7 Regel- und 16 Krippengruppen Papenburg fehlen massiv Kitaplätze

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Volle Tische: So wie hier in der Kita Nautilus sind in allen Papenburger Kindertagesstätten alle Kita- und Krippenplätze belegt. Foto: Michael Wessels/ArchivVolle Tische: So wie hier in der Kita Nautilus sind in allen Papenburger Kindertagesstätten alle Kita- und Krippenplätze belegt. Foto: Michael Wessels/Archiv

Papenburg. Die Stadt Papenburg kommt bei der Schaffung weiterer Plätze im Kindertagesstättenbereich kaum nach. Perspektivisch fehlen der Fehnstadt sieben Regelgruppen und 16 Krippengruppen. Neue Einrichtungen im gesamten Stadtgebiet sollen entstehen.

Auf der jüngsten Sitzung des Kita- und Schulausschusses am Dienstagabend informierte Fachbereichsleiterin Birgit Lelonek über einen nach wie vor stetig steigenden Zulauf im Regel- und Krippenbereich. „Wir stehen vor großen Herausforderungen, obwohl wir seit Jahren an dem Thema dran sind“, so Lelonek. Sowohl die 1082 Plätze im Regelgruppenbereich als auch die 408 Plätze für unter Dreijährige im gesamten Stadtgebiet seien voll ausgelastet. „Es gibt kaum noch einen Puffer“, machte die Fachbereichsleiterin deutlich.

Nach Auswertung der aktuellen Geburtenzahlen fehlen der Stadt in den nächsten Jahren 7 Regel- und 16 Krippengruppen. „Die Entwicklung ist wahnsinnig rasant“, merkte Ausschussvorsitzende Annette Pöttker (CDU) an.

„Villa Kunterbunt“ wird erweitert

Auf den steigenden Bedarf will die Stadt mit dem Bau neuer Kindertagesstätten reagieren. Im Neubaugebiet zwischen Bethlehem und Splitting wird eine neue Kita in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) errichtet. Im neuen Quartier St. Josef am Vosseberg ist außerdem der Bau eines inklusiven Kindergartens geplant. Darüber hinaus soll Lelonek zufolge die „Villa Kunterbunt“ in Aschendorf erweitert werden.

An der Nahtstelle zwischen Unten- und Obenende

Komplett neu sind die Überlegungen für den Bau einer weiteren Kindertagesstätte an der Werthmannstraße in Nachbarschaft zu den Werkstätten der Caritas. „Der Standort liegt im Bereich der Nahtstelle zwischen Unten- und Obenende und ist schnell für Kinder aus dem Kapitänsviertel zu erreichen“, erklärte Lelonek. Hinsichtlich der Fläche sei die Verwaltung in Gesprächen. Die Trägerschaft dieser Kita könnte nach Mitteilung der Fachbereichsleiterin die Jugendhilfeeinrichtung Johannesburg aus Surwold übernehmen. „Die Johannesburg ist auf uns zugekommen. Wir begrüßen es, die Trägerschaften breit zu fächern“, so Lelonek.

Standortsuche in Aschendorf

Auch in Aschendorf soll eine zusätzliche Kita errichtet werden. Die Standortsuche dafür laufe derzeit. Die Trägerschaft könnte in diesem Fall laut Lelonek die „Unterm Regenbogen – Katholische Kindertagesstätten GmbH“ übernehmen. Die Investitionen für die geplanten Neubauten übernimmt nach Angaben der Fachbereichsleiterin der jeweilige Träger. Die Stadt komme für die Tilgung auf.

Über Container-Lösungen nachdenken

Ausschussmitglied Volker Eissing vom Unabhängigen Bürgerforum (UBF) gab zu bedenken, dass „auch alles bezahlbar bleiben muss“. Er regte an, sich auch Gedanken über Container-Lösungen zu machen. „Es gibt mittlerweile so gute Container, in denen man gar nicht merkt, dass man in einem sitzt.“ Auch Günter Buss (Grüne) sprach sich dafür aus, über Modul-Bauweisen nachzudenken. „Wer weiß, was in zehn Jahren ist und die Neubauten möglicherweise gar nicht mehr benötigt werden.“

„Wo bekommen wir die ganzen Erzieher her?“

Heiner Butke (CDU) wurde nach eigenen Angaben indes „ganz schwindelig“ bei der Vorstellung der Pläne. Er äußerte zudem seine Sorge darüber, ausreichend Personal für die zusätzlichen Kitas zu bekommen. „Wo bekommen wir die ganzen Erzieher her?“

Ausschussvorsitzende Pöttker gab ihren Ratskollegen abschließend mit auf den Weg, nicht zu klagen, sondern sich darüber zu freuen, dass es so viele Kinder in der Stadt gibt. „Auch wenn es teuer ist.“ Der Ausschuss nahm die Ausführungen der Verwaltung zur Kenntnis und votierte einstimmig für die Planungen zum Ausbau der Kita-Landschaft.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN