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Nautische und technische Tests laufen Meyer-Schiff "AIDAnova" zu Probefahrt aufgebrochen

Von Christoph Assies und Karsten Grosser

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Die "AIDAnova" hat am Dienstagabend das niederländische Eemshaven für ihre erste Probefahrt auf der Nordsee verlassen. Foto: Jeroen van RoijenDie "AIDAnova" hat am Dienstagabend das niederländische Eemshaven für ihre erste Probefahrt auf der Nordsee verlassen. Foto: Jeroen van Roijen 

Papenburg/ Eemshaven. Das neueste Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft, die „AIDAnova“ ist am Dienstagabend zu ihrer ersten Probefahrt aufgebrochen. Im Rahmen der fünftägigen Fahrt über die Nordsee sind mehrere technische und nautische Tests vorgesehen. Der Termin hatte sich zuletzt unter anderem wegen eines Brandes auf dem Schiff verzögert.

Gegen 21 Uhr wurden die Leinen gelöst und das Kreuzfahrtschiff für die Rostocker Reederei AIDA Cruises fuhr das erste Mal seit der Emsüberführung vor rund vier Wochen auf die offene Nordsee hinaus. 

Zum Einsatz kommt während der Testfahrt auch erstmals Flüssigerdgas (LNG) als Treibstoff. Wie mehrfach berichtet, ist die „AIDAnova“ das weltweit erste Kreuzfahrtschiff, das komplett mit LNG betrieben werden kann. Flüssigerdgas ist ein auf 162 Grad Minus gekühlter Treibstoff und führt dazu, dass Emissionen von Feinstaub und Schwefeloxiden nahezu vollständig vermieden werden. Der Ausstoß von CO² verringert sich nach Angaben des AIDA-Mutterkonzerns Carnival Corporation um 25 Prozent.

Dank sogenannter Dual-Fuel-Motoren kann die „AIDAnova“ jedoch auch mit dem bisher herkömmlichen Marine-Diesel angetrieben werden.

In der Nacht zum Mittwoch wurden verschiedene Geschwindigkeiten gefahren und mehr als 80 Seemeilen, rund 148 Kilometer zurückgelegt. Dabei erreichte das neue Kreuzfahrtschiff aus Papenburg auch eine maximale Geschwindigkeit von 21 Knoten, das entspricht rund 38 km/h. Bis zum frühen Mittwochnachmittag waren es rund 190 Seemeilen (gut 350 Kilometer). Von Problemen dabei wurde nichts bekannt.

Wie Werftsprecher Günther Kolbe auf Nachfrage unserer Redaktion erklärte sei die Dauer der Probefahrt abhängig von Wind, Wetter und den technischen Ergebnissen. „Zwischenzeitlich wird an Bord dort, wo es nötig ist, weiter an der Fertigstellung des Schiffes gearbeitet“, so Kolbe.

Der Ozeanriese hätte eigentlich schon im vergangenen Monat zu dieser Fahrt in See stechen sollen. Doch ein Feuer an Bord hatte den Zeitplan durcheinander gebracht. 

Die Meyer Werft musste die für den 15. November geplante Auslieferung an AIDA Cruises verschieben, was zur Absage von Vorpremierereisen führte. Nach Angaben der niederländischen Polizei sei Brandstiftung eine mögliche Ursache für das Feuer gewesen. Ein finales Ermittlungsergebnis liegt der Werft nach Angaben von Kolbe noch immer nicht vor.


Die "AIDAnova" war Anfang Oktober von der Werft in Papenburg über die Ems nach Eemshaven überführt worden. Die Jungfernreise zu den Kanarischen Inseln soll wie geplant am 2. Dezember in Hamburg starten.


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