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28.12.2018, 18:16 Uhr KOMMENTAR

Papenburger gegen "Moschee-Steuer": Offenheit bewahren

Von Maike Plaggenborg


Die Papenburger Moschee ist am Mittelkanal, wo außerdem ein Lebensmittelmarkt ansässig ist. Foto: Maike Plaggenborg/ArchivDie Papenburger Moschee ist am Mittelkanal, wo außerdem ein Lebensmittelmarkt ansässig ist. Foto: Maike Plaggenborg/Archiv

Papenburg. Die Papenburger Ditib-Gemeinde hat sich gegen die sogenannte Moschee-Steuer ausgesprochen, weil sie auf freiwillige Beiträge setzt und die Vereinsstruktur in Deutschland für zu unterschiedlich und damit unvereinbar hält. Entscheidend ist zunächst, Offenheit für die Idee zu haben. Ein Kommentar.

Ob die Moschee-Steuer nun eines Tages kommt oder nicht: An dieser Stelle ist relevant, dass die Haltung der Papenburger Gemeinde zur Idee die richtige ist.

Eine religiöse Kultur sollte in der Lage sein, sich den Gegebenheiten in der Umgebung anzupassen – besonders dann, wenn es in Richtung Moderne und Liberalität geht. Sich die Offenheit im Denken zu bewahren sollte dabei oberes Gebot sein. So präsentiert sich auch die muslimische Gemeinde in Papenburg. Beim Thema Moschee-Steuer spricht sie sich nun dagegen aus – allerdings deshalb, weil die vielen unterschiedlichen Vereine wohl nicht in Einklang zu bringen sind. Und weil sie sich die Freiwilligkeit der Beitragszahlung bewahren will. Hinzu kommt: Die Gemeinde finanziert sich komplett selbst, also ohne Zuschüsse aus dem Ausland.

Unter diesen Umständen an der Freiwilligkeit der Zahlungen festzuhalten, ist für den Fall Papenburg eine nachvollziehbare Haltung. Plötzlich den Aspekt eines Zwangs in eine emotionale Angelegenheit wie den Glauben zu bringen wirkt unangemessen technisch und auf gewisse Art archaisch. Jeder sollte geben, was er mag – nicht, was er muss.


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