Vom 11. bis 21. November Papenburger Kirchen gestalten erste Friedensdekade

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Zum Besuch von Ausstellung, Gebeten, Gottesdiensten und Gesprächsrunden der Veranstaltungsreihe im Rahmen der Ökumenischen Friedensdekade in Papenburg laden (von links) die Pastorinnen Bianca Spekker und Anna Riese, Annegret und Leo Schwarte sowie Pastor Gerrit Weusthof ein. Foto: Klaus DieckmannZum Besuch von Ausstellung, Gebeten, Gottesdiensten und Gesprächsrunden der Veranstaltungsreihe im Rahmen der Ökumenischen Friedensdekade in Papenburg laden (von links) die Pastorinnen Bianca Spekker und Anna Riese, Annegret und Leo Schwarte sowie Pastor Gerrit Weusthof ein. Foto: Klaus Dieckmann

Papenburg. Zum ersten Mal beteiligen sich die Kirchen in Papenburg mit einer Veranstaltungsreihe an der Initiative „Ökumenische Friedensdekade“. Vom 11. bis 21. November finden täglich in verschiedenen Gotteshäusern Friedensgebete statt.

Weitere Elemente der Aktion zur Friedensdekade, die in Deutschland bereits Anfang der 1980er-Jahre ins Leben gerufen wurde und in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag stattfindet, sind eine Ausstellung in der Vorhalle der St.-Josef-Kirche im Vosseberg, ein Diskussionsabend unter dem Thema „Frieden schaffen mit und ohne Waffen“, der Dokumentarfilm „Der Hauptmann von Muffrika“ verbunden mit einem Gespräch mit dem Autor Paul Meyer sowie zum Abschluss ein Bittgottesdienst. Organisiert hat die Veranstaltungsreihe der Ökumenische Arbeitskreis in Papenburg.

Alle Kirchengemeinden in der Stadt an der Friedenswoche beteiligt

„Es ist erfreulich, dass sich alle Kirchengemeinden in der Stadt an der Friedenswoche beteiligen“, betonte Pastorin Anna Riese (Erlöserkirche) vom Vorstand des Ökumenischen Arbeitskreises bei der Vorstellung des Programms im Gemeindezentrum St. Josef im Vosseberg. Sie hoffe, dass sich möglichst viele Menschen angesprochen fühlten, sich an den Gebeten und den Gottesdiensten zu beteiligen sowie die weiteren Veranstaltungen zu besuchen.

Bundesweit stehen die Aktionen zur Friedensdekade in diesem Jahr unter dem Motto „Krieg 3.0“. Damit möchte der Trägerkreis nach den Worten von Leo Schwarte vom Ökumenischen Arbeitskreis angesichts der möglichen weiteren Eskalation bestehender Konflikte und kriegerischer Auseinandersetzungen in der Welt auf die potenziellen Gefahren eines dritten Weltkriegs aufmerksam machen.

Weltweite „Aufrüstungsspirale“ wird hinterfragt

Hinterfragt wird dabei Schwarte zufolge ebenfalls die weltweite „Aufrüstungsspirale“, die sich auch an den Finanzplänen für den Verteidigungshaushalt der Bundesrepublik in den kommenden Jahren ablesen lasse. Zudem werde der Blick auf die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen gelenkt. Die Entwicklung unbemannter und eigenständig agierender Waffensysteme wie Drohnen und Kampfroboter (Slaughterbots) sei deutlich auf dem Vormarsch. Thematisiert würden diese Aspekte auch in der Ausstellung, die Schwarte unter anderem mit Materialien der Ökumenischen Friedensdekade konzipiert hat. Zu sehen ist die Ausstellung in der Vorhalle der St.-Josef-Kirche ab Samstagabend, 10. November.

Militärpfarrer hält Vortrag in der Erlöserkirche

Der offizielle Beginn der Friedensdekade in Papenburg ist am Sonntag, 11. November, in allen Kirchengemeinden der Stadt. Ab Montag schließen sich bis Donnerstag, 15. November, jeweils um 19.30 Uhr Friedensgebete in St. Marien am Obenende, St. Antonius am Untenende, der Christuskirche in Aschendorf sowie der Marktkirche am Untenende an.

Zum Diskussionsabend am Freitag, 16. November, um 19 Uhr in der Erlöserkirche an der Barenbergstraße unter der Überschrift „Frieden schaffen mit und ohne Waffen“ hält Pastor Carsten Greite aus Osteel im Landkreis Aurich einen einleitenden Vortrag. Greite ist ehemaliger evangelischer Militärpfarrer für Norddeutschland. Vor dem Vortrag ist ab 18 Uhr zu einem Taizé-Gebet eingeladen.

DIZ in Esterwegen zeigt „Der Hauptmann von Muffrika“

Die Aktion „Eine Million Sterne“ setzt am Samstag, 17. November, um 17.30 Uhr in St. Josef ein Zeichen. Das Friedensgebet ist an diesem Tag um 19.30 Uhr in St. Amandus in Aschendorf. Am Sonntag, 18. November, ist das Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager in Esterwegen eingebunden. Dort wird um 11 Uhr der Dokumentarfilm „Der Hauptmann von Muffrika“ gezeigt.

Weitere Friedensgebete sind jeweils um 19.30 Uhr am Montag, 19. November, in der Freikirchlichen Gemeinde am Gasthauskanal und am Dienstag, 20. November, in der St.-Antonius-Kirche. Zum Abschluss der Friedensdekade sind am Mittwoch, 21. November, Gottesdienste um 10 Uhr in der Nikolaikirche und um 19.30 Uhr in der Marktkirche. Zudem findet ab 19 Uhr ein ökumenischer Bittgottesdienst für den Frieden unter Beteiligung eines Teams von pädagogischen Fachkräften der Initiativgruppe „Geschichten aus der Kiste“ in der Erlöserkirche statt.


Ökumenische Friedensdekade

Die Idee der Ökumenischen Friedensdekade entstand Ende der 1970er-Jahre in den Niederlanden. Seit 1980 fasste die Initiative, die anfangs für die Zeit der zehn Tage vor dem Buß- und Bettag „Friedenswoche“ genannt wurde, auch in Deutschland Fuß. Ins Leben gerufen wurde sie mit dem Ziel, das Engagement von Kirchenmitgliedern in Friedensfragen zu stärken sowie Gruppen inner- und außerhalb der Kirchen zu einer ökumenischen Friedensarbeit zusammenzuführen. Themen wie „Gerechtigkeit“, „Frieden“ und „Bewahrung der Schöpfung“ sind die zentralen Anliegen. Getragen wird die Ökumenische Friedensdekade in Deutschland im Wesentlichen von der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden mit Sitz in Bonn und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (Frankfurt). Im Planungsteam wirken unter anderem Vertreterinnen und Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche in Deutschland sowie eine Reihe weiterer Organisationen wie Aktion Sühnezeichen, Pro Asyl, und Pax Christi mit. Weitere Informationen im Internet unter www.friedensdekade.de.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN