Leuchtmann und Korff im Interview Künstler-Ehepaar tritt in Papenburg auf

Von Katharina Preuth

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Für eine Lesung über die Eigenarten der Ehe kommen Hans Peter Korff und Christiane Leuchtmann nach Papenburg. Foto: Anne HuneckFür eine Lesung über die Eigenarten der Ehe kommen Hans Peter Korff und Christiane Leuchtmann nach Papenburg. Foto: Anne Huneck

Papenburg. Das Künstler-Ehepaar Christiane Leuchtmann und Hans Peter Korff tritt am Mittwoch, 5. Dezember um 19.30 Uhr, in der Alten Drostei Papenburg mit ihrem Programm „Zähne einer Ehe“ auf. Im Interview erzählen sie von Ehestreit und „heißem Sex“ zur Versöhnung.

Frau Leuchtmann, Herr Korff, in ihrer Lesung zitieren sie Gottfried Ephraim Lessing, der schreibt, keine Ehe verläuft ohne Streit, es sei denn der Mann ist taub und die Frau blind. Sie beiden sind seit 1992 verheiratet. Streiten Sie auch?

Leuchtmann: Ja natürlich, wir sind Künstler und daher auch sehr leidenschaftliche Menschen.

Korff: Und Streiten macht Spass.

Wie streiten sie?

Leuchtmann: Es gibt keine Theaterprobe ohne Auseinandersetzung, ohne Disput. Dadurch nehmen wir uns gegenseitig ernst, reiben uns und kommen auf neue Ideen.

Korff: Aber wir streiten uns auch außerhalb der Arbeit.

Leuchtmann: Ja.

Wann fliegen privat die Fetzen?

Leuchtmann: Die üblichen Kleinigkeiten, denke ich.

Korff: Nach dem Motto von Loriot „Männer und Frauen passen einfach nicht zusammen.“

Leuchtmann: Zum Beispiel beim Autofahren. Ich liebe es, dem Navi zu folgen und Hans Peter hasst es, wenn ich dem Navi folge und hat eigene Ideen wie man fahren muss. Das ist ein Grund für Reibereien.

Werden Sie beim Streiten auch mal laut?

Leuchtmann: Nein, Anschreien würden wir uns nie. Wir schreien nicht, wir schlagen sofort.

Korff: An Stellen, wo man das nicht sehen kann.

Leuchtmann: Wir treten viel auf und wenn ich dann ständig ein blaues Auge habe oder er eine kaputte Brille, wäre das ja blöd. Wir kennen inzwischen die Stellen, wo man beim anderen hinschlägt, damit das nicht so auffällt. Wir hatten auch jahrelang Bühnenkampf-Training bei einem wunderbaren Mann vom Zirkus, der den Schauspielern beibringt, wie sie sich auf der Bühne schlagen, wie sie kämpfen und fechten. Daher wissen wir beiden, wie man sich effektiv, schmerzvoll, aber ohne dass man das später sieht, schlägt.

Wie läuft dann die Versöhnung?

Leuchtmann: Heißer Sex (lacht).

Korff: Aber vorher gehen wir erst einmal jeder in einen Raum, machen die Türen hinter uns zu und kühlen etwas ab.

Auf der Bühne wirken Sie, Frau Leuchtmann, sehr temperamentvoll und Sie, Herr Korff, eher ruhiger. Sind Sie auch privat verschieden?

Leuchtmann: Privat ist es anders herum, das ist unser Ausgleich, da bin ich sehr ruhig und besonnen und Hans Peter ist temperamentvoller.

Korff: Das kann ich so jetzt nicht unterstreichen.

Leuchtmann: Man glaubt es ja kaum, aber die Schauspielerei ist ein Beruf. Wir sind ganz normale Menschen, die den Beruf des Schauspielers ausüben. Die Vermischung von privat und Bühne, die geht nicht auf. Aber ich kann Ihnen sagen, Hans Peter ist ein sehr leidenschaftlicher Mann.

Nach welchen Kriterien haben Sie die Texte für ihr Programm „Zähne einer Ehe“ zusammengestellt?

Leuchtmann: Die gemeinsamen Lesungen machen wir seit 16 Jahren. Von daher haben wir einen unglaublichen Schatz an Texten und Werken. So setzt sich das dann über Jahre hinweg zusammen und wir kommen zu dieser Mischung aus altem, neuen, lustigem, besinnlichem, frechem.

Korff: Wir wissen mittlerweile schon ziemlich genau, wie die Mischung sein muss, damit sie dem Publikum zusagt.

Leuchtmann: So verändern wir auch unsere Abende je nach Publikum, es ist nicht immer das gleiche Programm. Das wäre zu langweilig. Wir improvisieren sehr viel. Es geht darum, einen Abend lebendig zu gestalten.

Korff: Wir überraschen uns auch gegenseitig da oben auf dem Podium, indem wir durch die Texte springen. Christiane überrascht mich mit einem Text, den ich an dieser Stelle überhaupt nicht erwartet hätte.

Leuchtmann: Es ist unerlässlich, dass wir beiden Spass haben, nur dann kann das auf das Publikum überspringen.

Woher kommt bei ihnen das Interesse an Dichtung?

Leuchtmann: Ich war immer eine Leseratte als Kind, dann habe ich viele Jahre am Schillertheater in Berlin und habe viel Klassik gespielt. Ich liebe gute Literatur, die hat emotionale Tiefe und geistige Höhe. Ob jetzt Heine, Tucholsky, Schiller oder Goethe: Es sind einfach großartige Literaten.

Und bei Ihnen, Herr Korff?

Korff: Zum Beispiel Ringelnatz ist ein ganz wunderbarer Autor, der mich immer sehr berührt, der kann jauchzend beschreiben und ganz anrührend oder todtraurig, wenn er reflektiert, wie es ihm so geht.


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