Praktikum im Marien-Hospital Hochbegabt: 16-jährige Medizinstudentin in Papenburg

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Stippvisite einer Hochbegabten: Im Papenburger Marien-Hospital absolvierte die 16-jährige Medizinstudentin Jentl Bark ein Kurzpraktikum. Angeleitet wurde sie von ihrem Dozenten Harald Orfgen. Foto: Gerd SchadeStippvisite einer Hochbegabten: Im Papenburger Marien-Hospital absolvierte die 16-jährige Medizinstudentin Jentl Bark ein Kurzpraktikum. Angeleitet wurde sie von ihrem Dozenten Harald Orfgen. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Den Traum Arzt oder Ärztin zu werden, hegen viele Jugendliche. Jentl Bark ist ihren Altersgenossen auf dem Weg zu diesem Ziel gleich mehrere Schritte voraus. Die 16-Jährige studiert Medizin – bereits im dritten Semester. Für ein Kurzpraktikum war die Niederländerin jetzt in Papenburg.

„Sie ist hochbegabt“, stellt Harald Orfgen schlicht und einfach fest. Der Papenburger ist Direktor der Außenstelle der Universität Groningen in der Fehnstadt. Die „University of Groningen North West Germany“ (UGNWG) – wie die Dependance offiziell heißt – hat sich einen grenzübergreifenden Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis zum Ziel gesetzt. In die Kooperation eingebunden sind außer der Stadt Papenburg und der Samtgemeinde Dörpen auch Unternehmen wie die Meyer Werft.

(Weiterlesen: Meyer Werft eröffnet Büro in Groningen)

„Wir wollen die besten Leute holen“

Ein Teil der Zusammenarbeit liegt auf dem medizinischen Sektor. Dazu gehören Praktika von Groninger Medizinstudenten im Marien-Hospital sowie im Medizinischen Versorgungszentrum Dörpen. Dahinter steckt das Bestreben, Mediziner nach Studienabschluss für eine ärztliche Tätigkeit in der Region zu gewinnen. „Wir wollen die besten Leute ins Emsland holen“, betont Orfgen. Inzwischen haben fast 150 Studenten entsprechende Praktika absolviert, eines davon Jentl Bark.

Eine Ausnahme

Als Orfgen die Bewerbung der Medizinstudentin auf den Tisch bekam und sein Blick auf deren Lebenslauf samt Altersangabe der Kandidatin fiel, „dachte ich zunächst, dass die Angaben veraltet sind“. Schnell habe sich dann aber herausgestellt, dass alles seine Richtigkeit hat und Bark zu den wenigen Menschen mit einer außergewöhnlich hohen Intelligenz zähle. Orfgen zufolge trifft die Begabung der Jugendlichen nur auf maximal zwei bis drei Prozent der Menschheit zu. „Statistisch gesehen ist sie also eine Ausnahme“, so der UGNWG-Direktor.

Drei Jahrgangsstufen übersprungen

Die 16-Jährige selbst hängt das aber nicht an die große Glocke, im Gegenteil. Im Gespräch mit unserer Redaktion gibt sie sich freundlich, aber auch zurückhaltend. Beinahe scheint es, als sei es ihr unangenehm, zu erzählen, dass sie in ihrer Schullaufbahn drei Jahrgangsstufen übersprungen hat, die erste davon gleich zu Beginn. 2017 machte Bark ihr Abitur, noch im selben Jahr nahm sie ihr Studium auf.

„Ich sehe mich als eine ganz normale junge Frau“, sagt die 16-Jährige, die aus Sneek in der Provinz Friesland. Ihre Hobbys sind Tanzen (Ballett), Fotografieren, Laufen und Jazz. Wie Orfgen hinzufügt, ist sich die Studentin überdies aber keineswegs zu schade, als Reinigungskraft zu jobben. „Von Abgehobensein kann bei ihr überhaupt nicht die Rede sein“, sagt der Papenburger, der während des einwöchigen Praktikums auch offiziell als Dozent der Medizinstudenten fungiert.

Vorteil Praxisbezug

Die Tage im Marien-Hospital sind abwechslungsreich. Zwar beschränkt sich das Praktikum im Wesentlichen auf eine Hospitanz, dafür dürfen die Studenten in verschiedene Bereiche wie Kardiologie, Chirurgie oder Notfallambulanz hineinschnuppern. „Manchmal dürfen wir auch Kleinigkeiten übernehmen und beispielsweise einen Schlauch anreichen“, erzählt Jentl Bark. Sie beschreibt die Stippvisite in Papenburg als sehr lehrreich – nicht zuletzt wegen des Praxisbezuges, den es während des Studiums in den Niederlanden so zunächst nicht gebe. „Deshalb sind die Praktika hier auch sehr beliebt“, fügt Orfgen hinzu.

Ziel Kinderheilkunde

Warum Jentl Bark Ärztin werden will? „Ich möchte anderen helfen und ich interessiere mich für den menschlichen Körper“, sagt die Studentin. Das Medizinstudium in den Niederlanden dauert in der Regel sechs Jahre. Dann wäre die 16-Jährige mit 21 Hochschulabsolventin. Gerne würde sie später im Bereich Pädiatrie (Kinderheilkunde) praktizieren. Möglicherweise wolle sie aber auch den Doktortitel in Angriff nehmen, sagt Bark.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN