TÜV-Report Papenburg: Mehr als die Hälfte der Autos ohne Mängel

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ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht vom 7. November 2018: Alles okay oder nicht? Die Gewinner und Verlierer der von den Tüv-Prüfern untersuchten Autos bei der Hauptuntersuchung fasst der jetzt erschienene Tüv-Report 2019 zusammen. Foto: Uwe Anspach/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++ARCHIV - Zum Themendienst-Bericht vom 7. November 2018: Alles okay oder nicht? Die Gewinner und Verlierer der von den Tüv-Prüfern untersuchten Autos bei der Hauptuntersuchung fasst der jetzt erschienene Tüv-Report 2019 zusammen. Foto: Uwe Anspach/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Papenburg. Insgesamt 56,6 Prozent der Autos, die in 2018 an der TÜV-Station in Papenburg von den Sachverständigen vor Ort unter die Lupe genommen worden sind, hatten keine Mängel. Bei 11,7 Prozent fanden die TÜV-Sachverständigen nur geringe Mängel, sodass 68,3 Prozent sofort eine TÜV-Plakette mit zwei Jahren Gültigkeit bekamen.

Bemerkenswert ist aber auch die andere Seite dieser Plakette: Bei immerhin 31,6 Prozent wurden erhebliche Mängel festgestellt. Sie mussten umgehend repariert werden, bevor nach einer Nachprüfung die Plaketten auf das hintere Kennzeichen und die Siegel für die Hauptuntersuchung (HU) in den Fahrzeugschein geklebt werden konnten. Als völlig verkehrsunsicher wurden drei Autos eingestuft. Das teilte der TÜV Nord mit. Die fünfte Mängelkategorie „gefährliche Mängel“, die im Mai 2018 neu eingeführt wurde, hat noch keine statistische Relevanz. Ein „gefährlicher Mangel“ ist dabei ein erheblicher Mangel, der eine direkte und unmittelbare Verkehrsgefährdung darstellt oder die Umwelt erheblich beeinträchtigt. Beispielsweise trifft dies dann zu, wenn an einem Fahrzeug alle Bremslichter ausgefallen sind.

Zwei weitere Zahlen aus der TÜV-Nord-Statistik: Der durchschnittliche Pkw, der hier an der TÜV-Station geprüft wurde, war 9,6 Jahre alt und hatte mehr als 120.000 Kilometer auf dem Tacho. Im gesamten Bereich des TÜV Nord hat sich die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln schon zum fünften Mal hintereinander verringert.

Holger Schouwer, Leiter der TÜV-Station, sagt: „Wir freuen uns über diese Entwicklung der Mängelquoten. Die Hersteller bauen schließlich sichere Autos und legen auch Wert auf die Langzeitqualität. Zudem verstärken die Autohäuser und Werkstätten ihre Anstrengungen in Sachen Qualitätssteigerung. Die Autofahrer wiederum kümmern sich in Zeiten guter Wirtschaftslage mehr um Wartung und Pflege ihrer Fahrzeuge und nehmen fällige Termine zur Inspektion und Instandhaltung wahr. Wer sein Auto regelmäßig zu den empfohlenen Inspektionsterminen in einer guten Fachwerkstatt warten lässt, hat bei der Hauptuntersuchung weniger Mängel an seinem Fahrzeug und mehr Freude an sicherer, individueller Mobilität.“

Häufigste Mängel bei Licht und Elektrik

Schouwer äußerte in der Mitteilung den Wunsch, dass die Überprüfung der Beleuchtungsanlage vor Fahrantritt zur Regel wird. Dass die vernachlässigt werde, zeige auch die Verteilung der Mängelgruppen. Hier liegt „Licht, Elektrik“ in der Statistik wieder weit vorne. Allerdings ist die Quote der erheblichen Mängel in diesem Bereich erneut gesunken. Daran haben auch die Hersteller mit der Entwicklung von zuverlässiger und langlebiger Technik – zum Beispiel LED – ihren Anteil. Insgesamt ergibt sich in der TÜV-Statistik als Reihenfolge für die am häufigsten auftretenden Mängelgruppen „Licht, Elektrik“, „Umweltbelastung“, „Achsen, Räder, Reifen“ und „Bremse“.

Je älter die Fahrzeuge bei ihrem TÜV-Termin sind, desto höher ist die Zahl derjenigen, die im ersten Anlauf keine Plakette bekommen. Die aktuellen TÜV-Nord-Zahlen belegen: Bei der ersten HU im Alter von drei Jahren finden sich bei 5,8 Prozent der Autos erhebliche Mängel. Im Alter von fünf Jahren sind es schon 10,5 Prozent und so geht es weiter bis zu den Elfjährigen, von denen 29,4 Prozent zur Reparatur in die Werkstatt müssen.

Die durchschnittliche Laufleistung, die neben dem Alter auch als Grund für den Verschleiß und somit für Mängel anzusehen ist, liegt jetzt bei den Dreijährigen bei 49.548 Kilometern und bei den Elfjährigen bei 138.508 Kilometern auf dem Tacho.

TÜV-Plakette ändert Farbe zum Jahreswechsel

Für diejenigen Autofahrer, die noch mit einer grünen Plakette für 2018 unterwegs sind, steht ein TÜV-Termin an. Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel ändert sich die Farbe der „fälligen“ Plaketten von Grün auf Orange. Für die Polizei ist damit farblich erkennbar, dass der TÜV-Termin überzogen wurde. Dann ist nach mehr als zwei Monaten ein Verwarnungsgeld fällig. Ab dem achten Monat kommt noch ein Punkt in der Autosünderkartei hinzu.

Als das Auto mit den geringsten Mängeln im gesamten TÜV-Report 2019 wird der Porsche 911 gelistet. Er dominiert die aktuelle Statistik: In allen Altersklassen wird er auf Platz 1 als Mängelzwerg geführt. Schlecht schneidet dagegen zum Beispiel der Dacia Logan ab, der in drei Altersklassen die rote Laterne innehat. Bei den Vier- und Fünfjährigen ist der Peugeot 206 und bei den Acht- und Neunjährigen sind Renault Kangoo und Chevrolet Matiz die Schusslichter.


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