Entgegen freiwilliger Basis Papenburg: Muslimische Gemeinde ist gegen "Moschee-Steuer"

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Das derzeit bestehende Gebäude, in der die Moschee untergebracht ist, soll abgerissen und erneuert werden. Zum Vorstand der Gemeinde in Papenburg gehört Ruhi Atalay. Foto: Maike Plaggenborg/ArchivDas derzeit bestehende Gebäude, in der die Moschee untergebracht ist, soll abgerissen und erneuert werden. Zum Vorstand der Gemeinde in Papenburg gehört Ruhi Atalay. Foto: Maike Plaggenborg/Archiv

Papenburg. Die Papenburger Ditib-Gemeinde spricht sich gegen die "Moschee-Steuer" aus, die derzeit in der Politik Thema ist. Allein an der Einheitlichkeit dürfte sie wohl scheitern, meint Ruhi Atalay vom Vorstand der muslimischen Gemeinde. Neuigkeiten zum Moschee-Neubau bahnen sich im Januar an.

Zu bedenken gibt das Papenburger Vorstandsmitglied, dass die Gläubigen in zu vielen verschiedenen Vereinen organisiert sind. In der Fehnstadt gebe es zwar nur die eine Gemeinde und eine Moschee, in Großstädten aber sehe das wiederum ganz anders aus. Die Politiker hätten mit der sogenannten "Moschee-Steuer" zwar eine gute Idee, "aber wir sind zu verschieden", sagt er über die Struktur der Islams in Deutschland. Die unterschiedlichen Gruppen unter einen Hut zu bringen halte er für schwierig. 

"Wahrscheinlich sind viele dagegen", sagt Atalay auf Anfrage, auch, weil die Pflicht, einen Beitrag zu zahlen, unvorstellbar ist. Den Aspekt kritisiert Atalay als zentralen Punkt. "Bei uns ist alles freiwillig", sagt er – damit auch die Entscheidung, Geld an die Gemeinde zu zahlen oder eben nicht. Die Moschee nutzen dürfe allerdings jeder. Vom Ditib-Dachverband in Köln bekomme der Papenburger Verein "keinen Cent". Außerdem, so befürchtet Atalay, könnte eine verpflichtende Steuer Gemeindemitglieder abschrecken.  


In der von Seyran Ates gegründeten ersten liberalen Moschee, der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin, beten und predigen Frauen und Männer gleichberechtigt. Foto: Michael Sohn


Stein des Anstoßes ist die Forderung der Muslima Seyran Ates, Gründerin der liberalen Ibn-Rushd-Goethe-Moschee im Berliner Stadtteil Moabit. In Deutschland werden viele islamische Verbände und Gemeinden aus dem Ausland finanziert. Wie Atalay erklärt, wird ein Imam, der für zwei Jahr e im Amt ist, von der Gemeinde selbst bezahlt. Beträgt die Amtszeit fünf Jahre, kommt das Geld für den Vorbeter, der Beamter des türkischen Staats ist, von dort. Er ist dem Vorstand der Gemeinde unterstellt.

So soll die neue Moschee im Kuppelbau mit Minarett nach dem Neubau aussehen. Foto: Albert Bohse


Auf weitere Nachfrage teilte Atalay mit, dass sich die Kosten für den Neubau der Moschee inzwischen deutlich erhöht hätten. Die ursprünglichen Kosten von 1,5 Millionen Euro belaufen sich inzwischen auf etwa zwei Millionen Euro. Details zum weiteren Zeitplan konnte er derzeit nicht nennen. Diese würden nach der nächsten Generalversammlung Mitte Januar bekannt werden. Nach den jüngsten Angaben vom Oktober soll sich die Bauzeit für einen Kuppelbau samt Minarett am jetzigen Standort am Mittelkanal Rechts auf eineinhalb Jahre belaufen.

Eine Visualisierung zeigt, wie die Moschee nach den aktuellen Plänen aussehen soll. Foto: Bohse



Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN