Steigerung um bis zu 13 Prozent Bus- und Taxifahren im Emsland wird ab Januar 2019 teurer

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Ab Januar 2019 wird im gesamten Emsland das Busfahren teurer. Auch die Beförderung mit dem Taxi kostet mehr. Fotos: imago/Gottfried Czepluch/K-P Wolf, Montage: NOZAb Januar 2019 wird im gesamten Emsland das Busfahren teurer. Auch die Beförderung mit dem Taxi kostet mehr. Fotos: imago/Gottfried Czepluch/K-P Wolf, Montage: NOZ

Meppen. Busfahren im Emsland wird ab Januar teurer. Besonders stark steigen die Preise im Altkreis Lingen, wo es allerdings seit 2012 keine Erhöhung gegeben hat. Auch die Benutzung eines Taxis wird wahrscheinlich künftig mehr kosten.

Im Süden des Landkreises Emsland sind die Fahrscheine zuletzt im August 2012 teurer geworden, wie Hermann Meyering, Busunternehmer aus Lingen und Sprecher für die Verkehrsgemeinschaft (VGE) Emsland-Süd, auf Anfrage mitteilte. Um 13,6 Prozent werden daher die Preise für das Benutzen der Busse im Altkreis Lingen voraussichtlich erhöht. Voraussichtlich deshalb, weil der Antrag bei der zuständigen Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) Niedersachsen, der erst Ende November eingegangen war, noch nicht genehmigt wurde. Bei der Tarifgemeinschaft (TG) Mitte/Nord, in denen die Busunternehmen in den Altkreisen Meppen und Aschendorf/Hümmling zusammengeschlossen sind, steigen die Ticketpreise um 2,78 Prozent. In diesem Gebiet gab es allerdings die bisher letzte Erhöhung zum 1. Januar 2018, da betrug die Erhöhung 4,19 Prozent. Im TG Mitte/Nord hat die LNVG den Antrag der Tarifgemeinschaft bereits genehmigt.

Bei den Zahlen handelt es sich um eine "gewichtete Erhöhung", wie Rainer Peters, Sprecher der LNVG, erläutert. Gewichtet bedeutet, nicht jeder einzelne Fahrschein wird exakt um 13,6 beziehungsweise 2,78 Prozent teurer, sondern bezogen auf alle Fahrscheinarten, also Einzel-, Mehrfach- oder Gruppentickets. "Vereinfacht gesagt, die Gesamteinnahmen der Verkehrsbetriebe sollen sich um diesen Wert erhöhen", erläutert Peters. Die Tarife gelten so lange, bis die Verkehrsbetriebe einen neuen Antrag stellen. 

Vor allem Diesel ist teurer geworden

Eine Erhöhung halte die LNVG grundsätzlich für angemessen, weil die Kosten gestiegen seien und die Einnahmen "auskömmlich sein müssen", so der Sprecher. Peters verweist auf den "Preisindex Verkehr", der sich zuletzt um 2,8 Prozent erhöht hat. "Die Steigerungsrate im Tarifgebiet Emsland Mitte/Nord liegt demnach leicht unter dem Index", verdeutlicht der Sprecher. Hermann Meyering von der VGE Süd sagt: "Ich bekomme derzeit fast täglich Mitteilungen, dass ich im kommenden Jahr mehr zahlen soll." Er verweist auf die "rasant gestiegenen Dieselpreise", auch die Müll- und Versicherungsgebühren werden steigen. Außerdem mache sich der Fachkräftemangel auch im Busfahrergewerbe bemerkbar. "Wenn wir keine guten Löhne zahlen, wandern die Menschen ab in andere Jobs", so Meyering. Die VGE Süd ist ein Verbund aus neun privaten und kommunalen Transportunternehmen.

Ich bekomme derzeit fast täglich Mitteilungen, dass ich mehr zahlen soll.Hermann Meyering, Busunternehmer aus Lingen


Unverändert mit 1,50 Euro je Fahrt bleibt in Lingen das Ticket für die LiLi-Bus-Verbindungen. Dafür steigt der Einzelfahrscheinpreis von 1,70 auf 1,90 Euro. Neu eingeführt wird Meyering zufolge eine Umsteigekarte, die fünf Euro kostet. Sie ist gültig für zwei direkt aufeinanderfolgende Busfahrten und deren Rückfahrt. Bezogen auf vier Einzeltickets zu 1,90 Euro, also 7,60 Euro, spart der Käufer demnach 2,60 Euro. Das Tagesticket steigt von 3 auf 3,40 Euro. 

Im Gebiet Mitte/Nord gibt es drei Einzelfahrscheine für Orts- und Nahverkehre und fünf für Regionalverkehre. Die meisten Tickets werden um 10 Cent teurer, bei der kleinsten Kurzstrecke (1A) zum Beispiel von 1,30 auf 1,40 Euro, der zweiten Stufe der Kurzstrecke (1B) bleibt der Preis mit 2 Euro gleich. Eine Kurzstrecke kennt die VGE Süd nicht, Sprecher Meyering begründet dies mit der Größe des Stadtbezirks Lingen und der Stundentaktung auf den meisten Strecken. "Es ist nunmal ein Unterschied, ob ein Mal in der Stunde ein Bus fährt oder nur einige Male am Tag", so der Sprecher. 

Künftig wohl Zuschlag für Großraumtaxen

Auch Taxifahren wird 2019 mehr kosten. Dem Landkreis als zuständige Genehmigungsbehörde liegt seit August ein Antrag des Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen (GVN) vor. "Der Grundpreis sowie das Entgelt für die gefahrene Wegstrecke und die Wartezeit sollen erhöht werden", teilte Anja Rohde, Sprecherin der Kreisbehörde, auf Anfrage mit. Neu eingeführt werden soll ein Zuschlag für den Einsatz eines Großraumtaxis. Die jeweiligen neuen Preise verrät Rohde noch nicht. "Die beantragten Entgelte werden zunächst den politischen Gremien zur Beratung vorgelegt, bevor sie in den Ausschüssen öffentlich diskutiert werden", so die Sprecherin.

Die beantragten Taxientgelte werden zunächst den politischen Gremien vorgelegt, bevor sie öffentlich diskutiert werden.Anja Rohde, Sprecherin Landkreis Emsland


Die bisher letzte Preisänderung  sei durch Beschluss des Kreistages am 13. Oktober 2014 erfolgt. Das Gremium wird im Januar über den Antrag entscheiden. Gleichlautende Anträge liegen ebenfalls im Landkreis Grafschaft Bentheim sowie bei der Stadt Lingen zur Entscheidung vor, die politischen Gremien müssen dort eigenständig entscheiden. "Es bleibt somit abzuwarten, inwieweit dem Antrag zugestimmt wird", so Rohde.

Auch der GVN begründet der Sprecherin zufolge die Erhöhung mit gestiegenen Kosten, insbesondere die weitere Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns, der Entwicklung der Dieselpreise, erhöhten Beschaffungskosten für Fahrzeuge sowie allgemeinen Preissteigerungen.


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