Brückenfreigabe vor 50 Jahren Was Ems- und Rheiderländer näher zusammenbrachte

Die Eisen-Bogen-Brücke über die Ems wurde vor 50 Jahren ihrer Bestimmung übergeben. Foto: Hermann-Josef DöbberDie Eisen-Bogen-Brücke über die Ems wurde vor 50 Jahren ihrer Bestimmung übergeben. Foto: Hermann-Josef Döbber
Hermann-Josef Döbber

Papenburg. Am Sonntag, 16. Dezember 2018, vor 50 Jahren ist die Emsbrücke Bokel-Vellage ihrer Bestimmung übergeben worden. Mit der Inbetriebnahme erfüllte sich ein Traum von Generationen.

Die Landräte der Kreise Leer und Aschendorf-Hümmling, Anton Wübbena-Mecima und Heinrich Nortmann, durchschnitten in der Brückenmitte gemeinsam ein weißes Band. Sie gaben damit „Grünes Licht“ für den Verkehr. Das Emsland und das Rheiderland

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Chronologie der Ems-Fähre

1350: Eine Fähre soll in Betrieb sein.

1561: Die Fähre wird aktenkundig. Gräfin Anna von Ostfriesland (1501–1575) verkauft mit Einwilligung ihrer Söhne, den Grafen Edzard und Christoph, das Gut Halte in der Gemeinde Vellage inklusive Fährrecht an den Freiherrn-Rentmeister Jacques de Pottere.

1740: Die neue Postroute führt die Reitpost von Lingen über Haselünne, Wahne und Aschendorp (so die damalige Schreibweise von Wahn und Aschendorf) über die Emsfähre nach Weener und von dort über Leer und Oldersum zum Knotenpunkt Emden.

1795: Der Gutshof ist im Besitz der Witwe des Doctorius Medicianae Börchers, die das Fährrecht als zum fürstlichen Meierhof Halte gehörend beansprucht. Es folgen mehrere Gerichtsprozesse, in denen um das Recht, das dem Inhaber angesichts von nur wenig Brücken und bei Hochwasser überfluteten Niederungen ein einträgliches Geschäft beschert. Transportiert werden Kaufmannswaren, Pferdetransporte und Menschen.

1799: Durch ein im Namen des Preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. (1770–1840) am 4. Dezember gefälltes Urteil wird der Witwe Börchers das Fährrecht als zum Meierhof Halte gehörend zugesprochen.

1858: Die Fährrechte gehen in den Besitz der Familie Klasen über.

1906: In einem Sturm reißt die Fähre los.

1922: Die Holzpünte wird durch eine auf der Meyer Werft gebaute eiserne Pünte mit 17 Tonnen Tragkraft ersetzt.

1946/1947: Die Ems ist zu- und die Fähre eingefroren. Der Betrieb ruht bis zum 19. März. Viele überqueren den Fluss auf eigene Gefahr.

1951: Die Eisenpünte wird durch eine Fähre ersetzt, die Menschen und Fahrzeuge bei Rhede über die Ems brachte. Durch den Wiederaufbau der dortigen Emsbrücke ist sie überflüssig geworden.

1954: Acht Zentimeter dickes Eis bringt den Fährbetrieb zum Erliegen. Die Ems kann am 8. Januar fußläufig überquert werden. Zum Schieben der Pünte wird ein Motorboot in Betrieb genommen.

1959: Die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) erwirbt am 30. November für die Errichtung von 27 Gärtnerstellen das 70,75 Hektar große Gut sowie die Fährrechte und die Fähre von der Erbengemeinschaft Klasen.

1960: Die NLG überträgt der Stadt Papenburg die Fährrechte kostenlos. Von der muss nun die jährlich 12 000 Mark kostende Unterhaltung der Fähre bezahlt werden.

1961: Eberhard Garen übernimmt den Fährbetrieb von seinem gleichnamigen Vater. Ein Boot mit einem 19-PS-Dieselmotor wird angeschafft. Das Boot wird seitlich mit der Fähre verbunden und zieht sie am 220 Meter langen und 18 Millimeter starken Führungsseil durch die Fluten.

1968: „Grünes Licht“ für freie Fahrt über die Emsbrücke am 16. Dezember – der Fährbetrieb wird eingestellt. Das „Fährmann, hol über“ verstummt.

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