Wegen Niedrigwasser auf Rhein Deutlich mehr Schiffe als üblich an Schleuse Herbrum

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An der Schleuse Herbrum werden derzeit deutlich mehr Binnenschiffe abgefertigt als sonst. Wegen des Niedrigwassers auf dem Rhein nutzen mehr Schiffe die Route über die Ems. Foto: Hermann HinrichsAn der Schleuse Herbrum werden derzeit deutlich mehr Binnenschiffe abgefertigt als sonst. Wegen des Niedrigwassers auf dem Rhein nutzen mehr Schiffe die Route über die Ems. Foto: Hermann Hinrichs

Herbrum. An der Schleuse Herbrum herrscht derzeit deutlich mehr Schiffsbetrieb als sonst. Wegen des Niedrigwassers im Rhein nutzen mehr Binnenschiffe die sogenannte Nordroute über den Dollart bei Emden und die Ems beziehungsweise den Dortmund-Ems-Kanal.

"Wir haben wegen der Vielzahl der Schiffe auf einen 24-Stunden-Schichtbetrieb umgestellt, und das mindestens bis Jahresende", berichtet Thorsten Seiwald, stellvertretender Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Meppen. Statt wie üblicherweise etwa 25 werden derzeit bis zu 50 Schiffe in Herbrum geschleust, berichtet Seiwald.

Üblicherweise nutzen die Seeleute, wenn sie von den großen Nordseehäfen in Amsterdam oder Rotterdam in Richtung Osten wollen, den Rhein, um ins deutsche Kanalnetz zu gelangen. Über den Wesel-Datteln-Kanal im Münsterland oder den Mittellandkanal im Münsterland geht es dann weiter. Doch der Rhein führt im Moment so wenig Wasser, dass dieser Weg versperrt ist. 

An der Schleuse Herbrum werden derzeit deutlich mehr Binnenschiffe abgefertigt als sonst. Wegen des Niedrigwassers auf dem Rhein nutzen mehr Schiffe die Route über die Ems. Foto: Hermann Hinrichs


Täglich zwei Zeitfenster

"Die Route über das Ijsselmeer und den Dollart ist deutlich länger und auch gefährlicher, den Binnenschiffern bleibt aber kaum eine Wahl", berichtet Seiwald. Die Ems bis Herbrum ist von der Tide abhängig, kann also nur bei Hochwasser in der Nordsee befahren werden. Der Schleuse Herbrum bleiben deshalb täglich nur jeweils zwei Zeitfenster, die fünf bis sechs Stunden lang sind. 

Um den Stau der Schiffe nicht zu lang werden zu lassen und auch nächtliche Tiden zum Schleusen nutzen zu können, stemmen sechs WSA-Mitarbeiter in Herbrum derzeit einen 24-Stunden-Betrieb. Dadurch können täglich bis zu 50 Schiffe abgefertigt werden, was in den vergangenen Tagen auch mehrfach der Fall war. "Dann ist die Kapazitätsgrenze aber auch erreicht", verdeutlicht der stellvertretende Amtsleiter. Wartezeiten bleiben deshalb trotzdem für die Binnenschiffer nicht aus. Seiwald zufolge sei es in Ausnahmefällen aber auch möglich, die Schleuse per Fernsteuerung von Meppen aus zu steuern.


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