Akkordeonkonzert Virtuose musikalische Achterbahnfahrt in Papenburg

Von Daniel Lösker

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dloe Papenburg. Das Akkordeonorchester Papenburg hat im Theater auf der Alten Werft sein Jahreskonzert mit ausgezeichnet aufgelegten Gästen gefeiert.

Das Akkordeon gibt es in unzähligen Varianten auf der ganzen Welt. In Deutschland wird es gern in eine Schublade gesteckt, und die heißt Unterhaltungsmusik. Dass aber dieses vielseitige Zuginstrument durchaus klassische Qualitäten besitzt, beweisen immer häufiger erscheinende Kompositionen für die sogenannte Ernste Musik. Dies verlangt im Umkehrschluss aber auch hochvirtuose Spielfähigkeit.

Ausgezeichnet aufgelegt

Das Quintett „Catch The Music“ aus der Wesermarsch besitzt jene zweifellos. Ensemblegründerin Heike Schwarting und ihre Mitstreiter Dirte Dittjen, Kristin Kahnert, Detlef Schwarting und Oliver Voigt agieren perfekt miteinander. Rhythmische Finessen scheinen keine Hürde für die fünf ausgezeichnet aufgelegten Protagonisten zu sein. Gerade das Stück „Roller Coaster“ des Komponisten Otto M. Schwarz ist ihnen auf den Leib geschrieben. Die sprichwörtliche Achterbahnfahrt wird unter dem großartigen Spiel des Quintetts zu einem rasanten Vergnügen.

Anhaltend reife Leistung

Bei solch illustren Gästen ist das veranstaltende Akkordeonorchester Papenburg selbstverständlich angestachelt und zeigt eine durch das ganze Programm anhaltende reife Leistung. Besonders die unter der Stabführung des künstlerischen Leiters Jan de Vries herausstechende rhythmische Präzision lässt aufhorchen. Lediglich ein wenig brav wirken anfangs noch die Interpretationen von Peter Banks „1980 F“ oder Jim Cregans – durch Joe Cocker bekannt gewordenes – „N’oubliez jamais“.

Frenetischer Beifall

Das ändert sich jedoch im Verlauf der Veranstaltung. Nach einer kurzen, aber hörenswerten Einlage der Nachwuchsgruppe Piccolo, welche von Hannes Ostholthoff geleitet wird, und unter anderem für das Solo eines noch nicht ganz achtjährigen jungen Talents frenetischen Beifall erhält, legt das Orchester dann richtig los. „Santiano – Rock von der Waterkant“, „Lucky Day“ von Sascha und das unverwüstliche „We are the world“ der Popgiganten Michael Jackson und Lionel Richie lassen den Saal kochen.

Bei zukünftigen Konzerten wäre es wünschenswert, wenn sich die durchs Programm führende Moderation dem hohen musikalischen Niveau anpassen könnte. Dies nur als kleine Randnotiz für einen ansonsten vergnüglichen Akkordeon-Genuss, der zurecht mit lang anhaltendem Applaus bedacht wurde.


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