Umweltminister Olaf Lies in Papenburg Kohleausstieg für Niedersachsen bis zum Jahr 2040

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Papenburg. Für einen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis zum Jahr 2040 hat sich Umweltminister Olaf Lies stark gemacht. Er sprach beim ersten „Energie-Talk“ des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE) Niedersachsen/Bremen in Papenburger Hotel Alte Werft.

Auch wenn der Begriff Energiewende suggeriere, dass ein Umkehren noch möglich sei, stehe fest, dass es keinen Weg zurück zur Energieversorgung durch Kohle oder Atom gebe, so Lies. Um die Erneuerbaren Energien besser voranzubringen, sei der Grundgedanke der LEE, gemeinsame Lösungen für die Energietechniken zu finden, genau der richtige, so Lies. Das Ziel sei eine gesicherte Versorgung mit Erneuerbaren Energien. Deshalb müsse nicht einfach nur der Endtermin für die Abschaltung etwa von Kohlekraftwerken beschlossen werden, sondern genau definiert werden, wie die Erneuerbaren Energien bis dahin ausgebaut werden sollen, so Lies.

Windenergie tragende Rolle

Die Windenergie als tragende Säule spiele dabei eine wichtige Rolle. Deshalb müssten auch verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, so Lies, der in diesem Zusammenhang auch auf die Situation beim Windanlagenhersteller Enercon hinwies und ergänzte, dass sich das Unternehmen, bei dem 800 Angestellte entlassen werden, „nicht mit Ruhm bekleckert“ habe. Schwierig seien im Windenergiesektor zudem die zunehmenden Höhen der Anlagen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung sei bei Windrädern mit 200 Metern Nabenhöhe nicht mehr besonders groß, so der Minister. Hier müssten Lösungen gefunden werden.

Klimaschutz ins Grundgesetz

LEE-Vorsitzender Wilhelm Pieper, Geschäftsführer des Unternehmens Firma Agrowea aus Twist, sagte, dass der Klimaschutz, ebenso wie der Artenschutz, in das Grundgesetz gehöre. Die Versorgungssicherheit könne durch die Bündelung der Techniken wie Windkraft oder Bioenergie sichergestellt werden, „und das nicht nur für ein 600-Einwohner-Dorf“, so Pieper, der zudem eine sogenannte Sektorenkopplung für die Bereiche Energiewirtschaft, Mobilität, Wärme und Industrie forderte.

Schiffsantrieb der Zukunft

In mehreren Vorträgen wurden Themen wie Güllevergärung in der Biogasbranche oder die Verstetigung von Windstrom duch Batteriespeicher näher beleuchtet. Gerhard Untiedt, Leiter der Abteilung Energie und Umwelt bei der Meyer Werft, sprach über die Energiewende im Schiffbau. Er berichtete über das neueste Kreuzfahrschiff „Aidanova“, das mit einem LNG-Flüssigerdgas-Antrieb ausgestattet ist. Zudem stellte er neue Technologien wie den Antrieb durch Methan oder regenerativ hergestelltes Methanol vor. Die Zukunft sei aber die Brennstoffzelle, so Untiedt. Hier gebe es noch großes Entwicklungspotenzial, und es dauere „mindestens noch zehn Jahre“, bis diese Technik einsatzbereit sei.


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