Haftstrafe auf Bewährung 21-jähriger Drogendealer in Papenburg verurteilt

Mit Marihuana gehandelt hat ein 21-Jähriger im nördlichen Emsland. Dafür wurde er am Mittwoch vor dem Amtsgericht Papenburg verurteilt. Symbolfoto: Ingo Wagner/dpaMit Marihuana gehandelt hat ein 21-Jähriger im nördlichen Emsland. Dafür wurde er am Mittwoch vor dem Amtsgericht Papenburg verurteilt. Symbolfoto: Ingo Wagner/dpa

Papenburg. Wegen Drogenhandels und weiterer Delikte hat das Amtsgericht Papenburg einen 21-jährigen Mann zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt. Sie wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Neben der zweijährigen Jugendstrafe auf Bewährung wurde das Geld, das der 21-Jährige durch die Drogengeschäfte eingenommen hat, eingezogen. Nach Überschlag des Gerichts beläuft sich dieser Betrag auf rund 10.000 Euro. Zudem wurden weitere Bewährungsauflagen wie eine Maßnahme zur Gewaltprävention und der Besuch einer Drogenberatungsstelle angeordnet.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte, der nach einer Verurteilung unter anderem wegen Körperverletzung bereits unter Bewährung steht, in acht Fällen mit Marihuana gehandelt hat. Demnach hatte er die Taten im Zeitraum von Dezember 2016 bis Januar 2017 im nördlichen Emsland begangen. 

Geständnis mit Verzögerung

Zudem waren bei einer Hausdurchsuchung im Januar 2017 sieben Gramm Marihuana in der Wohnung des Angeklagten gefunden und beschlagnahmt worden. Der Angeklagte, der seinen Wohnsitz mittlerweile in die Grafschaft Bentheim verlagert hat, zeigte sich in allen Punkten geständig; auch wenn dieses Geständnis während der Hauptverhandlung am Mittwoch einige Zeit auf sich warten ließ. Erst durch Zureden eines im vergangenen Jahr zu einer Bewährungsstrafe verurteilten Mittäters, der als Zeuge aussagte, ließ sich der 21-Jährige zu einem umfassenden Geständnis überzeugen. Die Beweismittel der Polizei mussten daraufhin zu weiten Teilen nicht mehr vorgebracht werden.

Bevor das Gericht sein Urteil sprach, eröffnete es dem 21-Jährigen die Möglichkeit, durch ein zweites Geständnis die Anschuldigungen einer weiteren Anklage gegen ihn einzuräumen. Diese basierte auf einem Vergehen aus dem Frühjahr 2018. Der Vorwurf: Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung. Der Angeklagte zeigte sich einsichtig. Er wolle mit diesem Kapitel abschließen und ein neues Leben beginnen, betonte er wiederholt. Der Bewährungshelfer des Angeklagten zeigte auf, dass der junge Mann bisher allen Bewährungsauflagen nachgekommen sei.

Eindringlicher Appell

Im Sinne dieser Entwicklung und der Einsicht des Angeklagten sprach das Jugendschöffengericht unter dem Vorsitz von Amtsgerichtsdirektor Gerhard Többen eine zweijährige Jugendstrafe auf Bewährung aus. „Das ist eine Chance, die wir Ihnen geben. Nutzen sie diese Chance!“, schrieb Többen dem Angeklagten mit Nachdruck ins Stammbuch. „Sie haben sich dazu entschlossen, reinen Tisch zu machen. Das hat uns dazu bewogen, eine Strafe anzusetzen, die gerade noch als Bewährungsstrafe ausgesprochen werden kann“, erklärte Többen und verwies auf „Reifeverzögerungen“ beim Angeklagten. 

Insgesamt wird dessen Bewährungsstrafe in Addition nun auf drei Jahre angehoben. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidigung kündigten an, nicht in Berufung gehen zu wollen.


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