Fachtagung in Papenburg Schulunterricht im Emsland soll digitaler werden

Von Insa Pölking

Der Schulunterricht im Emsland soll digitaler werden. Symbolfoto: dpaDer Schulunterricht im Emsland soll digitaler werden. Symbolfoto: dpa

Papenburg. „Digitalisierung an den emsländischen Schulen“ – unter diesem Titel hat das Leitungsteam des Netzwerkes „Schulleitungen im Emsland“ (LeiNe) der Bildungsregion Emsland in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg den vierten emsländischen Schulleitungstag durchgeführt. Etwa 70 Schulleiter aus dem Landkreis nahmen an dem Fachtag teil.

Neben zahlreichen Grußworten und Vorträgen zum Thema Digitalisierung an Schulen wurde den Teilnehmern am Nachmittag eine Vielzahl von Workshops angeboten. Diese befassten sich beispielsweise mit den Themen iPad-Einsatz im Unterricht, gemeinsam lehren und lernen sowie handlungsorientierte Einsatzmöglichkeiten des Lego-Educations.

„Digitalisierung kann nicht oft genug ein Thema sein“, sagte Netzwerkkoordinator des Netzwerkes Schulleitungen im Emsland Günter Fiening. „Allerdings müssen auch die technischen Voraussetzungen dafür gegeben sein.“ Der Glasfaser-Netzausbau für einen gut funktionierenden Internetanschluss sei eine Grundvoraussetzung für die Digitalisierung an den emsländischen Schulen.

Quereinsteiger und pensionierte Lehrer

Nach Angaben von Christian Fühner (CDU), Mitglied des niedersächsischen Landtags, sind in Zukunft zahlreiche Aktionen geplant, um die Qualität des Unterrichts an den Schulen zu verbessern. „Wir möchten weniger Bürokratie, damit mehr Zeit für qualitativen guten Unterricht bleibt“, erklärte Fühner. Weiter soll unter anderem Quereinsteigern und pensionierten Lehrkräften vermehrt die Möglichkeit geboten werden, an den Schulen mitzuarbeiten, um die Unterrichtsversorgung zu verbessern. Auch die langfristige Planung soll nach Worten des Christdemokraten weiter im Fokus stehen. „Wir müssen schauen wie der Bedarf in den nächsten Jahren aussieht und dementsprechend planen“, so Fühner.

Zudem gebe es auch bei dem Thema Digitalisierung noch genügend Handlungsbedarf in Deutschland. „Es wird Zeit, dass wir vorankommen. Wir müssen an jeder Schule Glasfasertechnologie haben“, forderte Fühner. „Andere europäische Länder sind uns da weit voraus.“

Niedersächsische Bildungscloud

Herbert Jancke vom Verein „Landesinitiative n-21: Schulen in Niedersachsen online“ stellte außerdem die geplante niedersächsische Bildungscloud (NBC) vor. Bei dem Projekt würde auf der pädagogischen Seite das kollaborative Lernen von Schülern im und außerhalb des Unterrichts im Mittelpunkt stehen. Um dies verwirklichen zu können, müssen mediengestützte Lehr- und Lernarrangements geschaffen werden, in denen Personen das gemeinsame Lernen in einer Gruppe und allen Gruppenmitgliedern eine aktive Beteiligung ermöglicht wird.

Die bereits an den Schulen vorhandenen digitalen Lern- und Arbeitsplattformen sollen in das Projekt integriert werden und weiter im Zuge einer „cloud-typischen“ Bereitstellung von Daten zur schulübergreifenden Netzwerkarbeit zur Verfügung stehen. „Wir sammeln gemeinsam mit niedersächsischen Schulen aktuell aber noch Erfahrungen, wie eine Bildungscloud aufgebaut werden soll“, berichtete Jancke.

Schulen in Finnland besichtigt

Auch im vergangenen Jahr haben die Mitglieder des „LeiNe“ zahlreiche Aktivitäten veranstaltet. Unter anderem hat das Netzwerk zusammen mit dem Ludwig-Windthorst-Haus (LWH) in Lingen eine Fortbildung zum Thema „Schule leiten“ angeboten, die auf Lehrkräfte zielt, die Interesse an Schulleitung haben.

Darüber hinaus wurde eine Bildungsreise nach Finnland organisiert. Ziel der 23 Teilnehmer der 17 Schulen der Bildungsregion sei es gewesen, einen Einblick über den Stand der Schulen in anderen europäischen Ländern zu gewinnen. Besucht wurden während der Reise Schulen in Helsinki, Turku und Oulu. „Vertrauen, Entschleunigung und Wertschätzung spielen dort eine große Rolle“, sagte Judith Hilmes, Studienleiterin des LWH. „Die Lehrer werden dort sehr wertgeschätzt.“

Neues Leitungsteam: Auf dem vierten emsländischen Schulleitungstag wurde das neue Leitungsteam bestehend aus (von links) Hermann Kiepe, André Steinforth, Günter Fiening, Tanja Pavlitzek, Claudia Terstiege, Petra Niewiera, Thea Wathall, Roswitha Rengers, Martin Weber und Hildegard Brinker in das Gremium gewählt. Foto: Insa Pölking

Im Zuge der Wahlen schieden Ute Reker von der Marienschule Twist und Bettina Lukas von der Grundschule Rastdorf Werlte aus dem Leitungsteam aus. Die Gruppe ergänzen ab sofort Claudia Terstiege von der Grundschule Schepsdorf und Hildegard Brinker von der Maximilianschule Rütenbrock.


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