Früheres Blumenatelier wird abgerissen Großer Neubau am Hauptkanal in Papenburg vor Baubeginn

Von Christoph Assies und Daniel Gonzalez-Tepper

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cass/dgt Papenburg. Im früheren Blumenatelier Wegener am Hauptkanal rechts 49 in Papenburg tut sich etwas. Bauzäune und Werbeplakate für ein neues Wohn- und Geschäftshaus weisen darauf hin, dass dort bald die Bagger anrollen dürften.

Mit dem Slogan „Wohnen am Hauptkanal“ wirbt das Planungsbüro Böckenholt und Korte aus Hilter im Süden des Landkreises Osnabrück seit wenigen Tagen auf vier großen Werbebannern für das Projekt. Den Angaben zufolge entsteht entlang der Stichstraße zwischen Hauptkanal rechts und Parkplatz Alter Schulweg ein dreigeschossiger Neubau. An der Stichstraße liegt auch das Biocafé und der Bioladen des Sozialen Ökohofs St. Josef, auf der anderen Seite entlang des Hauptkanals das Modehaus Riccio (Mode Böckmann).

In dem Neubau unterkommen sollen Miet- und Eigentumswohnungen, ein Café mit Backshop und 18 Doppelgaragenplätzen. Die Zahl der Wohnungen, die zwischen 60 und 125 Quadratmeter groß sind, wird auf den Bannern nicht angegeben. Als Vorzüge werden die Nähe zum Hauptkanal, zum Stadtpark und die „verkehrsberuhigte Südlage“ genannt. Das Äußere des Wohnblocks soll dem Planungsbüro zufolge mit einer „hochwertigen Klinkerfassade“ und einer „ortstypischen Giebelarchitektur“ gestaltet werden, bei der Heiztechnik setzt man auf Erdwärme.

Altes Gebäude wird abgerissen

Für das Vorhaben wird das Gebäude, das sich auf dem Grundstück derzeit befindet, abgerissen. Bis Ende September 2017 befand sich im Erdgeschoss der Immobilie das Blumenatelier Wegener. Die Betreiber Ursula und Dieter Wegener hatten sich nach gut zehn Jahren entschieden, Papenburg den Rücken zu kehren und nach Nordrhein-Westfalen zurückzukehren. Die Eheleute waren in dem Haus Mieter und hatten im Gespräch mit der Redaktion angekündigt, dass der Eigentümer bereits seit gut zwei Jahren bauliche Veränderungen plane. Sie lobten die gute Lage des Grundstücks mit Anbindung zum Hauptkanal, aber auch den Parkplätzen im hinteren Bereich des Areals.

Im Februar 2018 verkaufte der Lions-Club in dem Ladenlokal Inventar-Restbestände von Kreuzfahrtschiffen der Meyer Werft für einen guten Zweck. Dabei kamen 12.000 Euro zusammen, die an Papenburger Einrichtungen verteilt wurden.

Das Planungsbüro Böckenholt und Korte äußerte sich auf Anfrage nicht zu dem Vorhaben, ein zugesagter Rückruf blieb aus. Auch der Eigentümer des Gebäudes war für unsere Redaktion nicht zu erreichen. Ebenfalls unbeantwortet blieb eine Anfrage an die Stadtverwaltung.

Keine Erdgeschosswohnung direkt am Kanal

Dass im Erdgeschoss des neuen Gebäudes ein Café entsteht, hat auch mit der Entscheidung des Papenburger Bau- und Umweltausschuss im November 2017 beziehungsweise des Stadtrates zu tun, die Schaffung von Erdgeschosswohnungen in zentralen Einzelhandelsbereichen am Untenende (Hauptkanal) und Obenende (Splitting) zu untersagen. Die Politik folgte dem Vorschlag der Stadtverwaltung, dass im Erdgeschoss jeweils mindestens acht Meter in die Tiefe (ausgehend von Hauptkanal beziehungsweise Splitting) gewerblich genutzt werden müssen. Ziel sei es, die Stadtteilzentren zu erhalten und die Geschäftsfronten in den Zentren für den Einzelhandel attraktiv zu halten. Der Geltungsbereich der Verordnung umfasst die „Flaniermeile“ Hauptkanal zwischen Deverweg und B 70 sowie der Splitting zwischen Erster Wiek und dem Bolwinsweg.


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