Das sagen Stadt, Politik und Förderverein Reaktionen auf Alternativvorschlag zum Bäder-Erhalt in Papenburg

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Das Freibad am Waldstadion und das Hallenbad an der Russellstraße lässt sich nach Auffassung von Norbert Averdung für insgesamt rund 5,5 Millionen Euro sanieren. Foto: Belling/ArchivDas Freibad am Waldstadion und das Hallenbad an der Russellstraße lässt sich nach Auffassung von Norbert Averdung für insgesamt rund 5,5 Millionen Euro sanieren. Foto: Belling/Archiv

Papenburg. Auf Interesse, Wohlwollen, aber auch eine Portion Skepsis ist der Alternativvorschlag von Badbetreiber Norbert Averdung zur Zukunft des Hallen- und des Freibades gestoßen.

Eine Umfrage unserer Redaktion bei Stadtverwaltung, Ratspolitikern und dem Förderverein IG Schwimmausbildung ergibt folgendes Meinungsbild:

Der Verwaltung ist der Vorschlag bekannt, bestätigt Stadtsprecher Heiko Abbas. Ohne eingehende Prüfung der Planungen könne die Verwaltung dazu aber keine Bewertung abgeben. Abbas: „Insbesondere vor dem Hintergrund von § 12 Kommunale Haushalts- und Kassenverordnung Niedersachsen ist die Verwaltung gehalten, eine sachliche und fachgerechte Prüfung der Planungen durchzuführen. Diesem Erfordernis wird die Verwaltung nachkommen. Die aktuell von der Stadt vorangetriebenen Planungen eines Kombibades werden dadurch nicht beeinträchtigt.“

Pascal Albers, CDU-Fraktionsvorsitzender: „Grundsätzlich sollte jeder Vorschlag, der dazu führt, dass auf Dauer ein attraktives Angebot mit Hallen- und Freibad in der Stadt vorgehalten wird, eine Berücksichtigung in den Überlegungen finden. Es ist immer in unserer Verantwortung, die begrenzten finanziellen Möglichkeiten der Stadt im Blick zu haben.

Es sind aber auch bereits etliche Gutachten zu einer möglichen Sanierung mit anderen Kosten erarbeitet worden. Daher sind die Aussagen der Aqua Park hinsichtlich der tatsächlichen Belastbarkeit der nun vermeintlich geringeren Kosten kritisch zu hinterfragen und final zu bewerten.

Es war die Idee der CDU, dass ein neues zukunftsweisendes Bäderprojekt umgesetzt wird und so die Schwimmausbildung langfristig ohne Unwägbarkeiten sichergestellt wird. Ein attraktives Kombibad schafft aus Sicht der CDU einen erheblichen Mehrwert für die Stadt. Es gilt, alles daranzu- setzen, kreative Lösungen sowohl für die Innen- als auch Außenwasserflächen zu entwickeln.

Sobald zeitnah ein von der Verwaltung erarbeiteter Finanzierungs- und Umsetzungsplan vorliegt, gilt es unverzüglich die weiteren Schritte mit allen Beteiligten zu erörtern und die vielen offenen Fragen zu entscheiden. Hierbei sind selbstverständlich alle Optionen auf den Tisch zu legen.“

Marion Terhalle (FDP): „Die FDP will die Idee von Herrn Averdung in den noch laufenden Entscheidungsprozess einbeziehen. Die Idee, das Freibad aus einem barrierefreien Umkleidegebäude erreichen zu können, sollte in der Planung Berücksichtigung finden. Besucherzahlen und Nutzungszeiten des Freibades können so sicherlich gesteigert und das Bad deutlich attraktiver werden. Finanzierung und künftige Eigentumsverhältnisse sowie Kosten und Nutzen der Bäder müssen jedoch einer professionellen und gründlichen Prüfung unterzogen werden. Zu prüfen sind dabei auch mögliche Förderkulissen. Die beste Lösung für Papenburg muss in einer ergebnisoffenen Diskussion gefunden werden.“

Gerhard Schipmann (UBF-Plus): Das Unabhängige Bürgerforum betrachtet den Alternativvorschlag von Herrn Averdung zum Kombibad als echte Alternative zum geplanten Kombibad und sollte in den politischen Gremien beraten werden. Wenn sich die von Herrn Averdung genannte Investsumme von 5,5 Millionen Euro für die Ertüchtigung des Frei und Hallenbades bestätigen lässt, wäre es eine kostengünstige Alternative für den Bäderbetrieb und die Schwimmausbildung in unserer Stadt, die sich auch zeitnah realisieren lässt.“

Günter Buss (Grüne): „Wir haben in den letzten Ausschüssen den Vorschlägen der Verwaltung zugestimmt.

Besser ein kleines Kombibad als kein Bad. Haben aber immer darauf hingewiesen, dass es keine Minimallösung sein darf auf dem Weg zu einem Sportleistungszentrum für Papenburg. Mit einem kombinierten Sport- und Wettkampfbad, einer Dreifeldporthalle (eventuell mit Leichtathletiklaufbahn), einer neuen Zweifeldsporthalle, einem Stadion, das bei Sportlern national und international sehr beliebt ist, sowie Fußball- und Tennisplätzen. Ja, auch das Jugendgästehaus muss dann in diesem Zusammenhang genannt werden, haben wir die Möglichkeit, etwas Großes für Papenburg zu gestalten.

Bereits nach der letzten Ausschusssitzung habe ich mit Vertretern der IG Schwimmen im Gespräch die Möglichkeit einer Besichtigung anderer Bäder zu organisieren, um uns über Kombibäder zu informieren.

Inwieweit die von Herrn Averdung vorgeschlagenen Pläne in die Planung mit einbezogen werden können? Die Pläne müssen dann der Verwaltung und dem Rat vorgestellt werden.“

Ralf Uchtmann (UWG): „Grundsätzlich steht die UWG-Fraktion nach wie vor zu dem Beschluss, in Papenburg ein kombiniertes Hallen- und Freibad zu errichten.

Im Hinblick auf die begrenzten finanziellen Mittel der Stadt sind wir der Auffassung, dass wir das Angebot von Herrn Averdung sorgfältig überprüfen lassen und uns mit den Vorschlägen auseinandersetzen sollten. Ziel muss eine optimale Versorgung der Bevölkerung mit Schwimm- und Schwimmlernangeboten sein.

Wir geben aber zu bedenken, dass eine sehr genaue Prüfung der Vorschläge erforderlich ist, um alle Risiken einer solchen Variante – besonders in finanzieller Hinsicht – zu erfassen, um auszuschließen, dass die Kosten am Ende höher ausfallen als bei der bisher beschlossenen Variante des kombinierten Hallen- und Freibades. Und es gilt, auch die Besitzverhältnisse im Blick zu behalten. Eine Sanierung im mittleren einstelligen Millionenbereich einer privaten Einrichtung ist nicht im Interesse der Bürgerinnen und Bürger und auch nicht im Interesse des Rates.“

Sascha Kleinhaus (IG Schwimmausbildung): „Die Entscheidung, ob die Stadt ein neues Kombibad errichtet oder Herr Averdung in seine Bäder investiert, liegt schlussendlich beim Investor oder beim Stadtrat.

In der Schwimmausbildung geht es ausschließlich um Verlässlichkeit. Die Tatsache, dass das Hallenbad in der letzten Woche wieder einmal sechs Tage aufgrund eines Defektes geschlossen war, bestätigt noch mal, dass dringender Handlungsbedarf besteht.

Die Vorschläge von Herrn Averdung sollten auch aus unserer Sicht selbstverständlich einer fachlichen Prüfung unterzogen werden. Ein besonderes Augenmerk sollte dabei die in Aussicht gestellte Versorgungssicherheit für die nächsten 30 bis 40 Jahren bekommen.

Die vorgeschlagenen Baumaßnahmen befassen sich wesentlich mit der Instandsetzung der Gebäude und der Beckenbeschaffenheit. Zur Erinnerung: Vor einem Jahr haben Statiker darüber gestritten, ob das Hallenbad überhaupt noch betreten werden darf.

Neben der geplanten Instandsetzung der Bausubstanz und den funktionserhaltenen Maßnahmen möchten wir daran erinnern, dass Herr Averdung bereits im Jahr 2005 im Zuge der Privatisierung den Vereinen und dem Stadtrat eine Investition in die Attraktivität beider Bäder versprochen hatte. Im Freibad sollten z.B. eine große Rutsche und verschiedene Attraktionen installiert werden. Im Hallenbad sollten eine Saunalandschaft, ein Whirlpool und ein Kleinkinderbereich entstehen.

Wie auf unserer letzten Veranstaltung durch den Vortrag von Kai Olaf Nehe deutlich wurde, braucht unsere neue Bäderlandschaft neben der verlässlichen Funktionsfähigkeit und dem Sportangebot auch ein Familienkonzept, um Fachkräfte zu überzeugen, in Papenburg zu bleiben. Die Einladung von Herrn Averdung nehmen wir gerne an und bitten ihn darum, die bereits in 2005 vorgestellten Pläne für die Attraktivitätssteigerung in sein geplantes Maßnahmenkonzept mit aufzunehmen. Wir sind gespannt auf die Ideen.“

Anfragen unserer Redaktion an die SPD-Fraktion sowie an die AfD blieben unbeantwortet.


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