteilt. Symbolfoto: Archiv/Nina Brinkmann

Papenburg. Das Amtsgericht Papenburg hat einen 30-Jährigen für den Besitz von kinder- und jugendpornografischem Material zu einer Geldstrafe von 3600 Euro verurteilt. Der aus dem nördlichen Emsland stammende Mann hatte gestanden, sich das Material aus dem Internet beschafft zu haben.

Bei dem betreffenden Material handelte es sich um 126 kinderpornografische und 53 jugendpornografische Dateien. Somit war der Angeklagte im Besitz von fast 180 Bildern und Videos von unter 14-Jährigen bis 18-Jährigen. Diese seien bei einer Hausdurchsuchung im Frühjahr des vergangenen Jahres auf verschiedenen elektronischen Geräten des Angeklagten gefunden worden, hieß es von Seiten der Richterin.

Der Angeklagte zeigte sich geständig und gab zu, sich die Dateien ein halbes Jahr zuvor im Internet beschafft zu haben. Ihm sei es jedoch in erster Linie um jugendpornografische Darstellungen gegangen; kinderpornografische Bilder habe er nicht gesucht, so der 30-Jährige. Das gesamte Material sei ihm in einer komprimierten Datei zugespielt worden.

Im Internet als junge Frau ausgegeben

Besorgt hatte sich der Mann die Dateien auf einer Kontaktplattform im Internet. Hier gab er sich als 18-jährige Frau aus und fragte junge Männer nach Bildmaterial ihrer Ex-Freundinnen. Dieses Vorgehen gestand der Angeklagte und meinte anschließend, dies sei der größte Fehler seines Lebens gewesen. Ein Schutznetzwerk, das den Transfer solcher Daten meldet, habe den Anlass zu den Ermittlungen gegeben, erklärte die Richterin.

Sie legte dem 30-Jährigen zur Last, das Material in der Folge nicht gelöscht, sondern vielmehr auf seinen elektronischen Speichermedien sortiert zu haben. Auch die vermeintlich ungewollten kinderpornografischen Dateien habe der Angeklagte „dankend angenommen“, so die Richterin.

Keine Freiheitsstrafe

Weil es sich um die erste Straftat des Angeklagten handelte, nahm das Gericht Abstand von einer Freiheitsstrafe und sprach eine Geldstrafe aus. Die 3600 Euro kann der Angeklagte in Raten abbezahlen. Zudem wurden ihm die Verfahrenskosten auferlegt. Damit entsprach die richterliche Strafe der Forderung der Staatsanwaltschaft.

„Der Grund für die Strafe ist der Umfang und die Dauer der ganzen Sache“, erklärte die Richterin. „Sie richten damit bei den Mädchen, Jungen, Jugendlichen großen Schaden an. Ich hoffe, dass das Signal angekommen ist“, mahnte sie den Mann. Der Angeklagte, der mittlerweile nicht mehr im Emsland wohnt, versicherte, sich in naher Zukunft in therapeutische Behandlung begeben zu wollen. Sein Verteidiger gab zu Protokoll, das Urteil zu akzeptieren und auf weitere Rechtsmittel zu verzichten.


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