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05.12.2018, 18:18 Uhr KOMMENTAR

Zur Doku „Elternschule“ in Papenburg: Nicht verschließen

Von Gerd Schade


Die therapeutischen Methoden der Gelsenkirchener Klinik, in der „Elternschule“ gedreht wurde, werfen Fragen auf. Foto: Zorro FilmDie therapeutischen Methoden der Gelsenkirchener Klinik, in der „Elternschule“ gedreht wurde, werfen Fragen auf. Foto: Zorro Film

Papenburg. Der Dokumentarfilm „Elternschule“, der jetzt auch in Papenburg gezeigt wurde, ist zu Recht stark umstritten. Ihn abzulehnen oder gar zu verbieten, wäre aber falsch. Ein Kommentar.

Hinsehen, auch wenn es wehtut: Der stark umstrittene Dokumentarfilm „Elternschule“ ist stellenweise in der Tat selbst für Nicht-Fachleute nur schwer zu ertragen. Das wurde auch bei der Vorführung mit anschließender Podiumsdiskussion in Papenburg deutlich. Und doch ist es richtig, dass der Film gezeigt wird, weil er eine wichtige gesellschaftliche Debatte über Erziehungsfragen auslöst.

Die Augen zu verschließen und sich die Dokumentation nicht anzusehen, wie es der Deutsche Kinderschutzbund empfiehlt, oder den Film gar zu verbieten, wie es die inzwischen knapp 23.000 Unterstützer einer Internetpetition fordern, ist deshalb der falsche Weg. Denn damit wäre der Diskussion über die Ursachen, warum immer mehr Kinder wegen seelischer Erkrankungen behandelt werden, die Grundlage entzogen.

Dass die therapeutischen Methoden der Gelsenkirchener Klinik, in der „Elternschule“ gedreht wurde, in der Bewertung gleichermaßen Fachwelt wie Familien spaltet, ist derweil nachvollziehbar. Aber auch hier gilt es genau hinzusehen und zu differenzieren – so wie es die Teilnehmer der Podiumsdiskussion bei der Filmvorführung im Papenburger Kino getan haben.


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