Anwohner der Friesenstraße verärgert Papenburg steigt in Planung zu Straßenlärm ein

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Papenburg. In welchen Bereichen sind Papenburger besonders von Straßenlärm betroffen? Um diese Frage drehte sich am Montagabend das Bürgerforum zum Einstieg in die städtische Lärmaktionsplanung. Knapp 20 Interessierte kamen ins Rathaus und machten ihren Unmut zum Teil Luft.

Den Aktionsplan zum Straßenverkehrslärm stellten zu Beginn der Veranstaltung Heinz Walker, Fachbereichsleiter Bauen, der städtische Verkehrsplaner Andreas Abeln sowie Jörn Janssen und Engelbert Stenkhoff vom begleitenden Ingenieurbüro SHP aus Hannover vor. „Städte müssen aufgrund einer neuen Gesetzeslage mit dem Verkehrslärm beschäftigen“, erklärte Stenkhoff. Eine Richtlinie des europäischen Parlamentes sei der Auslöser für diese Entwicklung gewesen.

Wie Stenkhoff weiter ausführte, müssen Lärmkarten in der Umgebung von Hauptverkehrsstraßen mit mehr als 8000 Fahrzeugen pro Tag erstellt werden. Lärm mindere nach seinen Worten die Attraktivität einer Stadt und sei zudem ab einem Wert von 70 Dezibel schädlich für die Gesundheit. „Das Ziel muss sein, zwischen 45 und 55 Dezibel zu landen“, so Stenkhoff.

Lärm an der B 70, am Mittelkanal, am Splitting und an der Rheiderlandstraße

Eine Auswertung für Papenburg habe ergeben, dass mit der Rheiderlandstraße sowie des innerörtlichen Abschnittes der Bundesstraße (B) 70 zwei Hauptverkehrsstraßen besonders dem Lärm ausgesetzt sind. Tagsüber sind laut Stenkhoff 3600 Menschen in diesen Bereichen von Lärm betroffen, nachts noch 2300. Auch am Splitting sowie am Mittelkanal seien erhöhte Werte festgestellt worden.

Als mögliche Maßnahmen zur Lärmverringerung nannte er Temporeduzierungen, Geschwindigkeitskontrollen, Nachtfahrverbote für Lastwagen, eine Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) sowie eine Verkehrsverlagerung. „Es würde auch schon ein wenig helfen, wenn die Papenburger ein bisschen weniger mit dem Auto fahren.“

„Können Fenster nicht öffnen“

Die Zuhörer zeigten sich nur bedingt zufrieden mit den Ausführungen. Besonders die Anwohner der Friesenstraße fühlten sich nach eigenem Bekunden „nicht ernstgenommen“. Wie sie ausführten, würden pro Tag 8500 Fahrzeuge die Friesenstraße nutzen. „Aufgrund des Lärms und der Emissionen können wir die Fenster nicht öffnen“, merkte eine Anwohnerin an. Um den häufig auftretenden Rückstau an der Kreuzung zur Bahnhofstraße zu vermeiden, regte sie an, den Verkehr von der Friesenstraße über die Straße „Zur Seeschleuse“ zu leiten.

Fachbereichsleiter Walker wies die Kritik zurück, dass über die Friesenstraße einfach hinweggegangen werde. „Wir nehmen ihre Anregungen natürlich mit und werden es in die weiteren Gespräche einbringen.“ Er gab aber auch zu bedenken, dass nichts erreicht werde, wenn Probleme einfach verschoben werden.

Zu wenige Kontrollen

Ein Anwohner der Landsbergstraße monierte, dass dort häufig zu schnell gefahren werde und bemängelte, dass es generell zu wenige Kontrollen gebe. Auch Anwohner vom Turmkanal erneuerten während des Bürgerforums ihre Kritik an den in der Umgebung der Alten Werft stattfindenden Tunertreffen. „Es muss doch möglich sein, den Brüdern das Handwerk zu legen“, so ein Anwohner.

Walker nannte die vorgetragenen Anregungen ein „gutes Ergebnis“. In Gesprächen mit Fachleuten soll nun geprüft werden, ob die eine oder andere Idee davon, mit in die Lärmaktionsplanung aufgenommen wird.


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