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Kramp-Karrenbauer, Merz oder Spahn CDU-Parteitag: Delegierte aus dem nördlichen Emsland uneins

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Sind Delegierte für das nördliche Emsland beim CDU-Bundesparteitag: (von oben links) Jens Gieseke, Bernd Busemann, Ingrid Cloppenburg und Pascal Albers. Collage: NOZ/Matthias Michael, Fotos: Martens, Hollemann/dpa, SG Sögel, CDU PapenburgSind Delegierte für das nördliche Emsland beim CDU-Bundesparteitag: (von oben links) Jens Gieseke, Bernd Busemann, Ingrid Cloppenburg und Pascal Albers. Collage: NOZ/Matthias Michael, Fotos: Martens, Hollemann/dpa, SG Sögel, CDU Papenburg

Papenburg. Mit vier Delegierten wird der Altkreis Aschendorf-Hümmling beim mit Spannung erwarteten CDU-Parteitag ab Freitag in Hamburg vertreten sein. Ein einheitliches Stimmungsbild zu den drei Kandidaten für die Nachfolge von Angela Merkel als Parteivorsitzende gibt es bei Pascal Albers, Bernd Busemann, Ingrid Cloppenburg und Jens Gieseke nicht.

Alle vier Delegierten aus dem nördlichen Emsland betonten auf Anfrage unserer Redaktion, dass es keinen "Fraktionszwang" des Kreisverbandes geben wird, für einen bestimmten Kandidaten zu stimmen. Einstimmig glaubt das Quartett indes an einen knappen Wahlausgang, nichts sei entschieden. 

Bernd Busemann und Jens Gieseke haben in der vergangenen Wochen die Regionalkonferenz in Bremen besucht. "Da hat Jens Spahn für mich die beste Rede gehalten", sagt Europaparlamentarier Gieseke, der nach eigenem Bekunden deshalb einen Tendenz zu dem jüngsten der drei Kandidaten verspürt, sich aber noch nicht endgültig entschieden habe. "Entscheidend wird der Auftritt in Hamburg sein", glaubt der Sögeler. 

Ist einer von vier Delegierten aus dem nördlichen Emsland beim Bundesparteitag der CDU in Hamburg: Jens Gieseke. Foto: Jörn Martens


Busemann tendiert zu Merz

Landtags-Vizepräsident Busemann will auch die Eindrücke abwarten, die er in der Hansestadt sammelt, hat aber eine klare Präferenz. "Für mich liegt derzeit Friedrich Merz vorne. Mit seiner liberalen und konservativen, aber auch sozialen Art dürfte er Wähler zurück gewinnen, die zu Nichtwählern geworden oder zu anderen Parteien abgewandert sind. Er kommt meinem politischen Weltbild am nächsten", glaubt der Dörpener, der in Hamburg als einer der dienstältesten Delegierten überhaupt dabei ist. 1982 hat Busemann zum ersten Mal an einem Bundesparteitag teilgenommen. 

Nimmt seit 1982 als Delegierter an Bundesparteitagen der CDU teil: Bernd Busemann. Foto: Holger Hollemann/dpa


Dennoch ist der bevorstehende für den 66-Jährigen ein Novum. "Ich hatte bei der Wahl zum Parteivorsitz noch nie eine Wahlmöglichkeit zwischen zwei oder gar drei Kandidaten, ich kenne strittige Personalentscheidungen also nicht. Für die Partei ist das aber sehr belebend", sagt Busemann.

Cloppenburg will Kramp-Karrenbauer wählen

Ebenfalls mit einer Präferenz, aber ohne definitive Entscheidung geht Ingrid Cloppenburg in den Parteitag. Sie tendiert zu Annegret Kramp-Karrenbauer. "Nicht, weil sie eine Frau ist, so wie ich, sondern weil mir ihr Profil am besten gefällt. Außerdem durfte ich sie schon beim Parteitag im Februar in Berlin kennenlernen und habe kurz mit ihr sprechen können", sagt die Werlterin, die für die Samtgemeinde Sögel arbeitet und als Ersatzdelegierte für Simone Wagner in Hamburg dabei sein wird. An einer Regionalkonferenz konnte Cloppenburg aus terminlichen Gründen nicht teilnehmen, hat aber mehrere per Livestream im Internet verfolgt.

Darf als Ersatzdelegierte am Parteitag teilnehmen: Ingrid Cloppenburg aus Sögel. Foto: SG Sögel


Pascal Albers noch unsicher

Vierter im Bunde ist Pascal Albers. Der Papenburger hat sich nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen ein Stimmungsbild im Vorstand des Stadtverbandes und der Stadtratsfraktion eingeholt. "Eine eindeutige Tendenz zu einem der drei Kandidaten konnte ich dabei nicht erkennen. Ich bin daher auch noch unentschlossen und werde mir die Präsentation der Kandidaten in Hamburg genau ansehen", sagt der 32-Jährige, der seit August Vorsitzender der CDU-Ratsfraktion in Papenburg ist. 

Hat sich noch nicht für einen Kandidaten entschieden: Pascal Albers aus Papenburg. Foto: CDU Papenburg


Auch Albers konnte aus Zeitmangel keine Regionalkonferenz besuchen, hat sich aber intensiv im Internet informiert. "Alle drei haben einen guten Eindruck hinterlassen. Die vergangenen Wochen haben der Partei richtig gut getan", meint der Jurist.

Connemann für Kreisverband Leer dabei

Für die CDU im Landkreis Leer am Parteitag teilnehmen wird Gitta Connemann. Am Rande eines Termins am Mittwochabend in Sögel verriet die Ostfriesin, im Vorfeld nicht kundtun zu wollen, für welchen der drei Kandidaten sie stimmen möchte und die Eindrücke in der Hansestadt auf sich wirken lassen möchte. „Ich konnte leider an keiner Regionalkonferenz teilnehmen. Deshalb fällt für mich die Entscheidung auf dem Bundesparteitag“, teilte Connemann mit. 

Geht es nach den Mitgliedern der Partei im südlichen Ostfriesland, sollte sie für Friedrich Merz stimmen. Für den Ältesten und wohl auch Konservativsten der drei Kandidaten hatten bei einer Befragung fast 70 Prozent ausgesprochen, für "AKK" votierten 27,5 Prozent. 

Wird für den CDU-Kreisverband Leer nach Hamburg fahren: Gitta Connemann. Foto: Daniel Gonzalez-Tepper



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