Anklage wegen zwölf Straftaten Paar vom Hümmling zu Freiheitsstrafen verurteilt

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Das Schöffengericht verurteilte den Hauptangeklagten zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe. Symbolfoto: Michael GründelDas Schöffengericht verurteilte den Hauptangeklagten zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe. Symbolfoto: Michael Gründel

ga Meppen/Papenburg. Das Amtsgericht Meppen hat ein junges Paar vom Hümmling zu langen Freiheitsstrafen verurteilt. Der 35-Jährige muss für zwei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis, seine derzeit schwangere Freundin kam mit einer Bewährungsstrafe davon.

Die Staatsanwaltschaft hatte den beiden insgesamt zwölf Straftaten vorgehalten. Im Sommer 2017 sollen sie Einbruchdiebstähle, einfache Diebstähle aus Wohnhäusern oder Pkw sowie Computer-Betrügereien begangen haben. Vornehmlich sollen sie es auf Bargeld oder EC-Karten mit PIN abgesehen haben, was laut Anklage auch mehrfach gelang. Insgesamt sollen sie rund 5000 Euro Bargeld erbeutet haben. Hinzu kamen laut Staatsanwaltschaft Verkaufserlöse aus Wertgegenständen wie PC oder Fernseher. Die beiden Angeklagten bestritten die ihnen zur Last gelegten Taten. Aus diesem Grunde wurde eine umfangreiche Beweisaufnahme durch das Schöffengericht erforderlich, und der Prozess zog sich über zwei Verhandlungstage.

Dabei wurde zu Beginn deutlich, dass die Ex-Freundin des Hauptangeklagten das Ermittlungsverfahren ausgelöst hatte. Sie erkannte die derzeitige Lebensgefährtin des 35-jährigen Mannes auf einem Fahndungsvideo der Polizei wieder, das bei einer Abhebung an einem Geldautomaten mit einer erbeuteten EC-Karte entstanden war, und wandte sich an die Polizei. Sie hatte auch einen Motorradhelm und ein Halstuch des Angeklagten wiedererkannt, die auf den Fahndungsvideos zu sehen gewesen waren.

Hauptangeklagter soll mit Taten geprahlt haben

Im Mittelpunkt der Zeugenaussagen vor Gericht standen die Beziehungen der Zeugen zum Angeklagten. Sie berichteten von dessen Prahlerei mit den begangenen Straftaten. Unter anderem soll sich das Pärchen über die Geschädigten lustig gemacht haben, die PIN und EC-Karte zusammen aufbewahrt hatten. Auch über seine Art, in Gebäude einzusteigen, soll der Angeklagte erzählt haben. Nicht nur bei einem Einbruch in eine Grundschule soll er über das Dach in das Gebäude gelangt sein.

Bei einem Einbruch in eine Pizzeria in Sögel wurde das Lokal verwüstet und beschmutzt. Am Tatort blieb eine leere Bierflasche zurück, an der unter anderem DNA des Angeklagten gefunden wurde. Erbeutet wurden dabei laut Anklage ein PC und zwei Fernseher.

Fünf Taten bleiben nach Beweisaufnahme übrig

Nach Ende der Beweisaufnahme stellte das Schöffengericht sieben der angeklagten Straftaten mit Zustimmung aller Beteiligten ein, da zu erwarten war, dass eine Verurteilung wegen der noch verbleibenden fünf Taten zu erwarten war. Übrig blieben beim Hauptangeklagten insgesamt zwei Einbruchdiebstählen und drei verbotene Geldabhebungen, bei der weiblichen Angeklagten ein Einbruchdiebstahl und drei illegale Geldabheben.

Die Strafregister der beiden Angeklagten wiesen eine Vielzahl einschlägiger Straftaten auf, wegen derer der Haupttäter auch bereits im Gefängnis saß. Bei der Tatbegehung standen beide noch unter Bewährung.

Verteidiger fordern für beide Freisprüche

Der Staatsanwalt forderte er für den 35-Jährigen eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und für seine Freundin eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten, die nicht zur Bewährung ausgesetzt werden solle. Ganz anders sah das der Verteidiger des Hauptangeklagten. Er führte aus, dass alle Zeugenaussagen widersprüchlich seien und die Zeugen sich zusammengetan hätten, um seinen Mandanten ins Gefängnis zu bringen. Dies sei ja auch während der Verhandlung einige Male von den Zeugen geäußert worden. Deshalb fordere er einen Freispruch für seinen Mandanten. Ähnlich sah es die Verteidigerin der weiblichen Angeklagten, die ebenfalls die Zeugenaussagen für widersprüchlich und deshalb falsch hielt. Auch sie forderte für ihre Mandantin einen Freispruch.

Das Schöffengericht schloss sich weitgehend der Auffassung der Staatsanwaltschaft an und verurteilte den Hauptangeklagten zu zwei Jahren und sechs Monaten Freiheitsstrafe. Den Erlös in Höhe von 3280 Euro, den er aus den Straftaten erlangt habe, muss er erstatten. Die weibliche Angeklagte wurde zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monate auf Bewährung verurteilt. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre. Auch sie hat die Einnahmen aus den Straftaten in Höhe von 1470 Euro zurückzuzahlen.


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