Konzert in der Stadthalle Papenburger Männerchor Fidelitas feiert 125-jähriges Bestehen

Von Hermann-Josef Döbber

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Papenburg. Seit 125 Jahren besteht der rund 20-köpfige Papenburger Männerchor (PMC) Fidelitas. Aus diesem Anlass veranstaltet der Chor am Freitag, 2. November 2018, um 19 Uhr ein Konzert in der Stadthalle. Mit dabei sind das Salonorchester Papenburg und der Kinderprojektchor Westoverledingen.

Der Grundstein für die erfolgreiche Vereinsgeschichte wurde am 20. März 1893 in der Gaststätte Eisenbarth (heute Finkenbrink) gelegt. Zuvor waren gesangliebende Männer dreimal zusammengetreten. Das Bestehen der Vereine war jedoch nur kurz. Seit der Gründung des PMC wechseln sich Auftritte und spontanes Singen mit kulturellen und informellen Veranstaltungen ab.

Vereinsfahne aus dem Jahr 1905

Zum ersten Präsidenten wurde Heinrich Frye gewählt. Den Vorstand vervollständigte in der Gründungsversammlung Johann Schepers (Schriftführer und Kassenwart). Theo Hehenkamp nahm den Dirigentenstab in die Hand. Die Gründer gaben dem Chor den Namen „Fidelitas“ – frei übersetzt: Treue bzw. Frohsinn. 1905 schafften sich die Sänger ihre heutige Vereinsfahne an. Das darauf gestickte Motto „Sind wir von der Arbeit müde, ist noch Kraft zu einem Liede“ wird noch heute beherzigt.

Erster öffentlicher Auftritt an der Seeschleuse

Hehenkamps Nachfolge trat 1899 Josef Gersmann an. Den ersten öffentlichen Auftritt hatten die Sänger 1902 bei der Einweihungsfeier der Seeschleuse. In die Dirigentenzeit Gersmanns fiel 1912 die vierstimmige Vertonung des von dem Brualer Dr. Heinrich Lüken (1815–1882) im Jahre 1873 gedichteten plattdeutschen „Een nee Papenbörger Leed“ (Ein neues Papenburger Lied).

Die 1913 erfolgte Gründung des Emsländischen Sängerbundes, ein Zusammenschluss der Chöre im heutigen Großkreis (seit 2002 Sängerbund Emsland-Grafschaft Bentheim), ging von den Mitgliedern Jacques Krieger und Josef Gersmann aus. Der Bund hatte von 1914 bis 1915 mit Gerhard Schwennen ein Fidelitasmitglied als Vorsitzenden.

Neuanfang nach dem Krieg

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges formierte sich der Chor neu. Das 25-jährige Bestehen wurde 1920 in Verbindung mit dem zweiten Treffen des Emsländischen Sängerbundes gefeiert.

Durch Beschluss der Nationalsozialisten wurden am 21. August 1933 die Obenender Chöre „Erholung“ und „Fidelitas“ zum Männergesangverein (MGV) Fidelitas zusammengeschlossen. Vereinslokal blieb das Hotel „Zur Post“ (später Hilling-Obenende, heute Hotel Hilling), weil dieses gegenüber dem Vereinslokal des MGV Frohsinn, die Gaststätte Hartkens (später Heyen) am Bethlehemkanal, über die größeren Räumlichkeiten verfügte. Bei Hilling ist der Chor inzwischen 121 Jahre zu Hause.

In den Fußstapfen des Vaters

Von vorne anfangen musste Fidelitas 1947. Zwei Jahre später wurde das 50-jährige Bestehen nachgefeiert. In dieser Zeit profitierte der Chor vor allem vom Einsatz Josef Keßlings und Lübbertus Wübbels senior. Während Wübbels 1954 verstarb, wirkte Keßling bis 1979 als Präsident, Liedervater und Dirigent. Noch in den 1950er-Jahren trat Lübbertus Wübbels junior in die Fußstapfen des Vaters. 1962 wurde er Präsident und war 17 Jahre im Amt. Unter seiner Leitung wurde das 75-jährige Bestehen gefeiert. Paul Velt wurde Wübbels’ Nachfolger.

Unter dem Vorsitz von Heinz Thörner blickten die Sänger 1993 auf 100 Jahre Geschichte zurück. In Verbindung damit war Fidelitas während der Blumenschau Gastgeber des Bundessängerfestes. Mehr als 1200 Sänger und Sängerinnen aus 40 Vereinen waren dabei. Während eines Kommers’ verlieh der frühere Bundesinnenminister Rudolf Seiters den Sängern im Auftrag von Bundespräsident Richard von Weizsäcker die Zelter-Plakette. Der Chor wurde geehrt, weil er sich um die Chormusik verdient gemacht hatte.

Ehrenvorsitzende ernannt

Besondere Ereignisse bis zum Jahrtausendwechsel waren der Ausflug nach Oberhundern (1994), eine CD-Aufnahme, Platz sechs beim 1. Grand-Prix der emsländischen Volksmusik (beides 1997), die Namensänderung von MGV Fidelitas in Papenburger Männerchor Fidelitas (1998), ferner Konzerte im Forum Alte Werft mit dem Solisten Michael Schulte (1998 und 1999).

Im neuen Jahrtausend waren mit dem neuen Chorleiter Konstantin Scharanow (2000) herausragend ein Benefizkonzert zugunsten der Flutopfer von Flöha (2002), die erste Verleihung des Josef-Keßling-Gedächtnis-Pokals (2004), eine Polenfahrt mit Konzerten in Elbing und Frauenburg (2009), die 110-Jahresfeier (2003), der Wechsel an der Spitze nach zehn Jahren von Josef Strohschnieder auf Hermann Schmitz (2010), Chorreisen in den Allgäu (2012) und nach Dresden (2017). Dazwischen lagen die Ernennung von Heinz Thörner zum Ehrenvorsitzenden (2000) und dessen Ehrung für 70 Jahre Mitgliedschaft (2017) sowie der Josef Strohschnieder angetragene Ehrenvorsitz (2012).


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