Dersum, Lorup, Oberlangen, Wietmarschen Geld für Sanierung von Ortsdurchfahrten im Emsland

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Die Ortsdurchfahrt Dersum gilt seit Jahren als marode. Sie kann mit dem zusätzlichen Geld des Landes Niedersachsen nun endlich bis 2020 saniert werden. Foto: Daniel Gonzalez-TepperDie Ortsdurchfahrt Dersum gilt seit Jahren als marode. Sie kann mit dem zusätzlichen Geld des Landes Niedersachsen nun endlich bis 2020 saniert werden. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper

Dersum/Lorup/Oberlangen/Wietmarschen. Geldsegen für Dersum, Lorup, Oberlangen und Wietmarschen: Die maroden Ortsdurchfahrten der Gemeinden werden mit Mitteln des Landes Niedersachsen in den Jahren 2019 und 2020 saniert.

Das hat das Niedersächsische Landesverkehrsministerium am Donnerstag bekanntgegeben. Der Etat für die Landesstraßen wird 2019 von derzeit 85 auf 115 Millionen Euro aufgestockt, von den zusätzlichen Mitteln sollen insbesondere die Ortsdurchfahrten profitieren. Für sie werden in den beiden kommenden Jahren jeweils 15 Millionen Euro bereit gestellt.  "Besonders entlang der Ortsdurchfahrten leiden Anwohner unter maroden Straßen. Nun stehen mit dem Sonderprogramm finanzielle Mittel zur Verfügung, mit der die Sanierung oder Grunderneuerung von 66 Straßen in niedersächsischen Ortschaften kurzfristig in Angriff genommen werden kann", wird Landesverkehrsminister Bernd Althusmann (CDU) in einer Mitteilung zitiert.

Unter den 66 Straßen, die in der ersten Tranche 2019 und 2020 des auf vier Jahre angelegten "Sonderprogramm Ortsdurchfahrten" profitieren werden, befinden sich drei im nördlichen Emsland. Nämlich die Landstraße 48 mit den Gemeinden Dersum, Haren-Wesuwe, Meppen-Versen, Meppen-Klein Fullen, Meppen-Rühle und Geeste-Groß Hesepe, die L 30/63/836 mit der Ortsdurchfahrt Lorup und die L 48 mit den Ortsdurchfahrten Oberlangen/Niederlangen. In der Region profitieren zudem die Ortsdurchfahrt Wietmarschen und Hohenkörne im Zuge der L45, die Durchfahrt Gildehaus und Bad Bentheim (L39) und im Landkreis Leer die Ortsdurchfahrt Diele (L31, Stadt Weener).

Programm soll auch 2021 und 2022 fortgesetzt werden

"Ein wichtiges Auswahlkriterium war zudem eine kurzfristige Realisierbarkeit", betont das Ministerium. Der Leiter des Geschäftsbereich Lingen des Niedersächsischen Landesbetrieb für Straßen in Lingen, Klaus Haberland, hatte mehrfach betont, fertige Pläne in der Schublade zu haben, sobald das Land Geld zur Verfügung stellt. 

(Weiterlesen: Sind das die schlechtesten Ortsdurchfahrten Niedersachsens?)

2021 und 2022 soll das Sonderprogramm fortgesetzt werden, kündigte das Ministerium an. "Diese zweite Tranche wird von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) nun vorbereitet. Dann sollen Straßen in Orten saniert werden, für die noch eine intensive Abstimmung mit den Gemeinden und Kommunen erforderlich ist", heißt es.

Einem Flickenteppich gleicht auch die Ortsdurchfahrt Oberlangen. Auch für sie gibt es bis 2020 Geld vom Land für eine Sanierung. Foto: Andrea Schmees


Klagen über marode Straßen immer größer

Die Klagen über den zustand der innerörtlichen Straßen im Emsland war in den vergangenen Jahren nicht zu überhören. Bereits im Juli 2017 hatten der emsländische Landrat Reinhard Winter und Herzlakes Samtgemeindebürgermeister Ludwig Pleus als damaliger Sprecher der emsländischen Hauptverwaltungsbeamten an das Land appelliert, mehr Geld für die Sanierung der Landesstraßen und Ortsdurchfahrten in der Region bereitzustellen. Dabei verwiesen sie auf den Jahresbericht 2016 des Landesrechnungshofes, der einen "chronischen Investitionsstau bei der öffentlichen Infrastruktur des Landes" attestierte, insbesondere bei Landesbauten und Landesstraßen. Der Landesrechnungshofes schätze den Investitionsbedarf damals auf mindestens fünf Milliarden Euro. Etwa 700 Kilometer schlechter Ortsdurchfahrten würden auf ihre Instandsetzung warten, hieß es.

Im August 2017 hatten alle haupt- und ehrenamtlichen Bürgermeister im Altkreis Aschendorf-Hümmling bei einer Tagung in Niederlangen festgestellt: „Das Straßennetz geht uns förmlich vor die Hunde.“ Bei einer zweiten Tagung dieses Gremiums im April 2018 war dann Bernd Althusmann zu Gast, der Minister sagte dabei, „unbestrittenen Handlungsbedarf“ erkannt zu haben beim Thema Ortsdurchfahrten.


Von Schlaglöchern übersät: Die Ortsdurchfahrten Lorup, Oberlangen und Dersum. Grafik: Heiner Wittwer


Lob von Wigbers und Wocken

Der Vorsitzende des CDU-Kreisverband Aschendorf-Hümmling, Günter Wigbers, zeigte sich am Donnerstag kurz nach der Verkündung erleichtert. „Der Landesstraßenbau im Emsland nimmt Fahrt auf. Der Landtagsabgeordnete Bernd Busemann und Minister Bernd Althusmann haben geliefert“, sagte Wigbers und verwies auf die bereits genannten Verkehrskonferenzen im August 2017 und April 2018. Wigbers: „Ich freue mich besonders für die Ortsbürgermeister Wilhelm Helmer (Lorup), Georg Raming-Freesen (Oberlangen) und Hermann Coßmann (Dersum), die sich für die Sanierung ihrer Ortsdurchfahrten massiv eingesetzt haben. Gemeinsam haben wir unseren Forderungen substanziell begründet Nachdruck verliehen und mit Bernd Busemann einen wichtigen Entscheidungsträger an unserer Seite gehabt. "

(Weiterlesen: Darum ist der Zustand der Landesstraßen im Emsland schlecht)

Wigbers erinnerte auch an das erst im vergangenen Monat veröffentlichte Jahresbauprogramm für 2019. Damit würden vom Land zusätzlich wichtige kommunale Straßenbauprojekte abgesichert, unter anderem der mit 1,7 Millionen Euro veranschlagte Ausbau der Kreisstraßen 150 und 116 zwischen Esterwegen und der Bundesstraße 401. Zugleich seien damit Radwegeprojekte mit einem Volumen von knapp 1,5 Millionen Euro verbunden, darunter die Förderung der Grunderneuerung des Radweges zum Erikasee in Esterwegen, der Ausbau des Raddeweges zwischen Werlte und Sögel sowie des Alten Harrenstätter Weges in Spahnharrenstätte, der Ausbau des Radweges entlang der Kreisstraße 147 in Neudersum oder auch entlang der Kreisstraße 242 in Fehndorf.


Als "eine Katastrophe" bezeichnete Lorups Bürgermeister Wilhelm Helmer jüngst die Ortsdurchfahrt in seiner Gemeinde. Auch diese Straße wird bis 2020 saniert. Foto: Mirko Moormann


Der Sögeler Samtgemeindebürgermeister betonte aber auch: „Bis die Folgen des Investitionsstaus der vergangenen Wahlperioden allerdings behoben sind, brauchen wir auch in den nächsten Jahren noch deutlich mehr Straßenbaumittel und Gelder für dringend notwendige Radwegesanierungen.“

Dersum profitiert von weiteren Fördergeldern

Bernd Busemann ergänzte: "Mit der Auswahl von Dersum, Oberlangen und Lorup sind drei Straßen ausgewählt worden, die es richtig nötig haben. Ich begrüße die Entscheidung des Verkehrsministers und freue mich sehr für die drei Gemeinden." Busemann erinnerte daran, dass Dersum wegen der Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm "Soziale Dorfentwicklung" gemeinsam mit Kluse und Walchum auch von weiterer Stelle mit Fördergeld rechnen kann. 

Der Dörpener Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken sagte in Bezug auf Dersum: "Wir haben sehr dafür gekämpft und immer wieder auf die Notwendigkeit hingewiesen. Das ist ein großer Erfolg für die Menschen in Dersum und den anderen emsländische Gemeinden, die berücksichtigt wurden." Wocken erinnerte daran, dass in Dersum eine "große Maßnahme" ansteht, weil die Fahrbahn von Grund auf erneuert werden muss. Zu dem Gesamtkosten konnte er noch keine Angaben machen.

"Für eine bessere Wohn- und Lebensqualität in Lorup besteht in der Bevölkerung seit Jahren der Wunsch einer Sanierung der Ortsdurchfahrt. Daher freue ich mich risig über die Entscheidung", sagte Werltes Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe (CDU). Er erinnerte an die Verbindung Herzlake - Werlte, die für das Unternehmen Krone wichtig sei, die in beiden Kommunen einen Standort betreibt.

Nicht berücksichtigt in der ersten Tranche wurden die Ortsdurchfahrt Brual (Gemeinde Rhede), die ebenfalls seit Jahren als marode gilt, sowie die Straße Splitting rechts (Stadt Papenburg).


Nicht berücksichtigt in der ersten Tranche des Sonderprogramms wurde die Ortsdurchfahrt Brual. Das Bild zeigt eine Besichtigung der Straße durch die SPD-Landtagsabgeordnete Johanne Modder im Juni 2018. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper



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