Weiter Ärger im nördlichen Emsland Entsorger Remondis will gelbe Säcke bis Samstag abholen

Von Daniel Gonzalez-Tepper und Wilfried Roggendorf

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Gelbe Säcke, wohin das Auge reicht: Dieses Bild entstand am Mittwochmittag in Renkenberge an der Kreuzung Wahner Straße / Wittbergstraße. Foto: Daniel Gonzalez-TepperGelbe Säcke, wohin das Auge reicht: Dieses Bild entstand am Mittwochmittag in Renkenberge an der Kreuzung Wahner Straße / Wittbergstraße. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Papenburg. Im nördlichen Emsland gibt es weiter viel Kritik von Bürgern über nicht abgeholte gelbe Säcke. Auf Anfrage haben sich mehrere betroffene Kommunen zum Thema geäußert. Derweil hat Entsorger Remondis zugesagt, bis Samstag sämtlichen Verpackungsmüll abgefahren zu haben.

"Bis Samstag wird das Emsland großflächig geräumt sein", kündigte Remondis-Sprecherin Anna Ephan am Mittwochnachmittag an. Sie bat erneut um Nachsicht. "Dass vereinzelt Säcke liegen bleiben, können wir auf Grund der derzeitigen Situation nicht verhindern, es sollte bis Samstag allerdings alles nachgefahren sein." Wegen der Probleme sei erneut die Flotte aufgestockt worden. "Wir sind mit 11 Fahrzeugen im Einsatz und arbeiten sukzessive alle Gebiete ab", so Ephan. Am Mittwoch wurde der Verpackungsmüll in Lingen und Haren nachträglich entsorgt, danach waren Lathen und Freren dran. Einen detaillierten Zeitplan für andere Kommunen nannte sie nicht. "Sollten wir neue Informationen haben, geben wir Bescheid", so die Sprecherin.

Dörpens Bürgermeister erwartet "verlässliche Abholung"

Auch in der Samtgemeinde (SG) Dörpen, die laut Abfuhrkalender am Dienstag an der Reihe war, sind wie schon an den Werktagen zuvor in Papenburg, Rhede, Lathen und Sögel viele Straßen nicht berücksichtigt worden, wie Bürger berichten. Genannt wurden dabei beispielsweise mehrere Straßen der Gemeinde Dörpen und Heede, Kluse, Wippingen, Neudersum, Neubörger und Hasselbrock. "Dass gelbe Säcke teilweise nicht abgeholt wurden, ist natürlich sehr ärgerlich und nicht in Ordnung, denn der Plastikmüll weht bei dem Wind quer durch die Landschaft und muss mühsam wieder aufgesammelt werden. Es darf eine verlässliche Abholung erwartet werden", meint SG-Bürgermeister Hermann Wocken.

So wie an dieser Hofeinfahrt an der Hauptstraße in Dörpen blieben in der Samtgemeinde in vielen Straßen am Dienstag die gelben Säcke liegen. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper


Gemeinde Lathen prüft, ob Rechnung an Remondis möglich ist

In Lathen waren die Probleme größer als bisher von Remondis zugegeben. Die Sprecherin hatte in der vergangenen Woche von drei betroffenen Straßen gesprochen. Helmut Wilkens , stellvertretender  Gemeindedirektor und Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Lathen, teilte auf Anfrage mit: "Im Ortskern Lathen, den Ortsteilen Dünefehn und Kathen und meines Wissens auch in mehreren Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Lathen wurden die gelben Säcke gar nicht oder nur zum Teil abgeholt. Durch die orkanartigen Sturmböen am Dienstag wurden die noch am Straßenrand liegenden Säcke aufgerissen und der Unrat verteilte sich in den Vorgärten und Beeten. Auch kam es zu Gefährdungen im Straßenverkehr, da ganze Säcke auf Fahrbahnen lagen." 

Der Bauhof sei mehrfach im Einsatz gewesen, um Unrat, der von gelben Säcken ausging, zu entsorgen. Wilkens kritisiert: "Auch wenn man noch Verständnis dafür haben mag, dass die Firma Remondis Anlaufschwierigkeiten bei der Abholung der gelben Säcke haben mag, so habe ich jedoch kein Verständnis dafür, dass nicht unverzüglich weitere Fahrzeuge eingesetzt wurden, um die restlichen gelben Säcke einzusammeln. Wir werden im Übrigen prüfen, den Beseitigungsaufwand unseres Bauhofes dem Unternehmen in Rechnung zu stellen."

(Weiterlesen: Probleme bei Abholung gelber Säcke im nördlichen Emsland halten an)

Probleme "hoffentlich kein Dauerzustand"

Als "ärgerlich, aber weit weg von einem Weltuntergang" bezeichnet Ingrid Cloppenburg, Sprecherin der SG Sögel, die Probleme in ihrer Kommune. Auch ihr habe man zugesagt, dass bis Samstag alle noch fehlenden Straßen abgefahren sein sollen. "Noch sind das für uns Startschwierigkeiten des neuen Unternehmens. Aber ein Dauerzustand darf das natürlich nicht werden", sagt Cloppenburg, die am Mittwochmittag durch mehrere Straßen der Gemeinde gefahren ist und an vielen Stellen noch Säcke mit Verpackungsmüll entdeckte, obwohl Sögel am Montag an der Reihe war.

"Die Abfuhr durch Firma Remondis erfolgte nachgewiesen nicht überall, bei weiterer Ortskenntnisse sollte hier eine Besserung eintreten", hofft Gerd Conens, der parteilose Bürgermeister der Einheitsgemeinde Rhede, auf Anfrage. Die vergleichsweise geringe Zahl der gelben Säcke, die seinen Informationen nach in Rhede an der Straße lagen, erklärte Conens mit folgendem umstand: "Am 31. Dezember hat die Firma Augustin letztmalig die gelben Säcke abgefahren. Remondis hat daraufhin erstmalig am Donnerstag, 3. Januar die Abfuhr durchgeführt. Das Aufkommen an gelben Säcken dürfte drei Tage nach der letzten Abfuhr durch Firma Augustin nicht sonderlich hoch gewesen sein." Weil aber am Abfuhrtag ein starker Wind wehte, seien Säcke durch die Gegend geweht. "Eine nochmalige Abfuhr „vergessener“ oder nicht abgefahrenen gelber Säcke ist in Rhede noch nicht erfolgt", so Conens.

Die Stadt Papenburg wollte auf Anfrage keine Stellungnahme abgeben, weil dem Rathaus Sprecher Heiko Abbas zufolge "aktuell noch keine Beschwerden bezüglich der gelben Säcke zugeleitet wurden".

Nicht nur in Aschendorf blieben im Stadtgebiet von Papenburg vergangene Woche die Säcke liegen. Beschwerden im Rathaus gab es nach Angaben eines Sprechers aber kaum. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper


Lingens Oberbürgermeister schließt rechtliche Schritte nicht aus

Lingens Oberbürgermeister Dieter Krone hatte am Dienstag scharfe Kritik an Remondis geübt. „Dieser Müll verdreckt nun unsere Landschaft. Das werden wir nicht hinnehmen“, sagte Krone. Insbesondere in Hinblick auf die anstehende Landschaftssäuberungsaktion im März sei es den vielen Ehrenamtlichen aus Vereinen und Verbänden sowie den dabei aktiven Schülern nicht zu vermitteln, dass es nun ihre Aufgabe sei, den Fehler eines privatwirtschaftlich agierenden Unternehmens auszumerzen. „Derzeit scheinen die Verantwortlichen das Problem aussitzen zu wollen, und das auf Kosten der Lingenerinnen und Lingener“, so das Stadtoberhaupt, der ankündigte, die Kosten des Einsatzes des Bauhofes in Rechnung zu stellen. Krone kündigte gar an, "weitere rechtliche Schritte" zu prüfen.

(Weiterlesen: Remondis sorgt in Lingen für eine Farce in Gelb)

Dass Remondis nicht nur im Emsland "Startschwierigkeiten" hat, belegt ein Bericht der Deister- und Weserzeitung über die Situation in Bad Münder am Deister (Landkreis Hameln-Pyrmont): Dort hat Remondis ebenfalls zum 1. Januar die Abholung der gelben Säcke übernommen. Die Probleme mit Remondis dort gleichen denen im Emsland wie ein gelber Sack dem anderen.


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