Kleinere Schiffe für kleinere Häfen Papenburger Werftchef sieht noch großes Potenzial auf Kreuzfahrtmarkt

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die „Spectrum of the Seas“ soll im Frühjahr 2019 fertiggestellt sein. Foto: Gerd SchadeDie „Spectrum of the Seas“ soll im Frühjahr 2019 fertiggestellt sein. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Der Chef der Papenburger Meyer Werft, Bernard Meyer, sieht noch großes Potenzial auf dem wachsenden Kreuzfahrtmarkt.

Wie der 70-Jährige beim Besuch der niedersächsischen Europaministerin Birgit Honé (SPD) auf der Werft (wir berichteten) erklärte, hätten erst 3,5 Prozent aller US-Amerikaner eine Reise auf einem Kreuzfahrtschiff unternommen. In Deutschland seien es weniger als 2 Prozent und in vielen anderen Ländern unter 1 Prozent.

Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 sei der Markt drastisch eingebrochen. Nachdem die Reedereien daraufhin die Preise für Kreuzfahrten um bis zu 50 Prozent gesenkt hätten, seien die Reisen für viele Menschen plötzlich erschwinglich geworden. „Dadurch haben die Reedereien viele neue Passagiere bekommen“, sagte Meyer.

Die Auftragsbücher der Werft sind derzeit so voll wie nie. Während der in Papenburg gebaute Ozeanriese „AIDAnova“, das weltweit erste mit Flüssigerdgas betriebene Schiff, derzeit auf der Nordsee erprobt wird, entstehen in den Werfthallen das erste einer Reihe von kleineren Kreuzfahrtschiffen für die britische Reederei Saga Cruises, das im kommenden Sommer fertiggestellt sein soll, sowie die gigantische „Spectrum of the Seas“ für die US-Reederei Royal Caribbean International. Sie soll bereits im Frühjahr 2019 fertiggestellt sein.

„Wir müssen weiter aufpassen, dass wir immer vorne dran sind“, sagte Meyer und verwies unter anderem auf wachsenden Konkurrenzdruck aus China. Was die Ausstattung auf Kreuzfahrtschiffen in Sachen Unterhaltungsaktivitäten betreffe, orientierten sich die Papenburger Schiffbauer immer auch an neuen Entwicklungen aus der Film- und Freizeitindustrie. Dabei gehe der Blick immer auch in die US-Glücksspiel-Metropole Las Vegas, sagte Meyer.

Die Werft hat unter anderem auf der 2014 abgelieferten „Quantum of the Seas“ eine 100 Tonnen schwere Krangondel montiert, die Passagiere auf eine Höhe von 90 Metern über dem Meeresspiegel bringt. Entwickelt worden sei beispielsweise auch eine Anlage, mit der sich an Bord ein Fallschirmsprung nachempfinden lässt. Zum Standard auf Disney-Schiffen gehören der Werft zufolge Innenkabinen mit Bildschirmen statt Fenstern, auf denen Meeresblicke mit animierten Disneyfiguren gezeigt werden.

Auch was die Schiffsgrößen betreffe, sei das Ende der Größenordnung mit Volumina von rund 300.000 Bruttoraumzahl noch nicht erreicht, so Meyer. Und doch gehe ein Trend zu kleineren Kreuzfahrtschiffen – nicht zuletzt deshalb, weil man damit kleinere Häfen anlaufen könne.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN