Musik und Gemeinschaft beim SKFM Wie Wohnungslose in Papenburg Weihnachten feiern

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Für die Weihnachtsfeier im SKFM Haus Arche dekorieren Veronika Wegmann und Erich Boortz. Foto: Katharina PreuthFür die Weihnachtsfeier im SKFM Haus Arche dekorieren Veronika Wegmann und Erich Boortz. Foto: Katharina Preuth

Papenburg. Das Haus Arche des Sozialdienstes katholischer Frauen und Männer (SKFM) in Papenburg hat in der Woche vor Weihnachten eine Feier für Wohnungslose organisiert. Mit denjenigen, die den Heilig Abend ohne Familie und Freunde verbringen, trifft sich Sozialarbeiterin Veronika Wegmann noch ein zweites Mal.

"Weihnachten ist immer so ein Thema", erklärt Wegmann. Das ganze Jahr über arbeitet sie im Haus Arche mit Wohnungslosen zusammen. Sie steht für Beratungen bereit, ebenso wie für alltägliche Gespräche. Viele von den Besuchern trifft Wegmann seit einer langen Zeit, sie weiß um ihre Lage und kennt ihre Biografien. Darum ist es für sie kein Geheimnis, dass einige an Weihnachten niemanden haben, mit dem sie die Feiertage verbringen können. "Weihnachten denken manche nochmal an. Es ist eine rührende Angelegenheit", sagt ihr Kollege Erich Boortz. Am 24. Dezember ist es Tradition geworden, dass sich einer der SKFM-Mitarbeiter mit einer Gruppe von etwa zehn der Wohnungslosen zusammensetzt und sie gemeinsam einige besinnliche Stunden verbringen.

Für besinnliche Stunden im Haus Arche sorgen die Mitarbeiter mit weihnachtlicher Dekoration. Foto: Katharina Preuth


In diesem Jahr wird Wegmann mit einem Klienten einen Kartoffelsalat vorbereiten und dazu Würstchen aufwärmen. Die Zutaten sind gespendet worden. "Es gab Jahre, da sind schon mal Tränen geflossen", erzählt Boortz. Auch erinnert sich der Sozialpädagoge, dass ein Besucher des Haus Arche, der sonst wenig redet, von früheren Weihnachtsfesten erzählt hat. 

Unser Ziel ist es Zusammenhalt zu schaffen.Erich Boortz, Sozialpädagoge des SKFM


Schon Mittags am Heilig Abend trifft sich Wegmann mit einigen der Wohnungslosen. Nach dem Essen trennen sich die Wege wieder. Wegmann selbst macht sich auf den Weg nach Hause zu ihrer Familie. Ihre Klienten gehen in die Übergangswohnungen, die ihnen der SKFM vermittelt hat, oder zurück in die Übernachtungsstelle. Es sei schon vorgekommen, dass mehrere von ihnen den Abend zusammen verbracht haben. "Unser Ziel ist es Zusammenhalt zu schaffen und zu helfen Freundschaften zu schließen", so Boortz. Wieder andere haben dann auch genug von Weihnachten und setzen sich für den Rest des Feiertages vor den Fernseher.

Es gebe Klienten, die wollen mit Weihnachten nichts zu tun haben, die an keiner Feier teilnehmen und lieber für sich sind. "Das müssen wir auch akzeptieren", sagt Wegmann. 

"Oh Tannenbaum" auf dem Akkordeon

Für alle anderen gibt es vor allem die große Feier, die in der Woche vor den Weihnachtstagen im Gemeinschaftsraum des SKFM stattfindet. Dafür haben die Mitarbeiter die Tische mit Kerzen und Tannenzweigen festlich gedeckt, auf jedem Teller steht eine Postkarte mit einem Gruß des Sozialdienstes. Auch gebe es eine Tafel Schokolade für jeden. Wobei sowohl Wegmann als auch Boortz betonen, dass es nicht um Geschenke gehe, sondern um Gemeinschaft. Nach einer gemeinsamen Mahlzeit gibt es Musik. In jedem Jahr finde sich jemand, der ein Instrument spielt und Weihnachtslieder begleitet. Die Aufgabe übernimmt bei dieser Feier Marina Galster. Auf dem Akkordeon stimmt sie "Oh Tannenbaum" an und die Gäste singen mit. Außerdem hält Pastor Gerrit Weusthof eine Rede.

Das Akkordeon spielt Marina Galster für die Weihnachtsfeier im Haus Arche. Foto: Katharina Preuth


Für die Umherziehenden folgt dann eine Zeit, in der das Haus Arche für eine relativ lange Zeit geschlossen hat. Nach Büroschluss am Freitag stehen die Mitarbeiter erst wieder am Donnerstag, den 27. Dezember, zur Verfügung. Das wissen die Wohnungslosen, die es betrifft aber. Darum kommt in jedem Jahr auf die letzte Minute noch jemand, der für die Zeit bis nach Weihnachten ein Dach über den Kopf benötigt. 

Wie auch in der Woche nach Feierabend gibt es eine Notfallbereitschaft in der St.-Josef-Gemeinde, die diejenigen in Empfang nimmt, die es nicht zu den Öffnungszeiten geschafft haben. 


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